18. Dezember 2017 – 13:40

55 Prozent der mehr als 600 Reisebürochefs und -mitarbeiter, die sich an einer exklusiven Umfrage für Gloobi.de beteiligten, glauben nicht, dass der insolvente Berliner Veranstalter JT Touristik unter seinem neuen Gesellschafter Lidl erfolgreich sein wird. Wie aus zahlreichen Kommentaren hervorgeht, halten viele Vertriebsprofis die Marke JT Touristik, die sich stark an der Gründerin und Inhaberin Jasmin Taylor orientierte, nach der Pleite Ende September für „verbrannt“. Immerhin 45 Prozent der Reiseverkäufer gehen hingegen davon aus, dass JT  Touristik mit dem finanzstarken Discounter Lidl im Rücken durchaus Chancen hat, den Veranstaltermarkt erneut aufzumischen. Allerdings vermuten viele, dass dieser Erfolg weniger über den Reisebürovertrieb als über die Produktion für die Reisesparte des Discounters zustande kommt.

Ohnehin hält sich die Bereitschaft, mit einer JT Touristik unter Lidl-Führung zusammenzuarbeiten, in Grenzen. Knapp 70 Prozent der Reisebüros erklären, sie wollten nicht mit dem Veranstalter kooperieren; einige von ihnen führen als Grund dafür die ausgebliebenen Provisionszahlungen im Zuge der Insolvenz an. Andere sehen den Discounter Lidl, der mit seiner Aktionsware seit vielen Jahren im Reisegeschäft aktiv ist, als Konkurrenten, den sie nicht unterstützen wollen. Immerhin: Gut 30 Prozent könnten sich eine künftige Zusammenarbeit vorstellen –  sofern Lidl im Reisebürovertrieb faire Vergütungen zahlt und dieselben Preise garantiert wie im Eigenvertrieb. Manche Reisebüros würden eine künftige Zusammenarbeit auch davon abhängig machen, ob sie die ausstehenden Provisionszahlungen von JT Touristik doch noch erhalten.

Noch skeptischer als der vertrieb beurteilen die rund 150 Mitarbeiter von Reiseveranstaltern, die sich an der Umfrage beteiligten, die Perspektiven für den neuen, alten Konkurrenten. Rund 60 Prozent senkten in puncto Erfolgschancen den Daumen.  Insgesamt beteiligten sich rund 800  Touristiker an der Online-Umfrage.

 

18. Dezember 2017 – 12:47
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Der Kooperationsverbund hält seine Tagung im nächsten Jahr im türkischen Belek ab. Die Veranstaltung steigt vom 17. bis zum 20. Mai, also zu Beginn des Pfingstwochenendes. Auf dem Programm stehen vor allem aktuelle Themen wie die EU-Datenschutz-Grundverordnung und die EU-Pauschalreiserichtlinie. Beide treten kurze Zeit später in Kraft. Außerdem stehen touristische Fachgespräche, Workshops und die übliche Reisemesse auf der Agenda.

Dass der Tagungsort in der Türkei angesichts der aktuellen politischen Spannungen Anlass zu Diskussionen geben könnte, weiß QTA-Chef Thomas Bösl. Deshalb betont er, dass der Beschluss darüber von den Mitgliedskooperationen Neckermann Reisen Partner/Team, Reiseland, RTK, Schmetterling und TUI Travel Star einstimmig getroffen worden sei. Die QTA sei schließlich kein politisches Bündnis, sondern eine Vertriebsorganisation, und für die seien die türkischen Touristiker geschätzte Partner, zu denen man eine intensive Bindung aufgebaut habe. Teil der Tagung ist daher ein türkisch-deutscher Abend, mit dem man, so der QTA-Sprecher, den türkischen Gastgebern für die langjährige gute Zusammenarbeit danken wolle. Damit seien nicht nur die Hoteldirektoren gemeint, sondern "vor allem auch Rezeptionisten, Reiseleiter, Busfahrer, Zimmermädchen und alle anderen, die unsere Kunden stets mit großer Gastfreundschaft empfangen", sagt Bösl.

Die bisher letzte QTA-Tagung fand 2014 im ägyptischen Luxor statt.

