05. Mai 2017 – 14:24

Erneuter Zoff um den Rauswurf von Passagieren aus einer offenbar überbuchten Maschine in den USA: Eine Familie aus Kalifornien wurde Ende April vor dem Flug von Maui auf Hawaii nach los Angeles aus einem Flugzeug von Delta Air Lines verwiesen und dabei verbal angegangen. Die Familie wollte eines der beiden Kleinkinder auf den Platz setzen, der ursprünglich für den 18 Jahre alten Sohn gebucht worden war. Für diesen hatte die Familie aber zusätzlich einen früheren Flug gebucht, mit dem er nach Hause geflogen war. Die Eltern wollten den frei gewordenen Platz nun als Sitzplatz für eines ihrer beiden Kleinkinder nutzen. Dies untersagte ihnen die Crew, da dafür das gültige Ticket fehlte.

Pech für die Airline: Von der Debatte zwischen dem Familienvater und der Crew wurde ein Video gedreht. Darauf ist an einer Stelle zu hören, dass ein Mitglied der Crew sagt, dies sei ein Vergehen, und drohte: "Sie und Ihre Frau werden im Gefängnis landen und Ihre Kinder in einer Pflegefamilie". Das Video fand in sozialen Netzwerken schnell große Verbreitung und machte den Fall öffentlich.

Rein formal hatte die Crew, die verlangte, dass das Kind auf dem Schoß eines der Elternteile zu sitzen habe, vermutlich Recht. Denn genau genommen war auf den Namen des Kleinkindes kein Platz reserviert. Allerdings steht auf der Website von Delta Air Lines, man empfehle für Kinder unter zwei Jahren den Kauf eines Tickets mit eigenem Platz. Und tatsächlich hatte die Familie ja zumindest die erforderliche Zahl von Tickets gebucht. Dennoch musste sie von Bord. Der Vater erklärte später gegenüber dem Sender CBS: "Wir hätten nie gedacht, dass sie uns alle aus dem Flugzeug rauswerfen." Beim Verlassen der Maschine habe er vier oder fünf Fluggäste gesehen, die auf die freiwerdende Sitze warteten, und folgerte: "Sie haben den Flug überbucht."

Am Donnerstag entschuldigte sich die Fluggesellschaft öffentlich für den Vorfall und erklärte, sie habe der Familie die Erstattung des Flugpreises und eine Entschädigung angeboten. Zur Höhe der Zahlung machte sie keine Angaben.

Ein Video zu dem Vorfall sehen Sie hier.

Zur Erklärung von Delta Air Lines gelangen sie hier

Christian Schmicke

04. Mai 2017 – 17:00
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Der chinesische Mischkonzern HNA, über dessen Aktivitäten Gloobi.de am Mittwoch berichtete (zum Bericht gelangen Sie hier), wird nun auch mit Airberlin in Verbindung gebracht. Nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" sucht Airberlin-Chef Thomas Winkelmann einen "neuen Partner aus Übersee". Er habe bereits erste Kontakte zur HNA Group sowie zur US-Fluglinie Delta Air Lines geknüpft, heißt es unter Berufung auf einen Insider. Mit Hainan Air, die der HNA Group gehört, kooperiert Airberlin bereits seit Jahren durch Zubringerflüge zu deren Verbindungen zwischen Berlin und Peking. Die Zusammenarbeit mit einer großen Airline soll Airberlin eine Ergebnisverbeserung von 300 Millionen Euro bringen. Rund die Hälfte davon will Winkelmann durch günstigere Leasingverträge erreichen, die er mit einem Partner, der mehrere hundert Flugzeuge betreibt, für realisierbar hält. Zudem sollen rund 120 Millionen Euro pro Jahr durch neue Konditionen bei den Reservierungssystemen eingespart werden.

