24. Juli 2017 – 18:12
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Nicht nur in der Touristik führen die zunehmenden politischen Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei zu Verunsicherung. Auch im Geschäftsreisesektor herrscht Rätselraten, welche Schlüsse aus der zwischen Repression, aggressiver Rhetorik und Beschwichtigung wechselnden Politik der türkischen Regierung zu ziehen sind. Wie steht es um die Rechtssicherheit in der Türkei agierender deutscher Firmen? Sind sie, ihre Besitztümer und Mitarbeiter vor Willküraktionen der dortigen Staatsmacht sicher? Und last but not least: Können Geschäftsreisende die Türkei unbesorgt besuchen, ohne Repressalien durch die Behörden oder gar Festnahmen zu riskieren? Schließlich hatte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel im Zuge der Verschärfung des Reisehinweises unmissverständlich klar gemacht, dass deutsche Staatsbürger in der Türkei nicht vor willkürlichen Verhaftungen sicher seien. Verschärfend komme hinzu, dass die Auslandsvertretungen bei Festnahmen deutscher Staatsangehöriger nicht immer rechtzeitig unterrichtet würden und der Zugang für die konsularische Betreuung nicht in allen Fällen gewährt werde.

Hickhack um "schwarze Liste". Nachdem vergangene Woche auch noch eine Liste mit rund 700 Unternehmen in Umlauf kam, die laut dem türkischen Zweig von Interpol unter Terrorverdacht geraten waren, nahm die Verunsicherung noch einmal zu. Inzwischen hat die türkische Regierung diesbezüglich zwar einen Rückzieher gemacht und erklärt, dass es keinerlei Ermittlungen mehr gebe und das ganze Drama einem Kommunikationsproblem geschuldet sei. Vielmehr werde gegen 140 türkische Unternehmen wegen des Verdachts der Terrorismusunterstützung und der Steuerhinterziehung ermittelt. Die deutschen Firmen hätten lediglich in geschäftlichen Beziehungen zu diesen Unternehmen gestanden, sie selbst seien aber nie Gegenstand der Ermittlungen gewesen.

Fehlende Rechtssicherheit. Dennoch bleibt die Lage bei den rund 6.800 deutschen Unternehmen, die in der Türkei rund 140.000 Mitarbeiter beschäftigen, angespannt. Schließlich hat die türkische Rgierung nach dem gescheiterten Putschversuch im vergangenen Jahr nach Einschätzung von Experten bereits türkische Unternehmer im Umfang von rund 60 Milliarden Euro enteignet. Dafür genügt der Vorwurf, mit dem vermeintlichen Drahtzieher des Staatsstreichs, Abdullah Gülen, gemeinsame Sache zu machen. Bereits im vergangenen Jahr war das Geschäftsreisevolumen in die Türkei dramatisch gesunken. So ging das Aufkommen nach Auskunft des "BCD Travel Cities & Trends Reports" um 25 Prozent zurück und beförderte die Türkei damit aus der Liste der Top-10-Geschäftsreiseziele.

VDR sieht keine spürbaren Konsequenzen. Ungeachtet der Tubulenzen ist der Gschäftsreiseverband VDR bestrebt, den Ball flach zu halten. Er rät Unternehmen und ihren Reisenden lediglich, "als Vorsichtsmaßnahme Ihre maschinenlesbaren Reisepässe für die Einreise mitzuführen und sicherzustellen, dass diese über die geplante Ausreise hinaus gültig sind", heißt es auf Anfrage. Selbst eine weitere Verschärfung der politischen Konflikte müsse "nicht zwangsläufig Auswirkungen auf bestehende Wirtschaftskontakte haben". Kurzfristig rechne der VDR "nicht mit spürbaren Konsequenzen für geschäftliche Reisen in die Türkei". Die Erklärung des Bundesaußenministers sei in erster Linie "als Druckmittel in einer seit längerem schwelenden diplomatischem Auseinandersetzung beider Länder" zu verstehen. Eine gute wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei liege "nach wie vor in beiderseitigem Interesse".

