29. März 2017 – 16:06
diemer-patrickairplusvorsitzender-geschaeftsfuehrung

Die EU-Regulierung der Interbankenentgelte hat Airplus und seinen Geschäftskunden im vergangenen Jahr zu schaffen gemacht. Seither gibt es zwischen Corporate- und privaten Kreditkarten keinen Unterschied mehr. Zudem wurde der Aufschlag für die Händlergebühr auf 0,3 Prozent gedeckelt. Weil dies nicht reicht, um die Kosten für die Kreditkarten zu decken, mussten neue Zahlungsmodelle her. Das heißt: Für Unternehmen wurden Kreditkarten teurer.

Kreditkarten für Unternehmen teurer. Airplus hat nach der Regulierung eine neue Firmenkarte eingeführt. Für die "Travel Expense Card" müssen berechnet die Lufthansa-Tochter eine Transaktionsgebühr, die im Inland zwischen 1,09 und 1,19 Prozent liegt, im Ausland zwischen 1,5 und 1,95 Prozent. Die Travel Expense Card geben zwar die Unternehmen aus, abgebucht wird jedoch vom Privatkonto des Reisenden. Der lässt sich das Geld dann über die Reisekostenabrechnung von seinem Arbeitgeber erstatten. Die Travel Expense Card wird von rund einem Viertel der Unternehmen gewählt. Beim Rest haftet die Firma und es wird direkt vom Firmenkonto abgebucht.

Die höheren Kosten für Firmenkreditkarten haben in vielen Unternehmen allerdings dazu geführt, Karten ganz einzusparen. In Summe verlor Airplus durch die Umstellung jede fünfte Karte, insgesamt 125.000 Stück. Airplus kostete die Regulierung 12 Millionen Euro. Vor allem größere Firmen nehmen die höhere Transaktionsgebühren für die Travel Expense Card aber in Kauf, weil sie so ihre internen Prozesse nicht verändern müssen. Das käme für sie oft wesentlich teurer als der Aufschlag bei den Kreditkartenkosten. Weiter im Vormarsch sind virtuelle Kreditkarten. Die einmal gültigen Nummern haben um ein Drittel zugenommen.

Flugpreise gesunken. Trotz der schlechten Vorgaben durch die EU ist Airplus im vergangenen Jahr insgesamt gewachsen – im Ausland. Die Zahl der Firmenkunden stieg um fünf Prozent auf rund 49.000, die Zahl der Transaktionen um acht Prozent auf 154 Millionen. Beim abgerechneten Umsatz macht sich dies kaum bemerkbar, der stieg nur leicht auf 14 Milliarden Euro. Airplus-Chef Patrick Diemer erklärt dies vor allem mit gesunkenen Flugtarifen. Im ersten Halbjahr seien die Ticketpreise um sechs Prozent gefallen, danach aber stabil geblieben. Weil die Abrechnung von Flugscheinen 80 Prozent des Airplus-Geschäfts ausmache, schlage eine Preissenkung direkt durch.

Thomas Hartung

 

 

29. März 2017 – 12:48
brexitwikipedia

Nach Einschätzung von Carsten Spohr wird die EU im Zuge der Brexit-Verhandlungen eine harte Gangart gegenüber Großbritannien einschlagen. Das berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg". Spohr meint, Frankreichs Präsident Francois Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel würden im Zuge des Austritts Großbritanniens aus der EU keine Sonderregelungen für die Luftfahrtbranche zulassen. "Das wird nicht passieren, da bin ich mir recht sicher, nachdem was ich höre aus Paris, Berlin und Brüssel", so Spohr. "Brexit means Brexit".