04. Mai 2017 – 16:11
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Aber wichtiger als das Reisen sind ihnen Familie, Freunde, Liebe, Spaß, Erfolg und Geld. Das ist ein Resultat einer Studie der Tui-Stiftung zur Einstellung junger Europäer gegenüber Europa, die auch interessante Ergebnisse über das Reiseverhalten der Nachwuchsgeneration zu Tage fördert. Laut der Untersuchung, für die insgesamt 6.000 Franzosen, Deutsche, Briten, Griechen, Italiener, Polen, Spanier und Briten zwischen16 und 26 Jahren befragt wurden, ist das Reisen für die junge Generation zwar bedeutsam, rangiert aber deutlich hinter elementareren Bedürfnissen. Kultur und Reisen haben demnach für 48 Prozent große Bedeutung, Familie und Freunde sind dagegen für 80 beziehungsweise 70 Prozent wichtig. Interessant ist, dass Reisen bei jungen Spaniern, Italienern und Griechen einen deutlich größeren Stellenwert haben als bei Gleichaltrigen aus Deutschland, Frankreich und Polen. Am unwichtigsten ist das Thema den Briten. Allerdings spielen für Vertreter sämtlicher befragten Nationen Reisen eine größere Rolle als Tradition, politisches Engagement und Religion. Letztere ist im Schnitt für 19 Prozent von Bedeutung, bei Griechen und Polen genießt sie allerdings höhere Priorität.

Deutsche reisen nach Frankreich und Spanien, Briten in die USA. Sehr unterschiedlich sind die Reiseerfahrungen der einzelnen Nationen. Während etwa 93 Prozent der Deutschen schon andere europäische Länder besucht haben, waren nur 70 Prozent der Griechen bereits im europäischen Ausland unterwegs. Überdurchschnittlich hoch ist auch der Anteil junger Spanier (19%) und Polen (16%), die noch nie das eigene Land verlassen haben. Jeder zweite Deutsche der Altersgruppe war schon einmal in Frankreich, 47 Prozent bereits in Spanien und 43 Prozent in Großbritannien. Dagegen haben sich nur 37 Prozent der Franzosen schon einmal nach Deutschland aufgemacht, in Spanien waren aber 60 Prozent. Von den Spaniern waren 52 Prozent schon in Frankreich, Deutschland hat nur jeder fünfte bereits besucht. Und unter den jungen Briten sind mit 37 Prozent ebenso viele in den USA gewesen wie in Deutschland.

Im europäischen Ausland zu leben, kann sich jeder vierte junge Deutsche und Brite nicht vorstellen. In Spanien und Italien vertreten diese Einstellung nur jeweils 15 Prozent. Wenn sie sich für einen längeren Auslandsaufenthalt entscheiden würden, zöge es die meisten jungen Europäer am ehesten in den angelsächsischen Kulturraum. Deutschland erscheint vor allem jungen Spaniern und Polen attraktiv.

Übrigens verbinden die meisten der befragten jungen Menschen Europa mit Werten wie Frieden, Menschenrechten, Solidarität, Demokratie und Völkerverständigung. Allerdings sehen drei Viertel von ihnen den Staatenverbund in der Praxis in erster Linie als wirtschaftliches Bündnis. Eine gemeinsame kulturelle Basis erkennen nur 30 Prozent.

Die komplette Studie der Tui-Stiftung finden Interessierte hier.

Christian Schmicke

04. Mai 2017 – 14:06
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Die kostspielige Posse um mutmaßlich falsche Schadenersatzforderungen britischer Urlauber gegen spanische Hotels wegen angeblicher Magen-Darmerkrankungen durch schlechte Lebensmittel findet eine würdige Fortsetzung. Der britische Reiseveranstalter Jet2holidays hat angekündigt, in die wichtigsten Hotels, die er unter Vertrag hat, Privatdetektive zu schicken. Sie sollen nach Vertretern von Firmen Ausschau halten, die Urlauber dazu animieren, entsprechende Schadenersatzansprüche geltend zu machen, um dafür abzukassieren.

Wie bereits berichtet, hatten Hoteliers auf Mallorca in den Verhandlungen für die Sommersaison 2018 britischen Veranstaltern damit gedroht, sie wegen des massiven Anstiegs solcher Fälle künftig außen vor zu lassen. Zugleich forderten sie sie auf, aktiv zu werden, um den betrügerischen Entschädigungseintreibern, die allein bei mallorquinischen Hotels im vergangenen Jahr einen Schaden von 50 Millionen Euro angerichtet haben sollen, das Handwerk zu legen. Das will der Anbieter nun mit Hilfe der Detektive erreichen. Sie werden in den Ferienanlagen untergebracht, um Betrugsfällen vor Ort vorzubeugen.