 

17. Dezember 2017 – 20:15

Während Veranstalter und Airlines damit beschäftigt sind, Flugpläne auf das Aus der insolventen Airberlin-Tochter abzustimmen, wird der Ton in der Debatte um einen Käufer für die Airline, die zuletzt 21 Maschinen betrieb, schärfer. Interessiert an Niki sind offenbar neben dem Gründer der Fluggesellschaft, dem früheren Formel-1-Piloten Niki Lauda, Condor, Ryanair und ein Bieterkonsortium um das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht und die Wartungsfirma Nayak. Letztere haben bereits die Techniksparte von Airberlin sowie die Frachttochter Leisure Cargo übernommen.  

Richtig Schlagzeilen macht aber vor allem Niki Lauda. Er äußert sich in zahlreichen österreichischen Medien und wirft Lufthansa vor, sie habe sich sozusagen heimlich die Maschinen von Niki einverleibt, so dass diese nun nur noch über zwei bis drei Flugzeuge verfüge und praktisch wertlos sei. Denn ohne Flugzeuge bestehe kein Anspruch auf Slots, die das eigentliche Objekt der Begierde sind. Lufthansa erklärt dazu laut der österreichischen Tageszeitung "Standard“, dass sie neun Flugzeuge von Niki besitze. Dies gehe auf die Pleite von Airberlin zurück. Einen Großteil der Maschinen bei Air Berlin und Niki habe man von Leasingfirmen gemietet. Diese hätten zuvor damit gedroht, ihre Maschinen einzuziehen, um nicht auf ihrem Geld sitzenzubleiben. Daher habe die EU-Kommission Lufthansa schon während der Prüfphase ausnahmsweise erlaubt, Niki-Jets zu erwerben, um den Flugbetrieb aufrecht erhalten zu können. Sollte die Übernahme platzen, sei vereinbart gewesen, dass gekaufte oder geleaste Flugzeuge einem Käufer "zu Marktkonditionen zur Verfügung gestellt werden müssen", zitiert das "Handelsblatt". An diese Vorgaben werde sich Lufthansa halten.

Für die potenziellen Investoren ist Niki durch die Pleite indes offenbar attraktiver geworden als zuvor. Das hat handfeste Gründe: Der nachteilige Leasingvertrag für sieben Tuifly-Maschinen ist aufgelöst, und der defizitäre Flugbetrieb, der laut Medienberichten zehn Millionen Euro pro Woche kostete, muss nicht zwischenfinanziert werden. Wer nun zum Zuge kommt, bleibt abzuwarten. Der rasende Lauda will dem Vernehmen nach bis Mittwoch entscheiden, ob er für Niki bietet. Laut "Spiegel“ soll er dafür bereits eine österreichische Großbank ins Boot geholt haben.

15. Dezember 2017 – 15:23
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Ende Juli machten sie ernst. Angehörige der linksgerichteten autonomen Gruppierung Arran, einer Jugendorganisation der pro-katalanischen Partei CUP, stoppten in der Nähe von Barcelonas Fußballarena Camp Nou einen vollbesetzten Touristenbus und sprühten auf seine Frontscheibe in katalanischer Sprache "Tourismus tötet die Stadtteile". Außerdem zerstachen sie einen Reifen. Wenige Tage später traktieren Mitglieder derselben Gruppe mit Messern die Reifen von Mietfahrrädern, mit denen vor allem Touristen gerne durch die katalanische Metropole radeln. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Aber die Aktionen, die noch vor dem Terroranschlag Mitte August und der aktuellen Ausweitung des katalanisch-spanischen Konfliktes stattfanden, zeigen, dass der Unmut gegenüber einer gefühlten Überflutung von Städten und Regionen durch zu viele Touristen das Zeug hat, ganz schnell zu eskalieren.

Wachsende Spannungen. Barcelona, mit seinen 1,8 Millionen Einwohnern und acht Millionen Touristen pro Jahr, ist längst nicht das einzige Beispiel für wachsende Aversion gegenüber Touristen. Auch in Palma de Mallorca gab es im Sommer Protestaktionen unter dem Motto: "Stadt für die Bewohner, nicht für die Besucher". In Venedig, wo auf etwa 55.000 Einwohner rund 17 Millionen Besucher pro Jahr kommen, tobt der Kampf schon länger. In der winzigen Altstadt von Dubrovnik drängen sich bis zu 12.000 Kreuzfahrturlauber gleichzeitig. Hinzu kommen zahlreiche, meist jüngere Filmfans, seit die Stadt Kulisse für die Kultserie "Game of Thrones“ dient. Berliner sind genervt über Massen jungen Partyvolks in In-Bezirken wie Mitte und Kreuzberg. Island ächzt unter dem Besucheransturm der letzten Jahre. In Perus berühmter Ruinenstadt Machu Picchu wurde in diesem Jahr Schichtbetrieb eingeführt, um den Massen Herr zu werden. Und auch in der Musikmetropole New Orleans, die den Tourismus nach Hurrikan „Katrina“ eigentlich als bestes Mittel zur wirtschaftlichen Erholung ansah, formiert sich mittlerweile Widerstand gegen lärmende Massen.

