23. Juni 2017 – 15:55
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Thomas-Cook-Agenturen haben ab November die Chance auf höhere Provisionen. Im neuen Vergütungsmodell für Reisebüros zählt Öger Tours bei der Berechnung des Gesamtumsatzes für die Provisionsstaffel mit. Allerdings fallen dafür die bisher angerechneten Aldiana-Buchungen weg. Öger gleiche dies aber mehr als aus, sagt Cook-Vertriebschef Carsten Seeliger, denn der Öger-Umsatz in den Reisebüros sei etwa doppelt so hoch wie der von Aldiana. Konkrete Zahlen nennt Seeliger aber nicht.

„Die Integration von Öger Tours in das Vergütungsmodell macht es den Reisebüros einfacher, den Einstiegsumsatz von zehn Prozent zu erreichen und bietet ihnen damit bessere Provisionschancen“, sagt Seeliger. Die Einbeziehung von Öger Tours in das Provisionsmodell gehe auf Anregungen aus dem Vertrieb zurück. Reisebüros hätten nicht verstanden, warum dies nicht längst passiert sei. „Ihr gehört doch zusammen“, mussten sich die Cook-Außendienstler immer wieder anhören, wenn sie bei Fragen zu Öger den Kopf schütteln mussten.

Zusätzlich senkt Öger Tours die Schwelle, ab der es zehn Prozent Provision gibt, von 35.000 auf 20.000 Euro. Dies komme insbesondere kleineren Reisebüros entgegen, sagt Öger-Geschäftsführerin Songül Göktas-Rosati. Größeren Öger-Agenturen macht sie das Vertriebsmodell mit einem Bonus bis zu zwei Prozent schmackhaft. Buchungen für die Cook-Hotelmarken Sentido, Smartline, Sun Connect, Sunwing und Casa Cook werden künftig auch bei Öger mit einem halben Prozent Zusatzprovision belohnt, bisher nur bei Cook mit 0,3 Prozent.

Anders als zuletzt gilt das neue Cook-Provisionsmodell wieder nur ein Jahr. Man sei jedoch der erste große Veranstalter, der seine Vergütung veröffentliche und damit Planungssicherheit für Reisebüros biete. Das Signal der laufenden Vergütung für zwei Jahre sei im Vertrieb angekommen, so Seeliger: „Wir sind Partner der Reisebüros und ändern uns.“ Das habe Thomas Cook mit dem größten Provisionsinvestment der letzten zehn Jahre eingehalten. „Jetzt legen wir noch einen drauf“, so Seeliger. Er beziffert die Öger-Integration und neuen Incentives auf eine siebenstellige Summe.

22. Juni 2017 – 18:39

Deutsche Urlauber fühlen sich in ihren Ferien mit 57 Prozent vom Terrorismus kaum stärker bedroht als der Bevölkerungsdurchschnitt mit 55 Prozent. Einen Unterschied gibt es allerdings zwischen Reisenden im In- und Ausland. Wer ausschließlich international unterwegs ist, sorgt sich mehr; hier sind es knapp 63 Prozent.

Eine Zielgruppenanalyse der GfK bringt zudem an den Tag, dass Kreuzfahrer deutlich mehr über Sicherheit nachdenken. Von ihnen sehen 72 Prozent den Terrorismus als großen Herausforderung. Möglicherweise ist die Entscheidung für eine Kreuzfahrt auch von der subjektiven Bedrohungslage abhängig. Und diese ist in den Augen der Urlauber auf einem Kreuzfahrschiff offenbar weniger groß als in einer Unterkunft an Land.

Denn Urlauber in Hotels mit drei, vier oder fünf Sternen machen sich zwischen 54 und 61 Prozent Gedanken um Terrorismus. Die Gäste in einfacheren Unterkünften mit einen oder zwei Sternen sorgen sich eher weniger um den Terror, denn nur 41 Prozent dieser Urlaubsgruppe sehen darin eine Bedrohung.

