10. Dezember 2017 – 16:38
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Auslaufmodell Reisebüro? Von wegen! Der stationäre Vertrieb hat das Krisen-Geschäftsjahr 2015/16 insgesamt gut bewältigt. Das geht aus Zahlen des DRV-Reisebürobarometers 2016 hervor. Zwar sanken die Gesamtumsätze der Reisebüros in den meisten Größenklassen um Werte zwischen einem und knapp sechs Prozent, doch vielen Büros gelang es, daraus am Ende mehr Gewinn zu erwirtschaften als 2015. So entwickelte sich die Erlösrendite, also der Anteil des Gewinns an den Erlösen durch Provisionen und Serviceentgelte, vor allem bei kleineren Agenturen positiv. Reisebüros mit bis zu zwei Mitarbeitern konnten die Rendite im Vergleich zum Vorjahr von 8,4 auf 11,6 Prozent steigern, Büros mit zwei bis drei Mitarbeitern erreichten eine Verbesserung von 7,2 auf 7,5 Prozent und solche mit drei bis fünf Mitarbeitern verbesserten sich von 10,2 auf 10,7 Prozent. Bei den ganz großen Büros mit mehr als 20 Mitarbeitern blieb die Erlösrendite mit 13,1 Prozent auf stabil hohem Niveau. Dabei waren die Ergebnisse auch innerhalb der einzelnen Größenklassen durchaus heterogen. So lag der Bestwert für die Erlösrendite bei den Kleinbüros bei satten 18,5 Prozent. Eine noch höhere prozentuale Umsetzung der Erlöse in Gewinn erreichten nur die Top-Büros eines Unternehmens mit zehn bis 20 Mitarbeitern, die es auf 19,3 Prozent brachten.

 

09. Dezember 2017 – 08:24
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Nachdem im Zuge der Airberlin-Pleite frischer Wind in die Debatte um eine verpflichtende Insolvenzversicherung für die von Fluggesellschaften bei der Buchung eingenommenen Kundengelder gekommen war, beschäftigte das Thema auch den DRV im Rahmen seiner Jahrestagung in Ras Al Khaimah. Dabei wurde deutlich, dass die Positionen zu dem Thema innerhalb des Verbandes ziemlich heterogen sind. DRV-Präsident Norbert Fiebig erklärte, grundsätzlich sei eine Versicherungspflicht zwar wünschenswert, allerdings müsse diese „wettbewerbsneutral“ gestaltet werden. Der Einführung einer Versicherungspflicht auf nationaler, aber auch auf europäischer Ebene, erteilte er eine Absage. De facto wäre das Thema damit wohl vorerst vom Tisch. Denn dass sich die Fluggesellschaften in absehbarer Zeit weltweit auf eine verpflichtende Kundengeldabsicherung einigen können, erscheint unwahrscheinlich.

Reisebüros fordern verpflichtenden Schutz. Anders ist das Stimmungsbild im touristischen Vertrieb. Bereits im Rahmen einer Umfrage von Gloobi.de im September sprachen sich mehr als 85 Prozent der gut 650 Teilnehmer dafür aus, die Fluggesellschaften dazu zur Absicherung ihrer Einahmen verpflichten. Auch die in der Säule A des Verbandes organisierten mittelständischen Reisebüros unterstützen diese Forderung. DRV-Vizepräsident und Reisebüroinhaber Ralf Hieke unterstreicht, dass er eine Lösung auf europäischer Ebene für sinnvoll hält. Schließlich müssten auch Reisebüros für eine Iata-Lizenz umfangreiche Sicherheiten bieten. Daher sei es unverständlich, dass für die Airlines keine Verpflichtung zur Absicherung von Anzahlungen, die im Einzelplatzverkauf im Regelfall gleich bei der Buchung dem vollen Flugpreis entsprechen, bestehe.