03. Mai 2017 – 18:46
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Die Reederei zentralisiert ihre Europa-Aktivitäten in Barcelona und schließt die Büros in Frankfurt, Genua und Paris. Der Geschäftsführer für den deutschsprachigen Raum, Dr. Jörg Rudolph, verlässt das Unternehmen. Deutschland wird künftig vom "Eurozone"-Büro in Barcelona betreut, die Leitung übernimmt die bisherige Spanien-Geschäftsführerin Belén Wangüemert. Die Europa-Zentrale in Spanien solle im Sommer "voll einsatzfähig“ sein, teilt die Reederei in einem Schreiben an Geschäftspartner mit. Bis zur endgültigen Schließung der Frankfurter Niederlassung werde Jacob Kock Plinius als "Interim Commercial Director“ Ansprechpartner für die Branche sein. Insgesamt solle das Sales-Team für Europa vergrößert werden, heißt es: "Wir investieren länderübergreifend in ein größeres, selbstständigeres und hoch qualifiziertes Verkaufsteam in Deutschland, Österreich und der Schweiz."

03. Mai 2017 – 16:59
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In den Gesprächen über Kostenentlastungen, Wachstum und die Intensivierung der mittel- und langfristigen Partnerschaft gebe es Fortschritte, teilt Lufthansa mit. So sei man in den Verhandlungen über eine effizientere und günstigere Abwicklung von Leistungen sowie Wachstumsziele voran gekommen, erklärt die Fluggesellschaft etwas nebulös. Die Gespräche sollen fortgesetzt werden. Durch eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Fraport und Lufthansa könnten "deutliche Synergiepotentiale“ ergeben, heißt es. Die Infrastruktur könne effizienter genutzt und die Kosten damit reduziert werden. Parallel sollten "durch gemeinsame Projekte zusätzliche Wachstums- und Erlösquellen erschlossen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts verbessert werden“.

Welche Rolle die Billigtochter Eurowings dabei spielen soll, lässt die Erklärung offen. Fraports Finanzvorstand Matthias Zieschan hatte im Gespräch mit der "Börsen-Zeitung“ erklärt, dass Eurowings nur unter bestimmten Bedingungen vom Rabattprogramm des Flughafens profitieren könne. Finanzielle Anreizeseien nur möglich, wenn damit zusätzliches Passagierwachstum verbunden sei. "Eine reine 'Umlackierung', also beispielsweise das Ersetzen von Lufthansa-Flügen durch Eurowings-Flüge, würde gemäß der Incentive-Regelung nicht gefördert, da hieraus unter dem Strich keine neuen Verbindungen und kein Wachstum entstehen", sagte Zieschang gegenüber der Zeitung.

03. Mai 2017 – 16:33

Nach Informationen des Fremdenverkehrsamtes werden die geplanten Preiserhöhungen für den Einritt in Nationalparks und Naturschutzgebiete nicht umgesetzt. Obwohl das Preisniveau mit dann zwei bis zehn Euro pro Person auch bei angehobenen Preisen immer noch moderat ausfiele, hatte sich gegen die Pläne des Umweltministeriums starker Widerstand seitens der Anbieter von Exkursionen und Ausflügen geregt. Deren Verbände Opetur und Asoture protestierten gegen die Maßnahme, weil sie eine Schwächung der Nachfrage befürchteten.

03. Mai 2017 – 16:04
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Terror und Naturkatastrophen prägen die Nachrichten und Medien, und die Bilder verfehlen ihre Wirkung nicht: Fast drei Viertel der Business Traveller sagen, das Risiko auf Geschäftsreisen sei gestiegen. Das hat der Dienstleister International SOS in einer Umfrage unter 1.000 Geschäftsreisenden aus 75 Unternehmen herausgefunden. Tatsächlich aber ist die Welt nicht unsicherer geworden, sagt Martin Bauer, der regionale Sicherheitsmanager. Nur die Wahrnehmung der Menschen habe sich verändert. 