21. Juni 2017 – 17:22
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Die heute vorgestellte VDR-Geschäftsreiseanalyse 2016 ist für Reisebüros und Travel Management Companies (TMCs) wenig schmeichelhaft. 58 Prozent der Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern pfeifen auf die Dienste eines Reisebüros. Bei größeren Firmen ist die Abkehr vom Reisebüro noch dramatischer. Vor zehn Jahren waren Reisebüros bei Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern gut im Geschäft, nur 14 Prozent organisierten ihre Dienstreisen ohne professionelle Hilfe. Jetzt sind es 44 Prozent.

Am Vergütungsmodell der Reisebüro hat sich hingegen wenig geändert. Am stärksten ist die Transaction Fee verbreitet, die Pro Vorgang oder Ticket fällig wird. Die Management Fee für die Organisation von Geschäftsreisen hat sich bei weniger als zehn Prozent der Unternehmen durchgesetzt. Bei den Kriterien für die Zusammenarbeit mit einem Reisebüro ist Unternehmen die Erreichbarkeit von kompetenten Ansprechpartnern mit 79 Prozent am wichtigsten. Es folgen individueller Service (73%) und nachgewiesene Kosteneinsparungen (72%).

Für die Geschäftsreiseanalyse 2016 hat der Verband VDR von Januar bis März 800 Interviews geführt. Die ergaben, dass die deutsche Wirtschaft so viel unterwegs ist wie noch nie. 11,3 Millionen Geschäftsreisende (plus 2,3%) unternahmen 183,4 Millionen Business-Trips. Sie gaben dafür 51,6 Milliarden Euro aus, was 1,6 Prozent über dem Vorjahr lag.

21. Juni 2017 – 16:36

Die Linke in Hamburg will Kreuzfahrer zur Kasse bitten. "Kreuzfahrtanbieter werben mit dem Hamburger Kulturangebot, das ohne Zweifel Reisen hierher attraktiv macht. Da ist es völlig unverständlich, dass sie sich nicht wie andere Betriebe auch an den Kosten dieses Kulturangebots beteiligen", sagt Norbert Hackbusch von der Linken-Fraktion der Hamburger Bürgerschaft. Hamburg verzichte auf Einnahmen von mindestens 300.000 Euro im Jahr.

Übernachtungen an Bord seien genauso wie die an Land zu sehen. "Es ist unverantwortlich und nicht nachvollziehbar, dass der Senat auf die Einnahmen durch die Kreuzfahrtschiffe verzichtet", schimpft Hackbusch. Damit subventioniere die Stadt nach der Absenkung der Passenger Fee von 9,25 auf 6,60 Euro ein weiteres Mal die Kreuzfahrtindustrie.

20. Juni 2017 – 13:25
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Den meisten Kreuzfahrtkunden ist es offenbar herzlich egal, wie viele Schadstoffe ihr Schiff in die Luft bläst. Dies sagen zumindest 165 Reisebüros, die an einer Umfrage für das Reise vor9 Magazin teilgenommen haben. Auf die Frage „Interessieren sich Ihre Kunden für Umweltschutz auf Kreuzfahrtschiffen?“ sagten fast 60 Prozent „selten“ oder „gar nicht“. Nur 16 Prozent antworteten mit „manchmal“, gerademal 4 Prozent mit „ja, auf jeden Fall“.

Bei 85 Prozent der Counterprofis spielt der Umweltschutz bei der Beratung keine Rolle. „Man ist selbst hin- und hergerissen und froh, wenn das Thema nicht zur Sprache kommt, weil man dieses Produkt nicht reinen Gewissens verkaufen kann“, so der Kommentar eines Reisebüros. „Fürchterliche Entwicklung, Hauptsache der Preis stimmt“, meint ein anderes. „Warum soll ich dem Kunden etwas schlecht reden?“, fragt ein weiterer Reiseverkäufer.

Viele Reisebüros beschäftigen sich nach eigenen Angaben dennoch auch mit den Schattenseiten der Kreuzfahrt. Und sie fühlen sich von den Reedereien darüber nicht ausreichend aufgeklärt. Zwei Drittel hätten gerne zusätzlich Informationen.

Mehr über die Vorwürfe von Naturschützern gegen Kreuzfahrten und das Umwelt-Engagement der Reedereien in der aktuellen Ausgabe von Reise vor9 Magazin.