Antragsentwurf scheitert. So einig sich die Reisebüros in diesem Punkt grundsätzlich sind: zu einem Antrag der Mittelständler an die Verbandsspitze, das Thema in ihre Agenda aufzunehmen, kam es nicht. Er scheiterte daran, dass ein Entwurf, den die Reisebürokooperation Deutscher Reisering, das Berliner Reisebüro Albatros Reisen und der Reisebüroinhaber Egon Dobat in den Ring geworfen hatten, die Insolverzversicherungspflicht mit anderen Forderungen, etwa zur Höhe der Anzahlungen oder zur Definition einer Flugbuchung als Reisevertrag, verknüpft sehen wollten. Gegen die Formulierung dieses Antragsbündels machten einige Vertreter der Säule der mittelständischen Reisebüros kartellrechtliche Bedenken geltend. Einigen konnte man sich lediglich darauf, das Thema als Arbeitsauftrag an die DRV-Führung weiterzuleiten.

Für den Fortgang der Debatte um eine Versicherungspflicht für Airlines insgesamt dürfte die Position des Verbandes dazu relativ unerheblich sein. Denn angesichts einer hohen sechsstelligen Zahl von Geschädigten im Zuge der Airberlin-Insolvenz ist der politische Handlungsdruck für die Bundesregierung und die EU derzeit hoch. Allerdings wäre es einigermaßen peinlich, wenn sich ausgerechnet der touristische Branchenverband in dieser Hinsicht nicht auf eine gemeinsame Sprache im Umgang mit dem Thema einigen könnte. Das größte Hindernis stellen sich in diesem Zusammenhang die Fluggesellschaften dar. Denn  sie sind geschlossen gegen eine Versicherungspflicht.

Christan Schmicke

 

08. Dezember 2017 – 07:00
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Carol Shaugnessys Augen leuchten, wenn sie darüber spricht. Dabei liegt der große Coup, den sich Key West leistete, schon 35 Jahre zurück. Damals erklärte Key West, die südlichste Stadt der Vereinigten Staaten am westlichen Ende der Florida Keys, die Unabhängigkeit von den USA.

Wie es dazu kam, das sagt einiges über die 26.000-Einwohner-Gemeinde, die geografisch näher an Kuba als an Floridas Metropole Miami liegt. Damals, 1982, errichteten die US-amerikanischen Grenzbehörden eine Kontrollstelle am Highway Nr. 1, um nach Drogen und illegalen Einwanderern zu suchen. Die Fahrzeugkontrollen führten zu kilometerlangen Staus auf dem Weg von Key West zum Festland. Gäste stornierten daraufhin ihre geplanten Reisen, der Tourismus litt, die Bewohner fühlten sich drangsaliert.

Der Coup. Die Stadtregierung von Key West forderte die sofortige Entfernung der Kontrollstelle. Nachdem zunächst nichts geschah und eine entsprechende Klage scheiterte, reichte es den Verantwortlichen, die entdeckt hatten, dass feste Kontrollstellen nur an den Außengrenzen der USA rechtens waren. Am 23. April riefen sie die Unabhängigkeit der Florida Keys von den Vereinigten Staaten aus. Anschließend erklärten sie den USA, mit trockenen Brotstangen bewaffnet, den Krieg. Innerhalb von 60 Sekunden kapitulierten die Insulaner bedingungslos und forderten eine Milliarde US-Dollar finanzielle Wiederaufbauhilfe. Auf das Geld warten sie heute noch, doch die verhasste Kontrollstelle verschwand.

Der nächste Streich. Die Ausrufung der "Conch Republic“, deren Flagge die Fechterschnecke,  englisch Conch, ziert, sollte nicht der letzte Streich der Bürger von Key West bleiben. 2006 feierten sie einen weiteren Sieg über die US-Regierung. Diese hatte kubanischen Flüchtlingen, die auf den maroden Einzelteilen der alten Eisenbahnbrücke nach Key West  gelandet waren, mit der Begründung die Einreise verweigert, das Bauwerk sei nicht mit dem Festland verbunden und daher nicht Teil der USA. Nur wer seinen Fuß bereits an Land gesetzt hat, wird von den Vereinigten Staaten nicht zurückgeschickt.

