21. Oktober 2017 – 10:55

Die größte deutsche Fluggesellschaft ist offensichtlich nicht bereit, Forderungen aus der Politik nachzukommen, nach denen die Fluggesellschaft Tickets, die Kunden für Airberlin-Flüge gebucht haben, akzeptieren sollte. Lufthansa und Eurowings seien aktuell "so gut gebucht wie nie zuvor", sagte ein Unternehmenssprecher dem Luftfahrtportal "Airliners“. Es gebe keine Kapazitäten für weitere Passagiere. Vor diesem Hintergrund könne es auch "nicht im Interesse des Verbraucherschutzes sein, wenn Lufthansa im Gegenzug die eigenen Passagiere stehen lassen müsste." Bundesjustizminister Heiko Maas und Verbraucherschützer hatten zuvor angemahnt, die Airline solle sich nach der Übernahme großer Teile der insolventen Airberlin großzügig zeigen und Airberlin-Tickets für die eigenen Flüge akzeptieren.

Allerdings will die Lufthansa-Gruppe Airberlin-Kunden Sonderkonditionen bieten. Wer mit Air Berlin noch in den Urlaub fliegen, aber nicht mehr zurückkommen würde, kann einen Rückflug bei Lufthansa, Eurowings, Swiss, Austrian oder Brussels buchen – sofern ein Platz frei ist. Später bekomme er nach Vorlage beider Tickets die Hälfte des Bruttopreises erstattet, versichert Lufthansa. Das Angebot gilt für die Zeit vom 28. Oktober bis 15. November.

Christian Schmicke

 

20. Oktober 2017 – 14:15
voloteasheadofficefotowikipediassola

Der Konflikt um die Unabhängigkeit Kataloniens zwingt nun auch touristische Unternehmen zum Handeln. Die spanisché Billig-Airline Volotea will ihre Zentrale von der katalanischen Hauptstadt Barcelona nach Asturien an der nordwestlichen Atlantikküste Spaniens verlagern. Hintergrund sind die anhaltenden Spannungen zwischen der katalanischen Regionalregierung und der spanischen Zentralregierung in Madrid im Zuge der beabsichtigten Loslösung der Katalanen von Spanien. Die Fluggesellschaft wolle ihre Weiterentwicklung innerhalb der Europäischen Union garantieren, berichtet das spanische Fachblatt „Hosteltur“. Im Zuge einer möglichen Unabhängigkeitserklärung Kataloniens würde die Provinz automatisch aus der EU ausscheiden. Volotea betreibt am Airport Santiago del Monte in Asturien westlich der Stadt Avilés ihre einzige spanische Basis. Die Airline bedient von ihren Hauptflughäfen in Spanien, Italien und Frankreich mit 22 Maschinen europäische Ziele. In Deutschland bietet sie ab München Verbindungen nach Asturien, Montpellier, Bordeaux und Mykonos an.

 

20. Oktober 2017 – 13:34
topfbonusairberlin

Die rund 4,3 Millionen Kunden des früheren Airberlin-Vielfliegerprograms Topbonus können ihre gesammelten Flugmeilen nun wieder für Prämienflüge von Etihad Airways einlösen. Das Angebot gelte für alle Flüge ab Deutschland und der Schweiz für das weltweite Streckennetz der Airline, teilt Topbonus in einem Schreiben an die Kundschaft mit. Zuletzt konnten die Meilen nur noch gegen Hotel- und Mietwagengutscheine sowie einige Konsumgüter eingelöst werden. Etihad fliegt derzeit von Frankfurt, Düsseldorf, München, Genf und Zürich nach Abu Dhabi und bedient von dort Ziele in Asien, Afrika, Australien sowie Nord- und Südamerika. Für Flüge in die Golfstaaten oder nach Süd- und Zentralasien müssen Kunden derzeit 25.000 Meilen zuzüglich Steuern, Gebühren und Kerosinzuschlag oneway locker machen. Nach Afrika und in den Mittleren Osten geht es für 30.000 Meilen, Flüge nach Südostasien und in den Fernen Osten schlagen mit 35.000 Meilen zu Buche. Für Australien sind 50.000 Meilen erforderlich. Buchungen seien zunächst bis zum 17. November 2017 für Flüge bis zum 28. März möglich, teilt Etihad mit.