Wie "Bloomberg" unter Berufung auf "informierte Kreise" mitteilt, vertritt auch das Verkehrsministerium die Auffassung, dass mit einem Brexit das Single-European-Sky-Abkommen mit den Briten neu verhandelt werden muss. Ein Vertreter des Verkehrsministeriums habe sich in einer internen Ausschusssitzung des Parlaments entsprechend geäußert. Auch nach Einschätzung des Bundesverbandes der deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL dürfte der Brexit zahlreiche Abkommen und Vereinbarungen mit den Briten im Luftverkehrsbereich aushebeln. Großbritannien werde aus dem Single European Sky genauso wie aus dem Open Sky herausfallen, da das Königreich "zwangsläufig" den liberalisierten EU-Luftverkehrbinnenmarkt verlasse, erklärt der Verband. Nicht mehr anwendbar seien auch bestehende Regelungen zur Betriebsgenehmigung, Passagierrechten, Emissionshandel und Luftsicherheit.

Die britischen Airlines plädierten zwar dafür, dass an den bestehenden Regelungen unverändert festgehalten werde, meint Spohr. Die Regierungen und auch die EU-Kommission würden bei dem Versuch, so zu tun, als "sei gar nix passiert", aber nicht mitmachen. "Man wird auch in Zukunft nonstop von London nach Frankfurt fliegen können". Dies sei aber voraussichtlich nur mit "Staffelungen und Übergangsperioden" möglich. Denn es werde für die Regierungen "unmöglich" sein, innerhalb der für den Brexit vorgesehenen Zeitspanne von zwei Jahren die dafür erforderlichen neuen bilateralen Abkommen zu schließen.

Fluggesellschaften aus Großbritannien hatten bereits in den vergangenen Wochen damit geliebäugelt, ihre Zentralen und auch die Mehrheit ihrer Aktienanteile in die EU zu verlagern, um beispielsweise die Berechtigung, zwischen europäischen Flughäfen zu verkehren, nicht zu verlieren.

29. März 2017 – 12:09
australienqueenslandwhitsundays

An der Ostküste Australiens haben nach dem Durchzug des Zyklons "Debbie", der Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern erreichte, die Aufräumarbeiten begonnen. Die touristische Infrastruktur sei offenbar weniger stark in Mitleidenschaft gezogen als zu erwarten gewesen sei, teilt die touristische Vertretung des Bundesstaates in Deutschland mit. Ersten Meldungen zufolge seien viele Unterkünfte in Queensland ohne große Schäden geblieben und könnten ihren Betrieb innerhalb der nächsten Tage bereits wieder aufnehmen.

Flüge zu den Whitsundays nach Proserpine (PPP) und Hamilton Island (HTI) sind für Mittwoch, Donnerstag und teilweise für Freitag gestrichen worden. Ab Freitag sollen die Verbindungen nach Proserpine wieder funktionieren. Flüge nach Hamilton Island sollen ab Sonntag wieder stattfinden. Die Airports in Townsville, Mackay und Emerald sind geöffnet.

Auf den am stärksten betroffenen Inseln der Region Whitsundays gibt es nach Auskunft der Behörden keine Verletzten. Urlauber, Gäste und Mitarbeiter von Hotels seien rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden, heißt es. Allerdings sei die Strom- und Wasserversorgung ausgefallen, Telefonleitungen unterbrochen, Bäume umgestürzt und einige Straßen vorübergehend wegen Überschwemmungen gesperrt worden.

Die Hotels auf Hamilton Island sollen ab Montag, 3. April, wieder geöffnet sein, das Inselresort One & Only Hayman Island ab Mittwoch, 5. April. Auch das bei deutschen Urlaubern beliebte Coral Sea Resort in Airlie Beach, dem Hauptort der Whitsundays, will ab Mitte nächster Woche wieder im Normalbetrieb arbeiten. Das Daydream Island Resort berichtet von Wasserschäden und Schäden am Dach des Spa-Gebäudes. Zudem sei der Bootsanlegesteg auf der Insel beschädigt worden, heißt es. Ausflüge zum Strand Whitehaven Beach und durch die Inselwelt der Whitsundays sollen ab Samstag dieser Woche wieder starten. Anbieter wie Ocean Rafting und Explore Whitsundays bestätigten dies, teilen die Queensland-Werber mit. Die Fährverbindungen von Cruise Whitsundays zwischen Airlie Beach und den einzelnen Inseln wie Hamilton Island sollen "schnellstmöglich" wieder aufgenommen werden.

