25. August 2016 – 17:32
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Noch ein Branchenpromi, der sich von der DRV-Jahrestagung in Kusadasi verabschieden will: Walter Krombach, Chef der Willy-Scharnow-Stiftung und langjähriger Ameropa-Chef, plant, seine Teilnahme aus Angst vor Schikane wieder absagen. Seit Wochen kritisiert er öffentlich auf seiner Facebook-Seite Staatspräsident Erdogan und seine Politik. "Ich habe deshalb die Sorge, auf irgendeiner Verhaftungsliste zu stehen, die mir entweder die Einreise verwehrt oder mich an der Ausreise hindern könnte. Darauf habe ich keine Lust." Krombach war selbst Vorstandsmitglied des Deutschen Reiseverbandes.

Offenbar gibt es zunehmend Absagen für die Tagung Ende Oktober in Kusadasi. Zuletzt war die Rede von nur noch 300 Anmeldungen für die DRV-Jahrestagung, mit weiter rückläufiger Tendenz. Vergangenes Jahr flogen immerhin 800 Touristiker zu dem Event nach Lissabon. Der DRV will nächste Woche entscheiden, ob der Kongress in der Türkei stattfindet oder nicht. Alle Zeichen deuten aber darauf hin, dass die Tagung gekippt wird. Darauf warten auch einige angemeldete Teilnehmer, die nur deshalb noch nicht storniert haben, weil sie sonst Stornokosten zahlen müssten.

24. August 2016 – 16:55
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So viel Einigkeit herrscht selten: Gleich neun Verbände der Tourismusbranche haben gemeinsam einen Blauen Brief an Justizminister Heiko Maas geschrieben und darin den Referentenentwurf für die neue Pauschalreiserichtlinie zerrissen. "Der Entwurf ist geeignet Wirtschaftsgeschichte zu schreiben, weil er die Existenz unter anderem von Hotels und Pensionen, Ferienwohnungsvermietern, der Campingwirtschaft, Reisebüros und Reiseveranstaltern, Busunternehmen und regionalen und kommunalen Tourismusorganisationen gefährdet", formulieren die Organisationen.

Sollte das Gesetz in der jetzigen Fassung umgesetzt werden, führt es nach Ansicht der Tourismuswirtschaft "zu gehäuften Marktaustritten und so zu einer nachhaltigen Schädigung der in Europa einzigartigen und vielfältigen Angebotsstruktur". Die Verbände kritisieren zudem die "Fülle schwammiger und schlicht unverständlicher Vorschriften". Das Gesetz sei praxisuntauglich und werde zu wesentlichen Einschränkungen des touristischen Angebots in Deutschland führen.

Unter anderem fordern die Verbände "eine praxistaugliche Definition des Begriffes der Pauschalreise", die "Herausnahme von Einzelleistungen aus dem Referentenentwurf" und eine Definition der „verbundenen Reiseleistungen“, die sicherstellt, dass Vermittler verschiedener Reiseleistungen egal ob stationär oder online nicht selbst zum Reiseveranstalter werden.

Neben dem Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) haben folgende Organisationen unterschrieben: Allianz Selbständiger Reiseunternehmen (ASR), Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo), Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD), Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), Deutscher Reiseverband (DRV), Deutscher Tourismusverband (DTV), Hotelverband Deutschland (IHA) und Internationaler Bustouristik Verband (RDA). Ob Maas sich davon beeindrucken lässt, wird sich zeigen.

asr Allianz selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband, der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo), der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD), der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA), der Deutsche ReiseVerband (DRV), der Deutscher Tourismusverband (DTV), der Hotelverband Deutschland (IHA), der Internationale Bustouristik Verband (RDA)
23. August 2016 – 17:34
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Mit gleich vier Tools will die IT-Schmiede Ziel Reisebüros Arbeit abnehmen und deren Kundenservice verbessern. Dazu haben Chef Gerd Laatz und seine Programmierer den "Checker" entwickelt, den alle Agenturen bis zum Jahresende kostenlos probieren können, nicht nur die Anwender der Ziel-Backoffice-Software Synccess.