Die Oneworld-Allianz, der Airberlin angehörte, gewährt Kunden, die einen Topbonus-Vielflieger-Status erworben haben, hingegen nach dem 27. Oktober keine Vorteile mehr. Der Oneworld-Status, der eigentlich mit dem jeweiligen Air-Berlin-Status-Level erreicht wird, verfällt. Lediglich einzelne Oneworld-Mitglieder wollen weiterhin eine Teilanerkennung des früheren Airberlin-Status ermöglichen. Bis zum 30. November gewährt etwa British Airways Airberlin-Kunden, die einen Silber-, Gold- oder Platin-Status erreicht haben, den Bronze-Status. Dessen Vorteile sind allerdings deutlich geringer als die im Rahmen der früheren Einordnung bei Airberlin.

Im Zuge der Airberlin-Pleite hate auch das Vielfliegerprogramm, an dem Etihad mit 70 und Airberlin mit 30 Prozent beteiligt waren, Insolvenz anmelden müssen. Allerdings setzen Geschäftsführer Anton Lill und der vorläufige Insolvenz-Verwalter Christian Otto auf eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs und hoffen auf Investoren.

 

 

19. Oktober 2017 – 14:30
erik-friemuth-uebersicht-de

Allein die Umstellung der traditionsreichen britischen Reisemarke Thomson auf die Marke Tui koste in den nächsten drei Jahren einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag, berichtet das britische Fachportal "Travelmole". Mit dem Rebranding von Thomson hat der Konzern nach eigenen Angaben nun alle großen europäischen Reiseveranstaltermarken in die Dachmarke Tui umbenannt. Erik Friemuth, Marketing-Chef der Tui  Group, argumentiert, die gruppenweite Umstellung auf die Marke Tui erleichtere Kunden aus sämtlichen Quellmärkten die Orientierung in den Urlaubszielen und vereinfache die Kommunikation mit externen Geschäftspartnern – beispielsweise lasse sich so ein gemeinsamer Hotel- und Flugzeugeinkauf effizienter gestalten. Denn für die Partner sei die Zusammengehörigkeit nun transparenter. Die globale Marke zeige "die Stärken des integrierten Geschäftsmodells von Tui", sagt er. "Egal ob Reisebüro, Flugzeug, Kreuzfahrtschiff oder Hotel, wir begleiten die Gäste über den gesamten Urlaub."

Ganz ohne Ausnahme bleibt die 2015 mit der Umbenennung der schwedischen Marke Fritidsresor und des niederländischen Brands Arke eingeläutete Ein-Marken-Strategie freilich nicht. So behalten die britischen Marken First Choice und Crystal  Ski ihre Namen. Zahlreiche Marktforschungsaktivitäten hätten ergeben, dass die Kunden einem Markenwechsel nicht folgen würden, erklärte Marketingdirektor Jeremy Ellis gegenüber „Travelmole“. Für die britische Tui-Kreuzfahrtmarke, die bisher unter Thomson firmierte, ließ sich die Marketingabteilung gleich einen ganz neuen Markennamen einfallen, weil Tui Cruises bekanntlich bereits vergeben ist. Sie firmiert nun unter Marella Cruises. Der Name ist aus dem Keltischen entlehnt und bedeutet "glitzerndes Meer". Die jetzige "Mein Schiff 1“ und die "Mein Schiff 2“ die 2019 bei Tui Cruises ausgemustert und durch Neubauten ersetzt werden, werden dann von der britischen Schwester als "Marella Explorer“ weiterbetrieben. Die vorhandenen Thomson-Schiffe, die bislang als "Tui Discovery" und "Tui Discovery 2" über die Meere fuhren, werden in "Marella Discovery" und "Marella Discovery 2" umgetauft.

 

19. Oktober 2017 – 13:22
michaelstoibertraffics

Nach dem Wechsel von COO Marc Herrgott zum Berliner Veranstalter Windrose hat der Chef des Berliner Travel Tech-Unternehmens Traffics, Salim Sahi, einen Nachfolger gefunden. Michael Stoiber verantwortet als Director Operations die Bereiche Produkt, Entwicklung, Support, Finanzen und Personal. Der 37-Jährige war zuvor als Berater für Holidaycheck, Berge & Meer, Schmetterling Reisen und auch für Traffics aktiv. Davor arbeitete er für die FTI-Gruppe – unter anderem als Director IT & Operations bei BigXtra und Sonnenklar TV.