Daraufhin kaperten die Conchs, bewaffnet mit Piratenhüten, bunten Fähnchen und den bereits bekannten trockenen Brotstangen die marode Brücke und beanspruchten sie für sich. Wiederum mit Erfolg. Nachdem die Besatzungstruppen der Spaßnation dort gelandet waren, nahmen die USA ihre Entscheidung  tatsächlich zurück.

Das Selbstverständnis. Carol Shaugnessy, die das Tourismusmarketing von Key West und den Florida Keys betreut, muss nicht viel mehr erzählen als das, um ihren Besuchern zu verdeutlichen, dass in Key West so manches anders läuft als sonstwo auf der Welt. Das drückt sich nicht nur in einem hohen Anteil von Schwulen und Lesben und einer großen Beliebtheit der Insel als Reiseziel bei diesen Bevölkerungsgruppen aus. Die Stadt, die sich nie als faktisches  Staatsgebilde sah, sondern als "state of mind“ – Geisteshaltung – gilt als Sehnsuchtsort für Exzentriker  und will für Freiheitsliebe und Toleranz stehen. Das war schon in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts so, als der Schriftsteller Ernest Hemingway hier lebte, dessen früheres Wohnhaus ihm heute als Museum gewidmet ist.  

Dass sich Key West  von Hurrikan "Irma“, der die Florida Keys im September heimsuchte, deutlich schneller erholte als erwartet, liege am starken Gemeinsinn, der hier herrsche, sagt Shaugnessy, die seit 35 Jahren auf den Florida Keys lebt. "Wir sind es nicht gewohnt, auf staatliche Hilfe zu warten, sondern hier steht jeder für sich und für den anderen ein“, sagt sie mit dem Brustton der Überzeugung.

Die Highlights. Alljährlich um den 23. April wird die Unabhängigkeit der Conch Republic ausgiebig gefeiert. Zu den Höhepunkten gehört das traditionelle Rennen der „drag queens“, die in Highheels und Abendkleid um die Wette stöckeln, und eine ebenso große wie schräge Parade. Aber auch außerhalb der Festtage ist der Ort, dessen hübsche hölzerne Häuser von breiten Veranden umsäumt werden, einen Besuch wert. Wer will, kann sich günstig im Hop-on-hop-off-Trolley durch die Stadt kutschieren lassen. Wirklich große Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht – mit seinen schrägen Typen ist Key West selbst die Attraktion. Man lässt sich durch die Straßen treiben, genießt den Trubel am Mallory Square oder in den Bars der Duval Street, unternimmt auf einem der zahlreichen Katamarane eine von karibischen Klängen untermalte Tour in den Sonnenuntergang. Und wer ein Stückchen des anarchischen Eilands mit nach Hause nehmen will, kann sich vor Ort oder online einen "echten" Conch-Pass bestellen. Der gilt zwar eigentlich nirgends, soll aber Gerüchten zufolge schon an so manchem Grenzübergang ohne Probleme abgestempelt worden sein.

Christian Schmicke

 

08. Dezember 2017 – 07:00
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Verbandschef Norbert Fiebig bekräftigte in seiner Grundsatzrede bei der Jahrestagung des Verbandes in Ras Al Khaimah erneut den Eindruck, dass der Stellenwert der Touristik in der Bundespolitik nicht angemessen gespiegelt werde. Diese Klage hat bei touristischen Verbandstagungen seit langem Tradition. "Messen Sie dem Tourismus mehr Bedeutung bei“, appellierte Fiebig nun in Richtung Berlin. Die Branche wolle zwar "kein eigenes Ministerium". Aber eine neue Bundesregierung solle einen Beauftragten ernennen, "der sich ausschließlich um diese wichtige Industrie mit ihren 2,9 Millionen Beschäftigten kümmert – und das bitte mit einem angemessenen Unterbau im Ministerium".