28. März 2017 – 07:48

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde tobt der Wirbelsturm über die Küste des australischen Bundesstaates Queensland. Bevor der Sturm die Küste erreichte, traf er bereits mit voller Wucht die Whitsunday Islands, zu denen beliebte Urlauberziele wie Hamilton Island und Hayman Island gehören. Insgesamt mussten rund 25.000 Menschen ihre Häuser verlassen, 50.000 sind ohne Strom. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt. Die Polizei rechnet zudem mit starken Überflutungen. "Debbie" bewegt sich nun mit einer Geschwindigkeit von rund zehn Kilometern pro Stunde Westen in Richtung Festland. In Queensland wurden insgesamt 600 Kilometer entlang der Küste zum Gefahrengebiet erklärt. Schulen und Kindergärten blieben geschlossen, ebenso der Flughafen von Townsville und mehrere Häfen. Die Regierung schickte zudem rund 2.000 zusätzliche Helfer in die Region.

27. März 2017 – 14:26
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Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" erklärt Michael O’Leary, warum er während des gesamten Interviews kein einziges Mal seine Kunden beschimpft oder skurrile Vorschläge wie eine Toilettengebühr oder Sex-Suiten gegen Aufpreis gemacht hat. Das sei nie ernst gemeint gewesen, sagt er. Vielmehr habe es sich um ein Mittel gehandelt, um günstig in die Öffentlichkeit zu kommen. Jetzt wolle Ryanair "nett" zu den Kunden sein.

Gegen die Konkurrenz teilt O’Leary unterdessen unverdrossen weiter aus. In spätestens drei Jahren werde Lufthansa Airberlin gekauft haben, orakelt er. Einen Teil habe Lufthansa ja schon übernommen, obwohl die Airline behaupte, dass sie nur Flugzeuge und Personal gemietet habe. Das sei "Blödsinn" und die Ignoranz der Kartellbehörden zu diesem Thema ein "Skandal". Dies werde die Ticketpreise auf innerdeutschen Strecken um zehn bis 20 Prozent erhöhen und Airberlin bleibe "künstlich am Leben".

Außerdem unterstreicht der Ryanair-Chef seine Strategie bei der Auswahl von Flughäfen. Ryanair fliege nur, wo man Vergünstigungen erhalte: "Wenn wir keine Vergünstigungen erhalten, fliegen wir nicht", sagt er – weil es sich dann nicht lohne, "so günstige Tickets anzubieten". Dass sich Flughäfen wie München und Düsseldorf seiner Preisdrückerei verweigern, sieht der Ire als Folge des Drucks, den Lufthansa auf sie ausübe. 

Christian Schmicke

27. März 2017 – 13:32
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Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern und bis zu 240 Stundenkilometer starken Böen wird der Tropensturm "Debbie" in der in der Nacht zum Dienstag an der australischen Küste erwartet. Besonders heftig dürfte der Sturm nach Informationen des "Sydney Morning Herald" die Orte Ayr, Bowen, Airlie Beach und Townsville sowie die Insel Hamilton Island treffen. Rund 25.000 Menschen in tief liegenden Landstrichen der Region um die 170.000-Einwohner-Stadt Mackay wurden aus Sorge vor einer Sturmflut aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.

Gloobi.de hält Sie über die weiteren Entwicklungen auf dem laufenden.