Parallel zu der Neu-Anstellung organisiert Sahi sein Führungsteam neu und stattet einige Mitarbeiter mit mehr Verantwortung aus. Guido Bennecke, bisher Vertriebschef, ist nun auch für das Marketing verantwortlich und erhält unternehmensintern den Titel „Director“. Außerdem wird Matthias Deppe, in der Vergangenheit Head of of Supplier Relationship, zum Director of Supplier Relationship. Jasmin Schmidt, die erst kürzlich zu Traffics kam, wird nun Direktorin für die strategische Unternehmensentwicklung. Sie war zuletzt bei der Scout-24-Gruppe tätig.

 

19. Oktober 2017 – 08:00
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"Wenn der Gesamtmarkt schrumpft und Du Erfolg haben willst, musst du vom kleineren Marktvolumen einen größeren Teil abschöpfen“, sagt Hicabi Ayhan. Der Manager ist bei FTI als Group Destination Director für die Türkei zuständig und kann in diesem Jahr eine Erfolgsstory erzählen. So sei der Umsatz mit Türkei-Reisen im auslaufenden Geschäftsjahr um 20 Prozent und die Gästezahl um 18 Prozent auf imposante 816.000 gestiegen.

Das klingt erstaunlich angesichts eines Gesamtmarktes, der sich in diesem Jahr, ähnlich wie im Vorjahr bei rund 3,5 Millionen Türkei-Besuchern und damit um rund 30 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2015 einpendeln dürfte. Eines der Erfolgsrezepte liege in der starken personellen Besetzung der Türkei-Abteilung, sagt Ayhan. 40 Mitarbeiter seien ausschließlich mit der Türkei beschäftigt, beobachteten den Markt, überprüften, welche Hotels gut nachgefragt seien und welche nicht, checkten Preisbilder justierten das Angebot ständig. „Wir wissen genau,  welche Angebote zu welchem Preis funktionieren“, so der FTI-Manager.

Kapazitäten gehalten. Ein weiterer Punkt liege darin, dass sich FTI nach den Verhaftungen deutscher und deutsch-türkischer Staatsbürger in der Türkei und anschließenden Warnungen von politischer Seite nicht wie andere Anbieter aus dem Markt zurückgezogen habe. Das habe sich im Kurzfrist-Geschäft ausgezahlt, weil FTI sowohl im Flugbereich als auch in der Hotellerie noch Kapazitäten zur Verfügung stellen konnte. Wie schon im Vorjahr sei die Last-Minute-Nachfrage vor allem für die Sommerferien stark gewesen und habe FTI das beachtliche Gästeplus beschert. Dabei sei der Vertrieb über Online-Kanäle deutlich stärker gewesen als der Verkauf über stationäre Reisebüros.

Im nächsten Sommer will der Münchener Veranstalter erneut eine Schippe drauf packen und setzt dabei verstärkt auf  die türkische Ägäis. Dafür legt FTI eine eigene Charterkette mit der Fluggesellschaft Tailwind nach Bodrum auf, die mit 16 deutschen Startflughäfen hierzulande nahezu flächendeckend ist und obendrein zwölf weitere europäische Airports bedient. Auf diese Weise komme für die Ägäis eine zusätzliche Flugkapazität von rund 100.000 Sitzen zusammen, berichtet FTI-Pauschalreise-Chef  Sven Schikarsky. In die Sommersaison startet FTI dort bereits mit Beginn der Osterferien Ende März und beendet die Charterkette erst Mitte November.

Christian Schmicke

 

18. Oktober 2017 – 18:07
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Auf Anfrage von Gloobi hat der vorläufige Insolvenzverwalter von JT Touristik einige zusätzliche Angaben dazu gemacht, wie die Aufrechterhaltung der Verträge für gebuchte Reisen zwischen dem 1. November und dem 31. Dezember zustande kommen soll. Einen Sicherungsschein erhalten die Kunden nicht. Er ist in diesem Fall auch nicht erforderlich, weil der Insolvenzverwalter eine besondere Lösung ausgearbeitet hat: Die Urlauber entrichten den Reisepreis demnach erst nach ihrer Rückkehr von der gebuchten Reise. Reisebüros sollten ihre Kunden darüber informieren, um zu verhindern, dass die Kunden bereits vorher Zahlungen leisten. Auch vom Veranstalter selbst sollen die Kunden in den nächsten Tagen entsprechend informiert werden.

In die Röhre schauen dagegen diejenigen Kunden, deren Flug mit Airberlin erfolgt wäre, die den Flugbetrieb nach und nach bis zum 27. Oktober einstellt. Ihre Reisen konnten nicht sichergestellt werden. Anzahlungen, die Kunden möglicherweise schon entrichtet haben, können sie erst nach der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens als Forderungen geltend machen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen nennenswerten Betrag zurück erhalten, ist gering. Der Anteil der betroffenen Kunden mache aber weniger als fünf Prozent aus, versichert Insolvenzverwalter Stephan Thiemann.