Inhaltlich ging Fiebig in seiner Rede unter anderem auf die gewerbesteuerliche Hinzurechnung von Übernachtungsleistungen ("Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um diesen Unsinn zu stoppen!"), das Pauschalreiserecht ("Helfen Sie den kleinen Reisebüros und Reiseveranstaltern, wenn die Regelungen doch zu besonderen Härten führen sollten."), Verbraucherschutgesetze ("Wo Verbraucherschutz draufsteht, ist manchmal Unfug drin!") und die Luftverkehrssteuer ("Dieses Instrument funktioniert nicht.") ein. Nur wenn diese Themen im Sinne der Branche angemessen gelöst würden, könne der Strukturwandel der Branche im Zeichen eines "äußerst scharfen Wettbewerbs und massiver Belastungen, die manchen Marktteilnehmer zum Teil auch finanziell überfordern“, erfolgreich bewältigt werden.

 

07. Dezember 2017 – 14:55
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Von der Wintersaison 2018/2019 vermarktet der Clubanbieter fünf seiner insgesamt 24 Anlagen ausschließlich an Erwachsene. Dann sollen der Club Arosa in der Schweiz, die Clubs Maldives auf den Malediven und Jandia Playa auf Fuerteventura, der Club Camyuva in der Türkei, der bereits jetzt erst ab 16 Jahren buchbar ist, und der neue Robinson auf den Kapverden, der im Herbst 2019 eröffnet, der Ausrichtung auf erwachsenes Publikum folgen.

 

07. Dezember 2017 – 13:50
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Anders als in den Vorjahren legt sich der DRV vor seiner Jahrestagung im Emirat Ras Al Khaimah noch nicht auf eine konkrete Prognose zur Geschäftsentwicklung im angelaufenen Geschäftsjahr 2016/127 fest. Grund dafür ist eine neue Datenbasis, die auf repräsentativen Umfragen der Marktforscher der GfK basiert. Die erste Hochrechnung sei zwar repräsentativ, sie umfasse aber noch nicht alle Segmente des Reisemarktes, da Kreuzfahrten sowie Buchungen über Call Center und bei kleineren Reiseveranstaltern noch nicht erfasst seien, so Verbandschef Norbert Fiebig.

Online-Vertrieb wächst überproportional. Auf dieser Basis prognostiziert der Verband lediglich ein Umsatzwachstum des Veranstaltermarktes, der insgesamt für etwa die Hälfte des Volumens des deutschen Reisemarktes im Umfang von rund 60 Milliarden Euro steht, um "mindestens zwei Prozent“. Vor allem angesichts des starken Wachstums bei Kreuzfahrten rechnet Fiebig insgesamt mit einem größeren Umsatzplus. Noch keine konkrete Aussage will er zu den Umsätzen des stationären Vertriebs wagen. Ihr Wachstum könnte sich ungefähr auf dem Niveau der Veranstalterzahlen bewegen, sagt er vorsichtig. Allerdings sei auch ein überproportionaler Anstieg der Online-Umsätze über OTAs und Veranstalterportale zu beobachten. Ihr Zuwachs liege bei zwölf Prozent.

Agypten vorn, Türkei leidet weiter. Unter den Zielgebieten sind gemessen an Besucherzugewinnen und -verlusten wenig überraschend Ägypten (+55%) und Griechenland (+30%) ganz vorn. Spanien legt auf hohem Niveau leicht zu, wobei die Veranstalterzahlen für die Balearen etwas rückläufig sind. Stark nachgelassen hat erneut die Nachfrage für die Türkei, womit sich für das Reiseland binnen zwei Jahren die Urlauberzahl aus Deutschland fast halbiert hat. Auch für die USA war die Nachfrage rückläufig. Ob das Minus von 17 Prozent eher der Währungsparität oder dem oft beschworenen Trump-Effekt zuzuschreiben ist, sei dahingestellt.