Christian Schmicke

24. Juli 2017 – 15:32
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Der Veranstalter lässt das seit zwei Jahren gültige Vergütungsmodell im neuen Geschäftsjahr unverändert weiterlaufen. Einzelbüros im stationären Vertrieb erhalten demnach weiterhin von der ersten Buchung an eine Provision von zehn Prozent. Hinzu kommen leistungsbezogene Staffelprovisionen zwischen 0,25 und drei Prozent. Die zwölf Umsatzgruppen für die Staffelprovision beginnen bei 75.000 Euro. Ab 160.000 Euro Jahresumsatz zahlt der Veranstalter elf Prozent an, maximal sind 13 Prozent erreichbar. Alltours-Chef Markus Daldrup erklärt, mit dem Ausbau seiner Programme und einer erweiterten Produktpalette habe das Unternehmen "in den vergangenen Jahren die Grundlage für mehr Abverkauf, höhere Umsätze und größere Wachstumschancen geschaffen". Dazu trage auch ein gestiegener durchschnittlicher Reisepreis bei, der aktuell um rund fünf Prozent über dem Niveau des Geschäftsjahres 2015/2016 liege, in dem das aktuelle Modell eingeführt worden sei.

24. Juli 2017 – 14:20
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Von Ende Oktober an will die spanische Fluggesellschaft  den regionalen Flugmarkt der Kanaren aufmischen und Verbindungen zwischen den Inseln aufnehmen. Tickets sind bereits buchbar. Die ersten innerkanarischen Strecken werden zwischen dem Flughafen Teneriffa-Nord und Gran Canaria, zwischen Gran Canaria und Fuerteventura sowie zwischen Gran Canaria und Lanzarote bedient. Von März an will Air Europa außerdem zwischen Teneriffa-Nord und La Palma fliegen. Von Oktober 2018 an soll Teneriffa-Nord auch mit Fuerteventura, Lanzarote und El Hierro verbunden und die Zahl der täglichen Flüge zwischen den beiden Hauptinseln erhöht werden. Die Airline will zunächst fünf Flugzeuge auf den Kanaren stationieren. Insgesamt sind dann 30 tägliche Flüge zwischen den Inseln geplant. Bislang werden die Routen ausschließlich von den Regionalfluglinien Binter Canarias und Canary Fly bedient.

24. Juli 2017 – 13:39
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Spanien, Griechenland und Deutschland sind die beliebtesten Urlaubsziele deutscher Touristiker. Das geht aus einer exklusiven Umfrage für Gloobi.de hervor, an der sich rund 1.200 Reiseprofis beteiligten. Knapp ein Drittel der Reiseprofis unternimmt eine Fernreise. Die beliebteste Region auf der Fernstrecke ist Südostasien vor den USA und dem südlichen Afrika. Insgesamt zieht es fast die Hälfte der Fernreisefreunde auf den amerikanischen Kontinent und in die Karibik. In Asien ist etwa jeder dritte Langstreckenfan aus der Branche unterwegs.

37 Prozent der Befragten nutzen ihren Urlaub für Rund- und Studienreisen, hauptsächlich am Strand verbringen etwa 36 Prozent ihre Auszeit. 56 Prozent der Reiseprofis wohnen im Urlaub ganz klassisch im Hotel. Aber auch Boutique Hotels und Pensionen sowie Ferienhäuser und -apartments erreichen bei den professionellen Reiseplanern und Verkäufern mit jeweils etwa 20 Prozent nennenswerte Anteile. Eine Kreuzfahrt unternehmen knapp zwölf Prozent. Dominierendes Transportmittel ist mit rund 80 Prozent das Flugzeug. Ein gutes Viertel der Reisenden bucht zusätzlich einen Mietwagen. Mit der Bahn verreisen knapp 15 Prozent.

Die Mehrheit der Urlaubsmacher wartet bei der Urlaubsbuchung übrigens nicht auf Last-Minute-Schnäppchen, sondern bucht eher frühzeitig.