Emergency: Hilft bei Krisen, den Überblick zu behalten, welcher Kunde gerade wo ist oder bald fliegt. Dies können Reisebüros zu jedem Zielgebiet und Datum einfach abfragen und ihre Kunden kontaktieren. Die Reisedaten zieht sich der Checker aus den unterschiedlichen Reservierungssystemen, nachdem die Reisebüros den Zugriff erlaubt haben. Der Emergency Checker hilft auch, Umsatz zu sichern. Bieten Veranstalter etwa kostenlose Umbuchungen an, wie zum Beispiel nach dem Putschversuch in der Türkei, werden diese Option ebenfalls in der Liste angezeigt und die nächsten Schritte dokumentiert.

Optionen: Vergessene Optionsbuchungen kosten mitunter viel Geld, wenn Reisebüros deshalb Stornokosten zahlen müssen. Das Tool warnt rechtzeitig, zeigt an, was noch am jeweiligen Tag gebucht oder storniert werden muss. Auch hier laufen die Daten übergreifend aus verschiedenen Buchungssystemen in einer Liste zusammen.

Flugzeiten: Das Tool fragt automatisiert Flugzeiten in den Veranstalter- und Airline-Systemen ab. Reisebüros können ihre Kunden proaktiv informieren und dies auch dokumentieren. Außerdem zeigt der Flugzeiten Checker Verspätungen an, für die Kunden im Nachhinein eine Entschädigung zusteht. Auf Kundenwunsch kümmert sich Partner Passengers Friend dann um den Fall.

Multimedia: Damit fügt Ziel die Kommunikation eines Reisebüros wie News, Mails, Messenger und Social-Media-Posts auf einer Seite zusammen. Statt vieler Fenster und Log-ins müssen sie nur eins öffnen.

Alle vier Anwendungen gibt es ab sofort einzeln oder im Paket. "Der Checker ist ein eigenständiges Produkt", sagt Ziel-Geschäftsführer Laatz. "Wir automatisieren damit Dinge, die Reisebüros sonst auch machen könnten." Allerdings mit deutlich höherem Aufwand. "Wir wollen nun testen, wie der Checker in den Reisebüros ankommt und sind gespannt auf das Feedback." Deshalb hält er sich mit dem endgültigen Preis nach der Gratisphase auch noch zurück.

22. August 2016 – 15:47
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Beim Last-Minute-Marktführer L'tur kündigt sich das Ende einer Ära an. "Ich bin Aufsichtsratsvorsitzender und ich überlege mir, ob ich das noch weitermache", sagt Gründer Karlheinz Kögel im Exklusiv-Interview mit dem "Reise vor9 Magazin", das in der September-Ausgabe erschienen ist. Den Gedanken ans Aufhören habe er schon länger. Kögel wird im Dezember 70. Aber: "Es geht auch darum, wie sehr man sich da noch einbringen kann. Es ist viel fremdbestimmt."

Kögel hatte L'tur 1987 gegründet und damit eine neue Urlaubsform erfunden. 1997 stieg die TUI zunächst mit 25 Prozent ein, mittlerweile hält sie 80 Prozent. Die restlichen 20 Prozent gehören noch Kögel. Doch auch hier denkt er an den Ausstieg: "Wie ich schon sagte, man überlegt sich im Alter, ob man das weitermacht."

Sie kennen das "Reise vor9 Magazin" noch nicht? Hier gibt's Ihr persönliches Exemplar: www.reisevor9magazin.de

22. August 2016 – 14:53
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Ursprünglich hatte Norwegian Cruise Line im nächsten Jahr 19 Abfahrten mit der "Jade" von der Hansestadt vorgesehen. Jetzt sind nur noch sechs Kreuzfahrten ab Hamburg geplant. Grund für das Umrouten ist offenbar, dass die Hamburg-Törns bei Amerikanern nicht so gut ankommen, die immerhin die Hälfte der Kreuzfahrer stellen.