 

07. Dezember 2017 – 12:58

Und damit nicht genug: Reisebüros können ebenso weiterhin Reisebüros bleiben und müssen nicht zwangsläufig zu Travel Shops oder ähnlichem werden. Und auch für den Begriff des Veranstalters gilt: Den meisten Kunden ist er zwar egal, aber branchenintern ist er eben gelernt. Das jedenfalls legt das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage nahe, die der DRV mit dem Marktforschungsunternehmen You Gov unter 2.000 Befragten vorgenommen hat. Das Ergebnis: Fast zwei Drittel der Befragten finden den Begriff Pauschalreise nach wie vor zeitgemäß und passend. Darüber hinaus verbinde gut die Hälfte der Teilnehmer "korrekte Leistungen und Definitionen" mit dem Begriff, so Verbandschef Norbert Fiebig. Als Alternative komme nach Erkenntnissen der Befragung allenfalls der Begriff Paket-Reise in Betracht. Dieser werde insbesondere von den 35- bis 44-Jährigen favorisiert – aber selbst in dieser Altersgruppe werd die Bezeichnung Pauschalreise nach wie vor als zeitgemäß empfunden.

Das Ergebnis zeige, dass der Begriff Pauschalreise nach wie vor akzeptiert sei, fasst Werner Sülberg, DER-Touristik-Marktforscher und Vorsitzender des DRV-Ausschusses Marktforschung und Statistik, zusammen. Er werde verstanden und die Kunden seien sich der wesentlichen Bestandteile und Unterschiede bewusst. Dasmit liefere er "ein hohes Maß an Orientierung gibt“, so Sülberg weiter. Zu einer Änderung der Begrifflichkeit bestehe kein Anlass.

Ähnlich verhält es sich laut DRV mit den Bezeichnungen Reisebüro und Reiseveranstalter, die ebenfalls auf Alternativen und Assoziationen abgeklopft wurden. Für die Kunden besitze der Begriff Reiseveranstalter zwar nur relativ geringe Relevanz, in der B2B-Kommunikation sei er aber „etabliert und anerkannt“. Beim Reisebüro sei es ähnlich – allerdings verbinde die Kundschaft mit diesem Begriff  auch "hohes Vertrauen“. Professionelle Beratung von Mensch zu Mensch sei „der Mehrwert, den das Reisebüro liefert“, erklärt Sülberg.

 

05. Dezember 2017 – 18:05

Reisebüros können künftig die Raten des Expedia Affiliate Networks über Amadeus buchen. Rund 350.000 Unterkünfte gelangen auf diese Weise in den Datenpool. Die Buchungsdaten bis hin zur Rechnungsstellung werden automatisch übertragen. Bei einer Hotelbuchung legt Amadeus standardisiert einen PNR an. Die Hotelbuchungen können mit anderen Leistungen zusammengeführt werden. Sämtliche  Leistungen inklusive Flügen, Mietwagen und anderen können in einem Reiseplan zusammengefasst werden. Reiseverkäufer müssen die Buchungsdetails dabei nur einmal eingeben. Die Information gehe direkt in die Buchhaltung, und die Rechnung werde sofort an die Kunden ausgestellt, was den Abgleich der Provisionen erleichtere und schnelle Zahlungen sicherstelle, versichert Amadeus. Durch den vollständig automatisierten Prozess werde jede Buchung verfolgt und analysiert, so dass sich mittels Verkaufssteuerung die maximale Vergütung erzielen lasse.

 

05. Dezember 2017 – 17:45

Sven Schikarsky, seit Februar 2015 in Diensten des Unternehmens, scheide „im gegenseitigen Einvernehmen“ aus dem Unternehmen aus, teilt FTI mit. Er werde sich künftig einer neuen beruflichen Herausforderung stellen. Den Posten übernimmt interimsweise Schikarskys bisheriger Stellvertreter Stefan Gibfried. Gibfried arbeitet seit 1997 beim Münchner Touristikunternehmen. Der 45-Jährige kenne daher Unternehmen, Partner und Abläufe, meint FTI--Chef Dietmar Gunz.

Der Diplom-Betriebswirt und Reiseverkehrskaufmann Schikarsky startete seine Karriere bei Dertour, anschließend arbeitete er bei Arvato, und von 2007 bis 2011 war er in der Geschäftsführung von Luxair Tours für Einkauf und Produkt verantwortlich. 2011 startete er als Vorstand bei L‘tur, 2014 wechselte er als Geschäftsführer zur österreichischen Incoming-Agentur Travel Partner, für die er ein Deutschland-Büro in Heidelberg aufbaute.