Politische Konsequenzen. Die Liste ließe sich fortsetzen. „Overtourism“, wie es mittlerweile im Fachjargon heißt, bestimmt die Schlagzeilen vieler Medien, nicht nur in Deutschland. Mit dem Stimmungsbild, das sich zunehmend gegen Touristen richtet, verändert sich mancherorts auch die politische Agenda. Etwa in Barcelona. Nachdem die touristischen Erfolge der Stadt jahrelang lauthals gefeiert wurden, regiert seit Mitte 2015 mit Ada Colau eine Aktivistin einer basisdemokratischen Bürgerplattform die Stadt, die ihren Wahlkampf unter anderem mit dem Slogan „Wir wollen nicht wie Venedig werden“ führte. Sie schränkte die Vergabe von Lizenzen für neue Hotels massiv ein und versucht zudem, die Vermietung privater Wohnungen an Urlauber, zum Beispiel über Airbnb, in die Schranken zu weisen.

Reizthema Airbnb. Airbnb gilt vielen Overtourism-Kritikern als ein Hauptgrund für die schlechte Stimmung gegenüber Touristen, vor allem in Metropolen. Groß geworden aus dem Wunsch vieler, vor allem jüngerer Besucher, beim Städtetrip nicht in anonymen Hotels zu wohnen, sondern als Untermieter tiefer in die Stadt und ihre Szene einzutauchen und bei der Gelegenheit auch den Geldbeutel zu schonen, ist Airbnb mit weltweit rund vier Millionen Übernachtungsangeboten ein echter Big Player geworden. Und zugleich zum Problem. Ein Beispiel dafür ist Berlin. Laut Airbnb vermieteten 2016 22.400 Berliner an 600.000 Gäste für durchschnittlich 4,5 Nächte ganze Wohnungen oder Teile davon. Das ist nicht nur der Hotellerie ein Dorn in Auge, sondern auch von ständig wechselnden, feiernden Nachbarn geplagten Bewohnern der Berliner Szene-Kieze. Zudem verknappe die lukrative Vermietungsoption über das Portal den Wohnraum, der den Berlinern zur Verfügung stehe, lautet ein weit verbreiteter Vorwurf. Der rot-rot-grüne Senat will deshalb nach dem 2014 eingeführten Zweckentfremdungsverbot inklusive Genehmigungspflicht für die Ferienvermietung die maximale legale Vermietungsdauer für komplette Wohnungen auf 60 Tage im Jahr begrenzen.

Kreuzfahrten als Beschleuniger. Ein weiterer Faktor ist das massive weltweite Wachstum des Kreuzfahrttourismus. Immer mehr und immer größere Schiffe verteilen sich auf eine keineswegs im gleichen Maße wachsende Zahl von Häfen. Während manche Destinationen, wie etwa die Emirate oder einige karibische Inseln, unverändert um mehr und mehr Kreuzfahrtgäste buhlen, haben andere die Nase voll. Als zusätzliche Booster für den Touristenansturm, der den sozialen Frieden in manchen Destinationen bedroht, wirken niedrige Flugpreise und virale Effekte durch Social Media. Erstere sind eine Folge des Low-Cost-Booms, letztere führen dazu, dass sich die Kunde, wo der "place to be“ gerade ist, immer rasanter verbreitet. Zwar werden die Wünsche von Touristen, zumal der jüngeren Generation, nach Erkenntnissen der Marktforscher immer individueller, doch ironischerweise reisen auch im Zeitalter der Massenindividualität alle dahin, wo alle hinreisen.