Man habe die Routen der Nachfrage angepasst und konzentriere sich nun auf jeweils nur einen Zustiegshafen. Ursprünglich waren Hamburg und Southampton geplant. Jetzt heißt es entweder oder. So lichtet die Norwegian Jade nun im nächsten Sommer öfter in Southampton die Anker. Acht Törns werden auf der britischen Insel Richtung Norden starten.

21. August 2016 – 11:48
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Der insolvente Portalbetreiber Unister wird wohl zerschlagen und in Einzelteilen verkauft. Zurzeit kristallisiere sich "ein so genannter Asset-Deal über das Kerngeschäft mit seinen bekanntesten Marken und Plattformen als wahrscheinlichste Lösung heraus", sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther. Bei einem Asset-Deal erwerben die Investoren die werthaltigen Assets frei von Altlasten.

"Das ist für die Erwerber attraktiv und ein entscheidender Unterschied zu den vorangegangenen Investorenprozessen bei Unister", sagt Flöther. Unister habe sich in der Vergangenheit selbst um Investoren bemüht, allerdings im Rahmen eines "Share-Deals", also einer Übernahme von Anteilen einschließlich Altlasten. "Dementsprechend waren die potenziellen Investoren sehr zurückhaltend", so Flöther.

"Das Interesse von Seiten der Investoren ist nach wie vor sehr hoch", betont Flöther in einer Pressemitteilung. Aktuell gebe es rund 20 Interessenten, die einen Kauf ernsthaft prüfen und Gespräche führen wollten. Einige dieser sogenannten "Management-Meetings" haben bereits stattgefunden. Im Anschluss an diese Gespräche sind die Investoren aufgefordert, verbindliche Angebote abzugeben.

 "Auffällig ist, dass viele Interessenten gut informiert sind und sehr zielgerichtet vorgehen", sagt Flöther. Bei den Interessenten handele es sich überwiegend um strategische Investoren aber auch um einige wenige Finanzinvestoren. Namen nannte er nicht. Bekannt ist aber, dass unter anderem Holidaycheck und ProSiebenSat1 Interesse haben.

21. August 2016 – 11:03
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Das für ungeborene Kinder gefährliche Zika-Virus macht sich in immer mehr Touristenzielen breit. Nachdem sich mindestens fünf Menschen am beliebten Touristenstrand South Beach in Miami infiziert hatten, gab die US-Gesundheitsbehörde CDC eine offizielle Warnung heraus. Schwangere sollten den Strand nicht besuchen und auch nicht das Künstlerviertel Wynwood. Drei der fünf Zika-Ekrankten sind Urlauber.

Auch das Auswärtige Amt empfiehlt Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, "von vermeidbaren Reisen in Zika-Virus-Ausbruchsgebiete abzusehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist". Die Behörde berichtet von rund 30 Zika-Fällen in Miami und Miami Beach.

Florida ist bislang der einzige US-Bundesstaat mit lokalen Infektionen. Stark betroffen ist die Karibik. Für Puerto Rico, das US-Territorium ist, meldet die CDC fast 8.000 Zika-Fälle. Das Virus hat sich über nahezu alle Länder in der Karibik und Lateinamerika ausgebreitet. Auch auf den Kapverden und in der Südsee werden Zika-Fälle gemeldet.

Das Zika-Virus kann zu Fehlbildungen bei ungeborenen Kindern führen. Mittlerweile ist auch nachgewiesen, dass sich Frauen beim Geschlechtsverkehr von infizierten Männern anstecken können. Die sollten deshalb nach Rückkehr aus einem betroffenen Gebiet mehrere Wochen Kondome benutzen, bis sicher ist, dass sie sich nicht infiziert haben.