Woher die finanziellen Mittel für die Durchführung der Reisen stammen, verrät Thiemann nicht. Am wahrscheinlichsten ist wohl, dass der bisherige Insolvenzabsicherer Generali das Geld so lange vorschießt, bis es durch Zahlungen der Kunden wieder verfügbar ist. In einer Mitteilung vom Montag war der Versicherer explizit für seine konstruktive Rolle gelobt worden. Mit der Summe werden überwiegend die Forderungen von Hoteliers und Incoming-Dienstleistern bedient. Die Einnahmen durch Kundenzahlungen werden auf einem Treuhandkonto verbucht und anschließend an den beteiligten Geldgeber zurückgezahlt.

Christian Schmicke

 

18. Oktober 2017 – 07:32

Der vorläufige Insolvenzverwalter des Berliner Reiseveranstalters JT Touristik, Stephan Thiemann, hat in Verhandlungen mit der Generali Versicherung erreicht, dass gebuchte Reisen bis einschließlich 31. Dezember stattfinden können. Bisher waren nur die Trips bis Ende Oktober garantiert, weil danach die verpflichtende Kundengeldabsicherung mit der Generali ausläuft. Wie genau das Verhandlungsergebnis aussieht, lässt Thiemann offen.

Alle Pauschalreisen mit Airberlin abgesagt

„Ausgenommen von dieser Lösung sind sämtliche Reisen, die einen Flug mit Air Berlin beinhalten“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Alle Reisen mit einem Abreisedatum ab 28. Oktober 2017 müssen leider abgesagt werden, weil Air Berlin ab diesem Tag den Flugbetrieb einstellt und keine Alternativen zur Verfügung stehen.“ Davon seien allerdings weniger als fünf Prozent der Buchungsvorgänge betroffen, sagt Thiemann.

Keine Aussage macht Thiemann darüber, ob JT Touristik für gebuchte Reisen nach dem 31. Oktober Anzahlungen entgegengenommen hat und was damit passiert. Meldungen zufolge sollen diese Kundengelder auf einem angeblichen Treuhandkonto geparkt worden sein. JT Touristik hatte am 29. September Insolvenz angemeldet. Der Veranstalter zählt mit 175 Millionen Euro Umsatz und rund 350.000 Kunden zu den größeren Anbietern der Branche. Thiemann will ihn sanieren und fortführen.

 

17. Oktober 2017 – 12:27
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Die FTI Group hat einen neuen Chef für ihre Luxusmarke Windrose gefunden. Marc Herrgott übernimmt zum 1. November das Ruder bei dem Berliner Veranstalter. Er löst Ute Dallmeier ab, die das Unternehmen nach rund drei Jahren auf eigenen Wunsch verlässt. Sie übernimmt die Geschäftsführung von vier First Reisebüros in Mönchengladbach.

Herrgott kommt vom Traveltech-Unternehmen Traffics. Hier verantwortete er als Chief Operating Officer unter anderem die operative Führung der Bereiche Produkt, Entwicklung, Support, Finanzen und Personal. Veranstalter-Erfahrung sammelte er unter anderem bei Tui und ihrer Luxusmarke Airtours sowie im Yield Management von Alltours.

Bereits seit dem vergangenen Monat ist Stephan Braun Mitglied der Führungsriege von Windrose. Braun bleibt in Personalunion beim Gesellschafter FTI für die Entwicklung und Umsetzung konzernstrategischer Projekte verantwortlich.

 

17. Oktober 2017 – 10:57
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Nachdem die Reederei ihr 1.000-Kabinen-Schiff "Fascination“ bis Ende Januar an die nationale Koordinationsstelle der Vereinigten Staaten für Katastrophenhilfe verchartert hat, muss Carnival rund 31.000 bereits gebuchte Gäste umbuchen oder ihre Buchungen kündigen. Die Kunden erhalten ihre Anzahlungen zurück und ihnen werden Vorschläge für alternative Reisemöglichkeiten gemacht. Außerdem verspricht die Reederei Preisnachlässe auf künftige Buchungen. Die Fascination ist normalerweise im Ganzjahresbetrieb auf siebentägigen Reisen von der puertoricanischen Hauptstadt San Juan aus unterwegs. Die US-Regierung will das Schiff für Wiederaufbauarbeiten auf den US Virgin Islands einsetzen.