 

04. Dezember 2017 – 16:37
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Man kann zu dem jüngsten der touristischen Verbände stehen, wie man will, eines muss man ihm lassen: Dem VUSR gelingt es, seine Fans zu aktivieren. Rund ein Drittel der Teilnehmer einer exklusiven Online-Umfrage für Gloobi.de gab sich als VUSR-Mitglied zu erkennen. DRV-Mitglieder hingegen machten nur ein Viertel der Teilnehmer aus, die Zahl der teilnehmenden ASR-Mitglieder lag bei unter zehn Prozent. 75 Prozent der Befragten wiesen sich als Vertreter des stationären Vertriebs aus.

Meinungen liegen weit auseinander. Wie aus zahlreichen schriftlichen Kommentaren deutlich wird, ist die Branche in Sachen Verbände stark polarisiert. Während aus den Reihen der DRV-Mitglieder viele Stimmen laut wurden, die den Branchenverband als einzige seriöse Vertretung gegenüber der Politik werten, halten nicht wenige Reisebüros den VUSR für die wahre Vertretung ihrer Interessen. Der Mittelstandsverband ASR, der lange versuchte dieses Thema zu besetzen, hat sich durch interne Querelen offenbar ins Abseits manövriert.

Mäßige Noten. Insgesamt geben die Umfrageteilnehmer dem DRV für seine Arbeit die Schulnote 4, während der ASR noch eine halbe Note schlechter abschneidet. Der VUSR erhält die Note 3. Immerhin: 60 Prozent der Befragten halten den DRV für sehr wichtig oder wichtig. Aber auch hier kann der VUSR, vermutlich dank der höheren Mitgliederzahl unter den Teilnehmern, stärker punkten. Zwei Drittel glauben, er sei für ihre Arbeit wichtig.

Reiserecht wichtigstes Thema. Vom DRV, der in diesen Tagen seine Jahrestagung im Emirat Ras Al Khaimah veranstaltet, wünschen sich 82 Prozent, dass er die Pauschalreiserichtlinie noch stärker in seinen Fokus rücken möge. 79 Prozent sähen ihn gerne stärker in der Marktforschung engagiert, 78 Prozent in der Nachwuchsförderung. Den VUSR wollen jeweils rund 60 Prozent stärker bei brancheninternen Konfliktthemen sowie in der Weiterbildung und Nachwuchsförderung aktiv sehen

Ambivalente Haltung. Aufschlussreich ist auch die Haltung der Touristiker zu einigen Aussagen in Sachen Verbandsarbeit. Denn einerseits trauen viele dem DRV nicht zu, dass er ihre Interessen zufriedenstellend vertritt. Andererseits sehen sie in miteinander konkurrierenden Verbänden aber auch ein Problem. So glauben gut drei Viertel, dass Reisebüros eine eigene Interessenvertretung außerhalb des DRV brauchen. Der These, dass ein einziger Verband sinnvoller, weil schlagkräftiger wäre, stimmt rund die Hälfte überwiegend zu, ebenso viele meinen, das Tauziehen unter den Verbänden schwäche die Branche. Dass Reisebüros ihre Interessen am besten im DRV durchsetzen können, glaubt gerade mal ein Viertel. Insgesamt herrscht gegenüber den Verbänden große Skepsis, dies verdeutlicht auch das folgende Ergebnis: Etwa zwei Drittel der Befragten stimmen der Aussage zu, dass die Verbandsspitzen nicht für ihre Mitglieder arbeiten, sondern eigene Interessen verfolgen. Einer prinzipiellen Absage an die Verbandsarbeit entspringt dieses Statement aber nicht. Denn 85 Prozent sind der Meinung: Wer erwartet, dass ein Verband seine Interessen vertritt, sollte sich dort auch engagieren.

Christian Schmicke