Branche sieht Gefahrenpotenzial. Die Vielfalt der Probleme und Proteste führt dazu, dass sich längst nicht mehr nur Polit-Aktivisten damit beschäftigen, sondern auch Regierungen und, ja, die Tourismusbranche selbst. "Lenkung tut not“, sagt etwa Peter-Mario Kubsch, Chef des Studienreiseveranstalters Studiosus. Kein Wunder – schließlich zählen seine Gäste vielleicht nicht zu den Hauptverursachern von "Overtourism“, aber sie bekommen seine Folgen zu spüren, wenn sie überfüllte Attraktionen, Wanderrouten oder Radwanderwege erleben. Und selbst ein hochrangiger Manager eines erklärten Massenveranstalters räumt freimütig ein, dass ihn beim Besuch der Zone um den berüchtigten "Ballermann“ auf Mallorca, das nackte Grauen erfasst habe. Wenn es zu viel, zu laut, zu rüpelig wird, so die einmütige Erkenntnis, wird das auf längere Sicht viele Gäste abschrecken.

Christian Schmicke

Den kompletten Beitrag lesen Sie in der aktuellen Printausgabe des Reise vor9 Magazins

 

15. Dezember 2017 – 15:09
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Riu hat einen Lauf. Das bescheinigte der mallorquinischen Hotelkette jüngst auch Tui-Chef Friedrich Joussen, dessen Konzern mit 50 Prozent an der Hotelmanagement-Gesellschaft des Familienunternehmens beteiligt ist. Dass die Tui Hotels & Resorts ihr operatives Ergebnis deutlich steigern konnten, habe vor allem am Wachstumstreiber Riu gelegen, sagte Joussen bei der Vorlage der Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres.

Portfolio auf dem Prüfstand. Zu der erfolgreichen Entwicklung trug natürlich der Umstand maßgeblich bei, dass Riu vor allem in Destinationen sehr präsent ist, die in den vergangenen Jahren sehr gefragt waren – wie etwa Spanien und die Karibik. Dabei befindet sich das Unternehmen keineswegs auf einem ungezügelten Expansionskurs. Vielmehr wird die Produktpalette immer wieder überprüft. So zog sich das Unternehmen bereits 2015 aus Kuba zurück, im selben Jahr folgte nach dem Anschlag auf das Riu Imperial Marhaba im tunesischen Ferienort Port el Kantaoui der Rückzug aus Tunesien. In der Türkei wird im März die Zusammenarbeit mit den Kaya Hotels beendet. Jüngster Coup in dieser Hinsicht war der Verkauf des größten Hotelkomplexes von Puerto Plata in der Dominikanischen Republik an die Kette Senator Hotels & Resorts. Für 84 Millionen Euro übernimmt sie die Hotels Bachata, Mambo und Merengue und zusammen fast 1.600 Zimmern.

Starke Investitionen für die Stadthotellerie. Dass Riu sich immer mal wieder von Häusern trennt, hat seinen Grund. Denn wenn das Unternehmen neue Anlagen eröffnet, wird es oft teuer. Anders als andere Hotelketten arbeitet Riu nur selten mit Management- oder Franchiseverträgen, sondern kauft in der Regel gleich die Immobilie. "80 Prozent der Riu Hotels gehören uns", bestätigt Ricardo Luque, der für den Ausbau der Stadthotelmarke Riu Plaza verantwortlich ist. Zu den kostspieligsten Investitionen zählte das 2016 eröffnete 647-Zimmer-Hotel am New Yorker Times Square. "Das war ein Wagnis“, räumt Luque ein. Doch das Hotel sei so schnell erfolgreich geworden, dass Firmenchef Luis Riu gleich nebenan ein weiteres Grundstück für ein Hotel gekauft habe. Und so war im November Baubeginn für das zweite Haus der Marke im Big Apple, das dem ersten in Größe und Design stark ähneln soll.–

Weitere Pläne. Überhaupt ist der Bereich der Stadthotellerie derjenige, in dem die mallorquinische Hoteliersfamilie am stärksten Gas gibt. Seit 2010 investiert Riu in dieses Segment und hat seither Cityhotels in Panama, Guadalajara, Miami, Berlin, New York und Dublin eröffnet  – stets in Toplagen, wie Luque betont. Das trifft auch für das nächste Projekt zu, das Riu Plaza im Hochhauses Edificio España an der Plaza de España in Madrid. Das Hotel in dem historischen Gebäude soll nach umfangreicher Sanierung voraussichtlich 2019 eröffnen. Damit ist die Projektliste aber noch nicht zu Ende. Spruchreif ist zwar noch nichts, aber Luque könnte sich weitere Rius in den USA vorstellen. In Orlando, zum Beispiel, oder in Chicago. Und auch europäische Metropolen hat der Manager fest im Visier. Lissabon hält er für interessant, London ebenfalls. Investitionen in der britischen Hauptstadt seien zwar derzeit extrem  teuer. Aber mit dem Brexit könnte das Preisgefüge dort vielleicht wieder etwas günstiger werden, hofft er.