Christian Schmicke

23. Juli 2017 – 20:10

Die griechische Insel Kos kam auch in den Tagen nach dem schweren Erdbeben in der Nacht zum vergangenen Freitag nicht zur Ruhe. Nach zwei besonders heftigen Nachbeben am Samstagabend, die eine Stärke von 4,6 bis 4,7 erreichten, hätten viele Menschen vorsichtshalber im Freien übernachtet, berichten Nachrichtenagenturen. Sie hätten in Parks, auf Strandliegen oder in ihren Autos campiert. Experten gehen davon aus, dass die Nachbeben noch Wochen andauern. Den Menschen auf Kos erschwert das die Rückkehr zur Normalität.

Der Schwerpunkt der Schäden befindet sich offenbar in der Stadt Inselhauptstadt Kos. Nach einer ersten Bilanz melden die griechischen Behörden an knapp 100 Gebäuden Schäden. Zwei der rund 200 Hotels und Pensionen seien evakuiert worden. Die Urlauber wurden in anderen Unterkünften untergebracht. Derzeit überprüfen Fachleute die Statik der Gebäude und die Schäden, die  am Hafen entstanden. Fähren müssen derzeit einen anderen Hafen der Insel anlaufen.

21. Juli 2017 – 16:18

Nach dem Seebeben in der Grenzregion zwischen Griechenland und der Türkei, von dem die Insel Kos am stärksten betroffen war, findet die Insel nach Angaben der örtlichen Behörden langsam wieder zur Normalität zurück. Die Infrastruktur ist intakt", versicherte der griechische Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos laut der Nachrichtenagentur DPA am Freitagnachmittag. Zahlreiche Häuser wurden nach Angaben griechischer Medien beschädigt. Viele von ihnen zeigten Risse, einige stürzten sogar ein. Auch die Burg in der Altstadt von Kos soll betroffen sein. An den meisten Hotels auf der Insel sowie an neueren Gebäuden seien insgesamt nur leichte Schäden aufgetreten, heißt es.  Probleme mit der Unterbringung von Gästen oder Inselbewohnern gebe es nicht. Allerdings hätten viele Touristen die Nacht zum Freitag aus Angst vor weiteren Nachbeben im Freien verbracht. Mit Nachbeben ist nach Angaben der Behörden zu rechnen.

Tsunami ausgelöst. Bei dem Beben der Stärke 6,7 wurden in der Nacht zum Freitag zwei Touristen in einer Bar in Kos-Stadt getötet und viele Menschen verletzt. Es löste zudem einen kleinen Tsunami aus, der den Yachthafen sowie den Fährhafen beschädigte und einige Straßen in Kos-Stadt überschwemmte. Auch im benachbarten türkischen Bodrum entstand ein Tsunami, der für überschwemmte Straßen sorgte. Menschen sollen dort nicht zu Schaden gekommen sein. Auf Kos wurde der Fährverkehr zunächst eingestellt. Auch der Flugbetrieb wurde kurz unterbrochen, dann aber wieder aufgenommen.

"Mit dem Schrecken davongekommen." In einer Mitteilung der Tui, die nach eigener Aussage derzeit 6.400 Kunden vor Ort hat, erklärt der Veranstalter, sämtliche Gäste seien "mit dem Schrecken davongekommen". Es habe "nur in Einzelfällen durch herumfliegende Glassplitter leichte Verletzungen" gegeben. Ein Grund zu kostenlosen Stornierungen oder Umbuchungen von Reisen nach Kos besteht nach Angaben der Veranstalter nicht. Für Gäste vor Ort, die die Insel vorzeitig verlassen wollen, sollen auf dem Kulanzweg passable Lösungen gefunden werden.

Nach Auskunft eines Reporters der "Rhein-Main-Presse", der sich derzeit im Urlaub auf Kos befindet, wurde das Hotel "Continental Palace" bei Kos-Stadt, in dem er sich befand, stark beschädigt. Es zeige deutliche Risse, ein Teil sei sogar eingestürzt. ie Anlage sei unbewohnbar. Nach Informationen von DER Touristik sind drei weitere Hotels beschädigt. Der DRV berichtet, einige wenige Hotels würden derzeit als nicht mehr sicher eingestuft, die Veranstalter kümmerten in diesen Fällen um Alternativen.