80 Prozent haben Reisepläne geändert

Vor allem die Furcht vor Terroranschlägen, Unruhen und Wetterkatastrophen treibt Geschäftsreisende um. 80 Prozent haben deshalb schon einmal ihre Reisepläne geändert. Überrascht hat Sicherheitsexperte Bauer die Ansicht, dass Europa gefährlicher geworden sei als die arabische Welt und Südasien. Das sei unrealistisch. "Es gibt keine grundlegende Änderung bei den Risiken", so Bauer. "Länder, die vorher sicher waren, sind es immer noch. Länder, die unsicher waren, ebenso." Natürlich gebe es hier und da Veränderungen. So hat International SOS das Sicherheitsrisiko für die Türkei von "low" auf "medium" angehoben.

Dies zeigt auch die Travel Risk Map, die jährlich von International SOS herausgegeben wird. Die Weltkarte, auf der die einzelnen Länder je nach Risiko eingefärbt sind, kann von jedermann eingesehen werden. Dabei unterscheidet International SOS nach Reisegefahren, medizinischer Situation und Verkehrssicherheit.

Gesundheitsprobleme überwiegen

Denn Verkehrsunfälle und Krankheit bereiteten immer noch die meisten Probleme auf Geschäftsreisen. Dabei seien es keineswegs überwiegend lokale Gesundheitsgefahren, sondern vielmehr Herz- und Kreislauferkrankungen, unter denen Geschäftsreisende am meisten litten, sagt der ärztliche Leiter von International SOS, Dr. Stefan Eßer. Das werde sich durch die demografische Entwicklung noch verschärfen. Immer öfter gingen auch 80-Jährige noch auf Geschäftsreisen.

Thomas Hartung

03. Mai 2017 – 14:18
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Eigentlich hatte die Nachricht mit Touristik nichts zu tun, aber dennoch ließ sie aufhorchen: Die chinesische HNA Group ist mit fast zehn Prozent der Aktien zum größten Gesellschafter der deutschen Bank aufgestiegen. Mit der jüngsten Aufstockung ist das Aktienpaket rund 3,4 Milliarden Euro schwer und damit größer als das des Investmentriesen Blackrock und der Herrscherfamilie al-Thani aus Katar. HNAs jüngste schlagzeilenträchtige Aktion in Deutschland, der Kauf des Flughafens Hahn, nimmt sich mit einem geschätzten Volumen von 17 bis 18 Millionen Euro im Vergleich dazu geradezu bescheiden aus.

Zeitgleich machen in den Vereinigten Staaten Spekulationen die Runde, nach denen das chinesische Konglomerat eine große US-Kreuzfahrtreederei kaufen will. Das wäre durchaus folgerichtig, denn den Kuchen des wachsenden chinesischen Kreuzfahrtmarktes teilen derzeit die großen internationalen Reedereien unter sich auf. Geld für solche Investitionen aufzubringen, scheint für die HNA Group ohnehin kein Problem zu sein. Erst vergangene Woche stieg sie mit knapp 17 Prozent beim Schweizer Duty-Free-Händler Dufry ein und beteiligte sich am Flughafen von Rio de Janeiro.

Einkaufstour ohne Ende. Im vergangenen Jahr sorgten große Hotel-Investments für Aufmerksamkeit. Prominentester Deal war die 25-Prozent-Beteiligung an Hilton Worldwide. Seit Ende April 2016 gehören HNA zudem die Carlson Hotels inklusive der Mehrheitsbeteiligung an der Rezidor Hotel Group. Auch an der spanischen Gruppe NH Hotels sind die Chinesen mit rund 30 Prozent beteiligt. Und in der Sharing Economy mischt HNA ebenfalls mit. Im Herbst 2015 investierte die Gruppe in das "chinesische Airbnb" Zhubaijia.com.