27. März 2017 – 10:22
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Der 57-Jährige hängt zum Monatsende seinen Job als Chief Commercial Officer (CCO) an den Nagel. Horter scheide auf eigenen Wunsch aus, um mehr Zeit für Privates zu haben, heißt es aus dem Konzern. Demnach soll er einen Sitz im Aufsichtsrat erhalten. Neu besetzt wird Horters Stelle nicht. Vielmehr wird Touristikchef Marek Andryszak künftig auch die kommerzielle Verantwortung für die Tui-Aktivitäten in den deutschsprachigen Märkten tragen. Ähnlich wie beim Vorsitzenden der Geschäftsführung, Sebastian Ebel, bündelt der Konzern nun auch bei Andryszak eine immer größere Zahl von Führungspositionen. Ebel ist neben seiner Rolle bei Tui Deutschland auch Mitglied im Vorstand der Tui AG und leitet die Bereiche Hotels und Resorts sowie Destination Services. Andryszak kam erst Anfang des Jahres als Nachfolger von Oliver Dörschuck nach Hannover und führt in Personalunion auch die Geschäfte der Last-Minute-Tochter L’tur in Baden-Baden.

Mit Horters Abgang hat ein großer Teil der Hannoveraner Führungsriege, die die Aktivitäten des Konzerns in Deutschland in den vergangenen Jahren nach außen hin prägte, das Unternehmen verlassen. Neben Horter und Dörschuck schied auch Robinson-Chef Ingo Burmester aus, um zum Rivalen Thomas Cook zu gehen. Die bisherige Strategie-Chefin Stefanie Schulze zur Wiesch blieb dem Konzern zwar treu, wechselte aber im März zur Ferienhaus-Tochter Atraveo nach Düsseldorf.

Horter war insgesamt 27 Jahre für den Marktführer aktiv. Nach seinem Einstieg in die Touristik als Reiseleiter kam er 1990 zur Tui. Er leitete die Service AG in der Schweiz, verantwortete den zentralen Hoteleinkauf und führte die Geschäfte mehrerer Veranstaltermarken, darunter 1-2-Fly und Berge & Meer. Im Januar 2013 wurde er Geschäftsführer von Tui Deutschland und übernahm die CCO-Rolle.

26. März 2017 – 20:08
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Für die Kunden sei der stationäre Vertrieb nicht im Internet, sagt Birgit Aust, Geschäftsführerin der FTI-Reisebürokette TVG, kategorisch: "Sie suchen nicht nach der Website eines Reisebüros." Der Grund dafür liege vor allem in Versäumnissen der Vergangenheit. "Die Reisebüros haben sich lange erfolgreich dagegen gewehrt, das Internet auf ihre Agenda zu setzen." Das habe Spuren hinterlassen. Hinzu komme, dass der lange währende Streit zwischen Veranstaltern und Vertrieb um die Kundendaten gemeinsame Online-Aktivitäten verhindert habe. "Während wir darüber diskutiert haben, sind andere, die sich um brancheninterne Querelen nicht kümmern mussten, längst online mit unseren Kunden in Kontakt getreten", sagt Aust mit Blick auf die großen OTAs und Sharing-Plattformen.

Kontaktpunktoptimierung statt Buchungsmaschine. Vor diesem Hintergrund sei es sinnlos, den Reisebüros einfach Buchungsplattformen zur Verfügung zustellen, erklärt die TVG-Chefin. Vielmehr wolle die Kette die Büros dabei unterstützen, sich selbst und ihre Stärken online zu präsentieren. Um das wirksam voranzutreiben, sollen die TVG-Mitglieder ihre bestehenden Kundenkontakte intensiver nutzen. Teil der Aktivitäten ist ein Projekt, das intern unter dem Namen "Dreambox" läuft. Es umfasst eine individualisierte Kundenwebsite, die über eine Kundennummer freigeschaltet wird und auf der ein Kunde sein Reiseangebot, das er zuvor mit dem Reisebüro besprochen hat, aufrufen und buchen kann. Neben aktuellen Angeboten sind dort auch auch Infos zu früheren Reisen, die er über ein TVG-Büro gebucht hat, hinterlegt. Zudem eröffnet die Kundenwebsite dem Reisebüro die Möglichkeit, den Kunden im passenden Moment vor dem Reiseantritt über buchbare Zusatzleistungen wie Mietwagen, Sitzplatzreservierungen oder Bordmenüs zu informieren.