Christian Schmicke

21. Juli 2017 – 14:44
elephantsfacingeachotherworldanimalprotection

Die Idee, dass ein sensiblerer Umgang mit Tieren für die Touristik wichtig ist, greift offenbar in immer weiteren Teilen der Branche um sich. Nun hat der Internet-Riese Expedia angekündigt, Attraktionen, bei denen Touristen in direkte Interaktion mit Wildtieren gehen, aus der Liste buchbarer Angebote zu streichen. In den nächsten Wochen sollen die Anbieter einer gründlichen Überprüfung unterzogen werden. Dabei arbeite man mit Tierschutzorganisationen wie der Association of Zoos and Aquariums, der U.S. Wildlife Trafficking Alliance, der Born Free Foundation, der Humane Society of the United States and Humane Society International zusammen, erklärt das Unternehmen.

Außerdem kündigte Expedia an, Kunden künftig ausführlicher über Tierattraktionen, die weiterhin über Expedia gebucht werden können, zu informieren. Dazu soll ein eigenes Lernportal aufgebaut werden, das mit den Angeboten direkt verlinkt wird.

Mit dem Schritt folgt der Plattform-Betreiber anderen Online-Anbietern, wie zum Beispiel Tripadvisor. Von den deutschen Reiseveranstaltern hatten in den vergangenen Wochen und Monaten unter anderem Tui, Thomas Cook und DER Touristik angekündigt, Anbieter von Wildtierattraktionen einer Überprüfung durch unabhängige Organisationen zu unterziehen und diejenigen, die sich nicht an den Regeln des Tierschutzes orientieren, aus dem Angebot zu streichen.

21. Juli 2017 – 13:23
dertouristikzentrale

Veranstalter, die mit dem stationären Vertrieb über Reisebüroinkasso zusammenarbeiten, waren deswegen über lange Jahre beliebt. Denn während beim mittlerweile von den meisten Anbietern praktizierten Direktinkasso nur die Provision auf die Konten der Reisebüros fließt, landet beim Reisebüroinkasso zunächst der gesamte Reisepreis dort. Am Ende ist die Summe, die den Vertriebspartnern bleibt zwar dieselbe, aber von den Banken wird die Bonität von Unternehmen, über deren Konten mehr Geld bewegt wird, höher angesiedelt als bei denjenigen mit geringeren Zu- und Abflüssen.

Doch die Sichtweise des stationären Vertriebs ändert sich mit Inkrafttreten der neuen Pauschalreisegesetzgebung im Juli 2018. Denn dann sind Reisebüros verpflichtet, das Geld, das ihnen von ihren Kunden ausgezahlt wird, gegen die eigene Insolvenz zu versichern, um die Verbraucher vor wirtschaftlichen Schäden im Fall einer Pleite abzusichern. Dabei gilt: Je höher die Beträge, die die Büros von ihren Kunden erhalten, desto teurer wird der Insolvenzschutz.

Von den großen Veranstaltern sind es vor allem die Marken der Frankfurter DER Touristik, Dertour, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen, die noch via Reisebüroinkasso abrechnen. Das soll sich demnächst allerdings ändern. Wie DER Touristik auf Anfrage bestätigt, will das Unternehmen Reisebüros künftig alternativ die Möglichkeit einräumen, den Bezahlvorgang via Direktinkasso abzuwickeln. Wann genau die neue Regelung umgesetzt werden soll, dazu hält man sich in Frankfurt noch bedeckt. Es werde aber sichergestellt, dass die Vertriebspartner rechtzeitig über mögliche Umstellungen informiert würden, heißt es.