20. Juni 2017 – 08:44

Der schwedische Flugportalbetreiber Etraveli, den die Pro-Sieben-Gruppe erst im November 2015 übernommen hatte, geht für 508 Millionen Euro an das international tätige Investmentunternehmen CVC. Damit streicht Pro Sieben einen fetten Gewinn ein, denn der Kaufpreis wurde seinerzeit mit 235 Millionen Euro beziffert. Etraveli verkauft Flugtickets in 50 Ländern. Zu den Marken gehören Gotogate, Supersaver und Seat24.

Interessant ist nun, was aus den verbleibenden Reisebeteiligungen der Pro-Sieben-Gruppe wird. Unter anderem gehören das Online-Reisebüro Weg.de, der Veranstalter Tropo und Billiger-Mietwagen zum Portfolio. Wie es mit der Travel-Sparte weitergeht, lässt Pro Sieben vorerst offen.

Der "Review-Prozess" des Reisegeschäfts werde fortgesetzt. "Details zur Anpassung wird die ProSiebenSat.1 Group – auch unter Berücksichtigung des Fortgangs des strategischen Reviews für das verbleibende Online-Reisegeschäft und gegebenenfalls bis dahin erfolgter Akquisitionen – auf ihrem Capital Markets Day (CMD) am 6. Dezember 2017 bekanntgeben", heißt es dazu.

19. Juni 2017 – 15:48

Die rund 4.300 Mitarbeiter von Tui Deutschland erhalten rückwirkend mehr Geld. Zum Stichtag 1. April erhöht der Branchenprimus die Tarifgehälter um 1,5 Prozent. Am 1. Januar kommt dann noch einmal ein Aufschlag von 1,5 Prozent dazu. Eine Verrechnung mit übertariflichen Zulagen soll es nicht geben. Der neue Haustarifvertrag, den Tui mit der Gewerkschaft Verdi abgeschlossen hat, läuft bis 30. September 2018.

Die Tui-Azubis bekommen rückwirkend vom 1. Juni an 40 Euro mehr Monat. Am 1. Januar steigt die Ausbildungsvergütung um weitere 40 Euro.

Als weiteres Goodie gibt es für alle tariflich Beschäftigten ab 2018 einen zusätzlichen Urlaubstag. Die Mitarbeiter in den Reisebüros werden zudem wieder denen beim Veranstalter ein Stück gleichgestellt. Wenn sie an Weihnachten und Silvester nicht arbeiten, ergeben sich daraus keine Minusstunden mehr. Wenn sie arbeiten, werden entsprechende Plusstunden angerechnet.

19. Juni 2017 – 15:11

Der Wonnemonat Mai hat zwar dem Umsatz in deutschen Reisebüros gut getan, aber das ist ausschließlich den Frühbuchern zu verdanken. Die Schnäppchenjäger für den kommenden Winter waren unterwegs. Der Umsatz mit Abreise ab November stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 21 Prozent, so die Zahlen des GfK-Vertriebspanels. Jeder vierte gebuchte Euro im Mai war für den Winter.

Die von den Reiseveranstaltern herbeigesehnte Aufholjagd bei den Sommerbuchungen hat im Mai einen Dämpfer bekommen. Die Buchungseingänge lagen nur auf dem Niveau von 2016, das allerdings damals ein Minus von 16 Prozent auswies. Kumuliert steht der Sommer aktuell mit drei Prozent im Plus und hat damit das Minus von sieben Prozent vor einem Jahr noch nicht wieder wettgemacht.

Das GfK-Vertriebspanel basiert auf den Buchungsdaten von 1.500 Reisebüros. Die Stichprobe umfasst rund 340.000 Buchungssätze.