18. August 2016 – 15:53
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Die Experten aus dem DER-Eigenvertrieb sollen passend zu ihren Zielgebietskenntnissen schon auf der Seite von DER.com mit der Hotelauswahl erscheinen. Das System zeigt jeweils drei Berater mit ihren Kontakt an, die sich in der Destination gut auskennen.

Allerdings werden nur ein Foto, E-Mail und Telefon als Kontakt angegeben. Reiseinteressenten müssen zum Hörer oder in die Tasten greifen. Ein Livechat ist nicht möglich. Die potenziellen Kunden wissen auch nicht, ob der Expedient zu diesem Zeitpunkt auch tatsächlich verfügbar ist.

DER Touristik will die sogenannte Expertenleiste jetzt drei Monate testen. Dafür wurden aus den 2.000 Reisebüromitarbeitern der Filialen jeweils drei für Mallorca, Teneriffa und Gran Canaria ausgeguckt und auf den Internet-Seiten platziert.

Die Expertenleiste hat Traveltainment für DER Touristik entwickelt. Nach dem Test soll die Booking Engine aus der Datenbank auch DER-Experten für andere Zielgebiete und Reisearten herausfiltern.

18. August 2016 – 13:58

Lucas Flöther, Insolvenzverwalter des Portalbetreibers, weist die Behauptungen der "Zeit" zurück, Unister stehe unter Einfluss rechtsextremer Kreise. Das Blatt hatte aus der Verbindung des Ex-Managers und Gesellschafters Daniel Kirchhof zu Rechtsextremisten gefolgert, Unister sei von Rechten unterwandert. "Meine Nachforschungen zu dieser Frage haben ergeben, dass nach vorliegenden Informationen bei Unister keine vorbestraften Menschen mit rechtsextremer Biografie als Berater und Teilhaber aktiv sind. Keiner der Gesellschafter von Unister war oder ist nach verbindlicher Auskunft des Unternehmens bisher vorbestraft oder durch rechtsextremes Gedankengut auffällig geworden", so Flöther in einem Statement.

Unister hat sich schon früh von rechtsradikalem Gedankengut distanziert. Das Unternehmen hatte im Frühjahr mit der bewusst im lokalen Umfeld von „Legida“ gestarteten Marketingaktion „Travel statt Trouble“ ein Zeichen für Toleranz und Völkerverständigung gesetzt. Unister beschäftigt Mitarbeiter aus mehr als 30 Nationen.

17. August 2016 – 14:20
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In Kalifornien breiten sich gewaltige Waldbrände zunehmend auf beliebten Touristenrouten aus. Zwischen Los Angeles und San Francisco sowie in Richtung Las Vegas gibt es derzeit gleich mehrere riesige Brandherde.

Nördlich von San Bernadino brennen 70 Quadratkilometer. Mehr als 80.000 Menschen werden evakuiert. Viele Straßen sind gesperrt, darunter sogar streckenweise der Interstate 15. Das ist die Hauptverbindung zwischen Los Angeles und Las Vegas. Dieses sogenannte "Bluecut Fire" breitet sich durch heftige Winde schnell weiter aus.

Im Monterey County nördlich der Hightway-1-Attraktion Big Sur sind fast 300 Quadratkilometer von Waldbränden betroffen. Über eine Evakuierung wird aktuell noch beraten. Die Flammen haben bereits 70 Häuser vernichtet, ein Mensch kam ums Leben. Ursache war laut Feuerwehr ein unerlaubtes Lagerfeuer. Weiter südlich lodern die Flammen im San Luis Obispo County. Dort brennen rund 25 Quadratkilometer Busch und Wald.

Die Brände bei Fresno dagegen sind weitgehend gelöscht oder unter Kontrolle. Dort brannten 25 Quadratkilometer nieder.

Über die aktuelle Lage der Waldbrände in Kalifornien informiert die Seite Cal Fire.