Datenqualität mit Optimierungsbedarf. Nicht zuletzt soll das Tool die Qualität der Kundendaten der TVG-Büros deutlich verbessern. Denn in diesem Bereich, so weiß Aust, hat ihre Kette noch Luft nach oben. Von 400.000 Kunden über deren Datensätze die Zentrale verfüge, liege zum Beispiel nur bei 150.000 eine Freigabe zum Versand von E-Mails vor. In den Datensätzen vieler Kunden, deren E-Mail-Adresse die Reisebürokette bereits habe, sei der erforderliche Haken für die Freigabe schlicht vergessen worden. Das soll sich ändern – auch mittels aktiver Werbung für die neue Kundenwebsite. Innerhalb von drei Jahren will die TVG die Zahl der Datensätze, die für Mailingaktiionen per E-Mail nutzbar sind, auf mindestens 500.000 steigen. Zudem plant die Zentrale, von Juli an neue Filterfunktionen einzuführen, mit deren Hilfe die Kunden stärker individualisierte Angebote erhalten können. "Das Gießkannenprinzip, bei dem jeder Kunde wahllos jedes Angebot erhält, hat ausgedient," sagt die Chefin der FTI-Reisebüroorganisation.

Starke Zahlen im neuen Geschäftsjahr. Bei allem Nachholbedarf in Sachen Internet und Kundendatenqualität hat die Reisebürokette in jüngster Zeit offenbar vieles richtig gemacht. So liegt sie im laufenden Geschäftsjahr bei sieben ihrer zehn größten Veranstalterpartner deutlich zweistellig im Plus, wie Aust auf der TVG-Jahrestagung in Prag am vergangenen  Wochenende berichtete. Bei den Veranstaltermarken der Mutter FTI sind es aktuell sogar 20 Prozent. Dabei hätten sich besonders die Büros positiv entwickelt, die in ihre Austattung moderne Features wie die Bildschirm-Stelen und -Produktwände, die die Kette ihren Franchise-Nehmern anbietet, integriert hätten, berichtet die TVG-Chefin. Während Agenturen mit Stele und Produktwand im laufenden Geschäftsjahr durchschnittlich um 16 Prozent über dem Vorjahr performten, seien es bei denen ohne Produktwand und Stele nur sechs Prozent. "Büros, die unsere Vorgaben in vollem Umfang umsetzen, schneiden konstant zwischen zehn und 15 Prozent besser ab als die Kooperationspartner, die stärker in der Eigenverantwortung stehen", wirbt Aust für die engere Bindung an ihre Organisation und die Nutzung ihrer Features.

Christian Schmicke

24. März 2017 – 20:00
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Pauschalreisen sind ihr Brot- und Buttergeschäft, aber nicht, wenn es um den eigenen Urlaub geht. Nur knapp ein Viertel der rund 1.100 Reiseprofis, die bei der Gloobi-Umfrage zu ihren Reiseplänen in diesem Jahr teilnahmen, bucht eine Pauschalreise. Mit einem Anteil von rund zwei Dritteln sind individuelle Urlaubsarrangements der häufigste Weg, auf dem Touristiker ihre Urlaubswünsche umsetzen. Bausteinreisen spielen mit einem Anteil von zehn Prozent eher eine Nebenrolle.

Viele buchen direkt. Bei den Buchungswegen spielt der direkte Kontakt mit dem Leistungsträger mit einem Anteil von 37 Prozent die größte Rolle. 32 Prozent buchen im Reisebüro, knapp ein Viertel über Online-Portale und bei ebenso vielen läuft die Buchung über den eigenen Arbeitgeber. 18 Prozent nehmen die Dienste von Pep-Veranstaltern in Anspruch, neun Prozent nutzen Sharing-Plattformen wie Airbnb. Und jeder Zehnte gibt an, ohne Buchung einfach drauflos zu reisen. Bei dieser Frage waren Mehrfachnennungen zugelassen.