16. Juni 2017 – 18:44
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Ergebnisse ei­ner Ge­mein­schaftstu­die der Uni­ver­si­tä­ten von San­to Do­min­go und Pu­er­to Ri­co über den Zu­stand der do­mi­ni­ka­ni­schen Ostküs­te lassen nach Informationen des "Dom-Rep-Magazins" Rückschlüs­se auf die Ursachen der Ero­sion, von der die Strände betroffen sind, zu. Nicht et­wa star­ker Wel­len­gang durch vor­bei zie­hen­de Hur­ri­ka­ne ver­ur­sa­che das Abtra­gen der Strän­de, son­dern durch den Kli­ma­wan­del be­ding­te Kaltfron­ten, heißt es. Da­von gebe es jedes Jahr meh­re­re, zitiert das Blatt den Kli­ma-Exper­ten Ra­fael Men­dez-Te­je­da von der Uni­ver­si­tät Pu­er­to Ri­co. Die Kaltfron­ten drü­ckten kal­te Luft auf die Was­se­ro­ber­flä­che und ver­ur­sa­chten so den Wel­len­gang. Un­ter­sucht wur­den rund 40 Ki­lo­me­ter Küs­te zwi­schen Uve­ro Alto und Jua­nil­lo. Die Re­vi­sion al­ter Fo­tos der Strän­de zwi­schen 1958 und 2016 habe be­stä­ti­gt, dass die be­lieb­ten wei­ßen Sand­strän­de lang­sam ver­sch­win­den. Dar­über hin­aus steigt der Meer­esspie­gel in der Ka­ri­bik jähr­lich zwi­schen 12 und 15 Millimeter. Zur Ret­tung der Strän­de müs­se vor al­lem auch die Be­bauung festen Regeln unterworfen wer­den. Wenn fes­te Ge­bäu­de und Mau­ern zu dicht am Ufer stünden, kön­ne der Sand nicht mehr dorthin zu­rück­flie­ßen.

16. Juni 2017 – 12:55
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Die Turbulenzen bei Airberlin verursachen im stationären Vertrieb jede Menge zusätzliche Arbeit und erhöhen den Beratungsbedarf deutlich. Das ist das Ergebnis einer exklusiven Umfrage für Gloobi, an der sich rund 200 Reisebüros beteiligten. Knapp die Hälfte der befragten Vertriebsprofis erklärt, die Flugausfälle und Verspätungen verursachten in ihrem Büro viel zusätzliche Arbeit. Bei einem weiteren Drittel fällt etwas mehr Arbeit an. 55 Prozent der Teilnehmer sagen, zahlreiche Kunden seien verunsichert, 31 Prozent geben an, dass lediglich einige Kunden Anzeichen von Verunsicherung zeigten.

Weniger Buchungen. Auch das Buchungsverhalten hat sich angesichts der Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Wochen verändert. 43 Prozent der Expedienten erklären, ihre Kunden buchten nun seltener Airberlin-Flüge. Bei 45 Prozent beschränken sich die Buchungen jetzt auf Pauschalreisen, bei denen die Kunden und ihr Geld besser abgesichert sind als bei Einzelplatzbuchungen.

Jeweils die Hälfte der Reiseprofis rät Kunden dazu, auf andere Airlines auszuweichen oder die Fluggesellschaft nur noch im Rahmen von Pauschalarrangements zu buchen. In Kommentaren geben viele Teilnehmer an, die buchten Airberlin nur noch, wenn es auf der jeweiligen Strecke keine Alternative dazu gebe. Nur elf Prozent sagen ihren Kunden, sie könnten Airberlin-Flüge weiterhin unbesorgt buchen.

Selbst ohne Einschränkungen mit der angeschlagenen Airline verreisen würden nur 16 Prozent der Befragten. 44 Prozent würden dies ausschließlich im Rahmen von Veranstalterpaketen tun und 34 Prozent ausschließlich kurzfristig.

Lange Wartezeiten bei der Hotline. In Kommentaren kritisieren die Reisebüros zudem lange Wartezeiten und mangelnde Kompetenz in den Servicezentren des Carriers. Ein Expedient berichtet von bis zu zwei Stunden in der Warteschleife. "Bei Verschiebungen und Ausfällen muss ich bei telefonischen Rückfragen mit einer Wartedauer in der Hotline von bis zu zwei Stunden rechnen, um dann am anderen Ende der Leitung einen Mitarbeiter anzutreffen, der ein unverständliches Deutsch spricht und dem ich darüber hinaus noch seinen Job erklären muss", klagt ein Reisebüromitarbeiter.

Christian Schmicke