20. Juli 2017 – 16:38
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Wer hochpreisige Reisen verkaufen will, muss sich im Ziel auskennen und Insider-Tipps parat haben, sagt Ute Dallmeier, Geschäftsführerin von Windrose Finest Travel im Interview mit "Reise vor9 Magazin":

Können Reisebüros Luxus?
Einige schon. Wenn Reisebüros sich auf dieses Geschäft einlassen und den Ehrgeiz haben, dann können sie das lernen. Natürlich brauchen sie auch das Klientel dafür. Manche Reisebüros können das richtig gut.

Woran hapert es bei den anderen?
Ein Kunde, der sich einem Reisebüromitarbeiter zuwendet, braucht vor allem das Gefühl, mein Gegenüber ist Experte für diese Destination oder Urlaubsart.  Wenn ich ein Allrounder bin, dann habe ich ein Problem im Luxusbereich. Ich brauche zum Beispiel Markenkenntnis. Ich muss wissen, was der Unterschied zwischen einem Aman Resort und einem Shangri-La ist.

Was ist der größte Fehler?
Nicht richtig zuzuhören. Ich muss mich auf den Kunden einlassen, muss verstehen, welche Art von Luxus er in seinem Urlaub erwartet. Ob er zum Beispiel besonderen Wert auf lokales Essen legt.

Was braucht es noch für die Beratung?
Sympathie, Insider-Wissen und eine Passion für das Luxusgeschäft.

Muss bei Luxuskunden immer der Chef ran?
Nein, das muss nicht sein. Aber in kleineren Büros übernimmt das meistens der Chef.

Spielt dabei das Alter der Expedienten eine Rolle?
Nicht unbedingt. Jüngere punkten oft mit Lifestyle.

Viele Expis haben Angst vor Luxuskunden.
Die meisten Luxuskunden sind halt sehr niveauvoll, auch in der Konversation. Da ist auf Seite der Reisebüromitarbeiter schon ein gewisser Respekt vorhanden.

Ist es ein Problem, dass die Reisen manchmal mehr kosten als das Jahresgehalt eines Expedienten?
Nein, ein Autoverkäufer verkauft auch Ferrari und Porsche, die er sich selbst nicht leisten kann.

Das ganze Interview und mehr Tipps zum Thema Luxusreisen in der aktuellen Ausgabe des Reise vor9 Magazins.

20. Juli 2017 – 15:29
nordbeckdoertegfk

Der Lobbyverband der Online-Touristik VIR und die Marktforschungsgesellschaft GfK sehen das touristische Internetgeschäft weiter auf dem Vormarsch. Nach Daten der GfK stiegen die über Reiseportale der OTAs und Veranstalter online gebuchten Sommerumsätze im Vorjahresvergleich um insgesamt neun Prozent. In den stationären Reisebüros falle das Wachstum mit drei Prozent zum Buchungsstand Ende Mai 2017 "sichtlich kleiner aus", heißt es. Insgesamt hätten die Deutschen für Sommerurlaub bislang 10,5 Milliarden Euro ausgegeben – das entspricht einem Zuwachs um fast vier Prozent im Vergleich zu 2016. Der Großteil der als Pauschalreise oder als Bausteine zusammengestellten Urlaube werde zwar nach wie vor über stationäre Reisebüros verkauft, doch der Online-Vertrieb habe stärker zulegen können, sagt Dörte Nordbeck, Head of Travel & Logistics GfK Deutschland. Sie glaubt, dass die Portale ihren Wachstumsvorsprung gegenüber dem stationären Vertrieb in den nächsten Wochen noch ausbauen, könne, da das Online-Geschäft im Kurzfristbereich traditionell stark sei. Gerade die Buchungen für einfach buchbare, typische Pauschalreiseziele wanderten zunehmend ins Internet, analysiert Nordbeck.

Grundlage für die Aussage sind die Daten des Vertriebspanel der GfK. Es erfasst die Buchungsdaten von rund 1.500 Reisebüros. Im Onlinebereich werden die Buchungsdaten der Reiseportale und der Reiseveranstalter ausgewertet und auf den Gesamtmarkt hochgerechnet. Die Aussagen im Text beziehen sich laut GfK auf den Buchungsstand Ende Mai 2017 für die Sommersaison 2017.