Christian Schmicke

15. Dezember 2017 – 09:08

Die Tui-Tochter Berge und Meer fühlt sich von der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) zu Unrecht an den Pranger gestellt. Im Zusammenhang mit einem Urteil des Landgerichts Koblenz zu obligatorischen Trinkgeldern auf Kreuzfahrten verbreitet der VZBV, dass Berge und Meer seinen Kreuzfahrtkunden an Bord automatisch zehn Euro pro Tag abgebucht habe. Das stimme nicht.

„Die Behauptungen in der Presse sind teils schlicht falsch, so wird der Eindruck erweckt, wir als Reiseveranstalter würden uns mittels Einnahme rechtwidriger Trinkgelder bereichern“, so Berge-und-Meer-Sprecherin Nina Meyer gegenüber Gloobi. Das sei Unsinn. Nicht Berge und Meer habe Trinkgelder kassiert, sondern die Kreuzfahrtreedereien täten dies an Bord. „Richtig ist, dass wir auf das konkrete Vorgehen der Reedereien ohne Einfluss sind“, so Meyer. Im vorliegenden Fall ging es um Costa. Die Reederei habe das automatische Abbuchen von Trinkgeldern bereits im März aufgegeben. „Wir wären selbst sehr erfreut, wenn auch andere Reedereien auf diese Verfahrensweise verzichten würden.“

In dem Urteil des Landgerichts Koblenz sei es auch gar nicht um die Trinkgelder an sich gegangen, sondern nur um die Ausschreibung des Sachverhalts bei Berge und Meer. Dort hieß es: „Trinkgeldempfehlung (Sie sind sicher gerne bereit, die Leistung der Servicecrew durch Trinkgeld zu honorieren.) Hierfür wird von Ihrem Bordkonto ein Betrag i.H.v. 10,- pro Person/Nacht gebucht, die Sie an der Rezeption kürzen, streichen oder erhöhen können.“ Dieser Passus wurde von den Richtern kassiert und für rechtswidrig erklärt. „Über die Rechtmäßigkeit der Trinkgelder als solcher hat das Gericht nicht entschieden“, so Meyer.

Hier geht es zum Wortlaut des Urteils.

14. Dezember 2017 – 18:07

Das verspricht jedenfalls der vorläufige Niki-Insolvenzverwalter Lucas Flöther. Fast alle Flugreisenden würden den gezahlten Flugpreis zurückerhalten oder umgebucht, so Flöther am. Kunden, die seit dem Insolvenzantrag der Niki-Muttergesellschaft Airberlin Mitte August Flüge direkt bei der österreichischen Airline gebucht haben, sollen demnach den Reisepreis voll erstattet bekommen. Dies betreffe etwa 200.000 Tickets für Reisen bis Ende Oktober 2018. Die Rückzahlungen seien möglich, weil die Ticketeinnahmen nach der Air-Berlin-Insolvenz auf ein Treudhandkonto eingezahlt wurden, erläutert Flöther. Hinzu kommen 210.000 über Reiseveranstalter und Reisebüros gebuchte Tickets, bei denen die Veranstalter für Ersatz sorgen müssen.

Für rund 15.500 Passagiere, die ihren Flug direkt bei Niki gebucht haben und sich in ihrem Urlaubsort im Ausland befinden, wollen mehrere Fluggesellschaften zusätzliche Kapazitäten schaffen. Kunden erhalten nach Aussage des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) "kurzfristig Sonderkonditionen für noch verfügbare Sitzplätze" auf Rückflügen. Weitere 210.000 Niki-Tickets für Reisen bis Oktober 2018 wurden über Reiseveranstalter gebucht. Diese Tickets müssen die jeweiligen Veranstalter umbuchen. Ob auch sie von Niki möglicherweise bereits erfolgte Anzahlungen zurückerhalten, dazu äußerte sich der Insolvenzverwalter nicht.