Zeit bleibt ein knappes Gut. Doch etwa jeder vierte Touristiker gönnt sich im Haupturlaub eine Auszeit, die länger als zwei Wochen dauert. Am häufigsten verreisen die Touristikprofis aber zwischen einer und zwei Wochen, 36 Prozent geben diese Reisedauer an. 22 Prozent verreisen genau für zwei Wochen, 17 Prozent nur für eine Woche oder noch kürzer.

Spanien macht das Rennen. Die Reiseziele der Touristiker sind erwartungsgemäß über die ganze Welt verteilt. Wie bei den Endkunden auch spielt Spanien eine Hauptrolle. Anders als bei den Endkunden überflügelt die Iberische Halbinsel mit ihren Inseln auch Deutschland, das Platz zwei unter den beliebtesten Destinationen einnimmt. Griechenland, der diesjährige Shooting Star unter den Zielgebieten, ist bei den Touristikern ebenfalls beliebt und landet auf Rang drei. Die Türkei schwächelt hingegen auch bei den Profis. Viele der Reiseexperten zieht es in die Ferne. Zusammen kommen die Fernreiseziele auf einen Anteil von rund 30 Prozent, ganz vorne liegt Südostasien.

Christian Schmicke

24. März 2017 – 13:13
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Rewe sortiert ihre Reisesparte neu: Mit der Gründung der DER Touristik Group GmbH werden alle Töchter und Beteiligungen unter der neuen Holding gebündelt. Die Gruppe besteht derzeit aus 131 Unternehmen in 14 europäischen Quellmärkten und 56 Urlaubsdestinationen. Chef der DER Touristik Group ist Sören Hartmann, der bisher schon den Reisekonzern leitete.

"Durch viele Zukäufe und Gründungen sind wir zu einem führenden europäischen Reiseanbieter geworden", begründet Hartmann den Umbau. "Als Teil der Rewe Group setzen wir auf klare Strukturen, enge Zusammenarbeit und schnelle Entscheidungen. Dafür schaffen wir jetzt die passende Struktur für unsere sieben Millionen Gäste, unsere Mitarbeiter und für unsere Geschäftspartner."

Köln und Frankfurt werden eins

Unter der DER Touristik Group werden vier Divisions angesiedelt: Central Europe, Eastern Europe, Northern Europe sowie Zielgebietsagenturen und Hotels. Central Europe ist die größte Division und vereint die Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH). Auch sie bekommt einen neuen Firmenmantel, die DER Touristik Central Europe GmbH mit René Herzog an der Spitze.

In Deutschland ist die formale Trennung von DER Köln und DER Frankfurt Geschichte. Die Mitarbeiter und die sechs Veranstaltermarken (Dertour, Meier's, ADAC, ITS, Jahn und Travelix) gehören künftig einem Unternehmen an, der DER Touristik Deutschland GmbH. Die Standorte Köln und Frankfurt sollen ebenso erhalten bleiben wie Salzburg, Wien und Zürich.

Ein Jahr Zeit für den Umbau

"Unsere bisherigen Gesellschaftsstrukturen passen nicht mehr zur Art, wie wir längst zusammen arbeiten", sagt Herzog. "Es ist höchste Zeit, dass wir mit geballter Kraft arbeiten und uns am Markt positionieren." Dazu sei es wichtig, zusammengehörige Aufgaben bestmöglich in den einzelnen Gesellschaften zusammenzufassen. "Wir verändern uns, wo und wann es Sinn macht; unabhängig von der neuen Gruppenstruktur."

Für die Mitarbeiter sollen sich aus der gesellschaftsrechtlichen Reorganisation keine Nachteile ergeben, verspricht Herzog. Welche Konsequenzen der Umbau im Management bringt, ist noch nicht absehbar. Dafür nimmt man sich Zeit. Die neue Struktur soll bis April nächsten Jahres umgesetzt sein.

Thomas Hartung