Unterdessen arbeiten die Veranstalter daran, Beförderungsmöglichkeiten für Gäste, die sich in den Urlaubszielen befinden und mit Niki geflogen sind, bereitzustellen. Auch sie greifen dabei auf zusätzliche Kapazitäten der am Rückholprogramm beteiligten Airlines Condor, Eurowings, Germania, Tuifly, die Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss zu. Thomas Cook spricht in diesem Zusammenhang von einem „alternativen Flugplan“, Tui erklärt, man habe zusätzliche Tuifly-Flüge aufgelegt und sich weitere Kapazitäten am Markt gesichert, um kurzfristig anstehende Flüge zu gewährleisten. "Unseren Kunden können wir versichern, dass wir alles Notwendige tun, um ihren Flug sicherzustellen. Niemand muss sich Sorgen machen, dass er nicht in den Urlaub fliegen kann oder im Reiseziel festsitzt“, sagt Touristikchef Stefan Baumert. Von FTI heißt es, bereits seit einiger Zeit habe man Niki-Flüge aus den Systemen genommen. Betroffene Gäste würden "nach Möglichkeit proaktiv auf Alternativflüge umgebucht“. Für Reisen beispielsweise nach Ägypten stünden ausreichend alternative Flugkapazitäten zur Verfügung.

 

14. Dezember 2017 – 17:15
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Damit zieht der scheidende Vizepräsident und Tourismusminister die Konsequenz aus den Angriffen aufgrund einer fünftägigen, vom spanischen Tourismuskonzern Globalia finanzierten Privatreise in die Dominikanische Republik. Der Rücktritt sei das Beste "für das politische Projekt, für die Partei und das Image der Landesregierung", wird der Politiker der linksökologischen Regionalpartei Més per Mallorca von der "Mallorca Zeitung" zitiert. Biel Barceló selbst ist nach Berichten spanischer Medien nach wie vor der Überzeugung, dass sein fremdfinanzierter Karibiktrip in Ordnung war. Es habe keinerlei Vorzugsbehandlung für ein Touristikunternehmen durch sein Ministerium gegeben, versicherte er.

 

14. Dezember 2017 – 13:52
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Noch in dieser Woche könnten Russland und Ägypten die Wiederaufnahme von Flügen zwischen beiden Ländern vereinbaren. Das berichten ägyptische Medien unter Berufung auf russische Quellen. Sämtliche Flugverbindungen zwischen beiden Ländern waren nach dem Absturz einer russischen Passagiermaschine über dem Sinai, bei dem alle 224 Insassen ums Leben kamen, gestoppt worden. Nun stehen die Zeichen offenbar auf Entspannung. Bereits am Freitag wolle der ägyptische Luftfahrtminister zum russischen Transportminister fliegen, um den Deal zu unterzeichnen. Anfang der Woche hatten sich bereits der russische Präsident Vladimir Putin und Ägyptens Präsident Abdel-Fattah El-Sisi in Kairo getroffen, um ein Abkommen für den Bau eines Atomkraftwerkes zu unterzeichnen. Bei dem Treffen soll auch das Thema Flugverbindungen auf der Agenda gestanden haben.

Für Ägypten, aber auch für die deutsche Touristik dürfte die Rückkehr russischer Gäste in die Ziele am Roten Meer spürbare Auswirkungen haben. Denn bis Putin die Flugverbindungen plötzlich stoppen ließ, waren die Russen die größte Touristengruppe im Land. Dass die Preise für Ägypten-Reisen für den kommenden Winter nach wie vor extrem günstig sind, obwohl der deutsche Quellmarkt in den Badezielen bereits wieder kräftig zugelegt hat, liegt nicht zuletzt am Fernbleiben der Russen. Als Zeitpunkt für die Wiederaufnahme der Flüge ist offenbar Februar im Gespräch. Da die Verträge der deutschen Veranstalter für den Sommer bereits seit längerem unter Dach und Fach sind, wird sich der Preiseffekt im Sommer in Grenzen halten. Spätestens zum Winter 2018/19 könnten die Preise aber wieder spürbar steigen, sofern die Lage in Sachen Sicherheit in den Urlaubszielen stabil bleibt.

Christian Schmicke

14. Dezember 2017 – 10:40

Lucas Flöther, den das zuständige Insolvenzgericht zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt hat, erklärte, dass in den nächsten 14 Tagen knapp 40.000 Passagiere ihren Heimflug mit Niki geplant hätten. Davon haben nach Aussage des Insolvenzexperten, der auch für das Mutterunternehmen Airberlin zuständig ist, rund 15.500 auf eigene Faust gebucht und etwa 25.500 über Reiseveranstalter.