Sowohl das Firmengeflecht, das hinter der HNA Group steht, als auch die Beteiligungen werden immer unübersichtlicher. Nach eigener Darstellung managte die Gruppe Ende vergangenen Jahres 13 Flughäfen in China. Neben der Fluggesellschaft Hainan Airlines gehören zum Portfolio die chinesischen Carrier Tianjin Airlines, Capital Airlines, Deer Jet, Lucky Air, West Air, Fuzhou Airlines, Urumqi Air, Beibu Gulf Airlines, Yangtze River Airlines, Guilin Airlines, Chang’an Airlines sowie Africa World Airlines aus Ghana und die französische Aigle Azur. Insgesamt betreibt der Mischkonzern damit 1.250 Flugzeuge. Auch an der portugiesischen Tap ist die HNA Group seit dem vergangenen Jahr beteiligt.

Einige Ungereimtheiten. Das enorme Volumen der Auslandsinvestitionen des chinesischen Mischkonzerns wirft Fragen auf. Denn eigentlich hatte sich Chinas Zentralregierung Ende vergangenen Jahres entschlossen, das Ausmaß der Auslandsinvestitionen zu limitieren, um die hohen Kapitalabflüsse aus dem Land einzudämmen. Viele Unternehmen aus dem Reich der Mitte mussten ihre Shopping-Touren danach stoppen, HNA dagegen kauft unvermindert weiter hinzu. Vor rund zwei Wochen fragten sich nach Informationen der in Hongkong erscheinenden "South China Morning Post" auch Medien vom chinesischen Festland, aus welchen Quellen die horrenden Summen für die Expansion stammen könnten und wer eigentlich genau hinter dem Emporkömmling von der Tropeninsel Hainan steckt. Das gefiel der chinesischen Zensurbehörde offenbar nicht. Jedenfalls verschwanden Meldungen, nach denen sich die Investitionen aus Bankkrediten im Wert von umgerechnet gut 80 Milliarden Euro speisen sollten, innerhalb kürzester Zeit wieder von den Websites der chinesischen Zeitungen.

Christian Schmicke

02. Mai 2017 – 14:40
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Die Reisebürokette will die Zahl ihrer Franchise-Nehmer erhöhen und legt eine auf bis zu drei Jahre angelegte Aktion zur Gewinnung neuer Partner auf. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht die neue Website www.derpart-partner.com, die interessierte Reisebüros über die Vorteile des Derpart-Systems informieren will. Eine Bannerkampagne in B2B-Newslettern soll potenzielle Partner auf die Website locken, wo sie Infomaterial, Interviews, Videosequenzen und Case-Studies zu der Organisation finden.

Derpart-Geschäftsführer Aquilin Schömig hat vor allem mittelgroße bis große Agenturen ab zwei bis 2,5 Millionen Euro Jahresumsatz als neue Partner im Visier. Bevorzugt sollten diese sowohl im Freizeit- als auch im Geschäftsreisesegment aktiv sein, aber auch reine Touristikbüros mit entsprechenden Umsätzen kommen in Frage. Fünf bis 15 Büros pro Jahr will er akquirieren. Dass sie dazu dicke Bretter bohren müssen, ist Schömig und seinem Co-Geschäftsführer Andreas Neumann klar. Denn nahezu alle größeren Büros sind heute bereits Mitglied einer Reisebüroorganisation: Punkten wollen die Derpart-Chefs bei potenziellen Neuzugängen nicht zuletzt mit der genossenschaftlichen Struktur ihrer Organisation und dem unternehmerischen Freiraum, den sie ihren Mitgliedern trotz der Anbindung an die DER Touristik gewähren. Unter den Franchise-Organisationen sei Derpart diejenige, die die größten Spielräume biete, ist Schömig überzeugt.

Wechselwillige Inhaber würden "in allen Phasen des Übergangs von der Derpart-Geschäftsführung persönlich betreut", wirbt er. Zur Erleichterung biete man Umsteigern ein "praxiserprobtes Paket" mit Elementen wie Training, Systemintegration und Marketing an. Auch bei der Suche nach einer Nachfolgeregelung bietet die Kette Unterstützung an – unter anderem mit eigenen Consulting-Mitarbeitern, aber bisweilen auch, indem sie die entsprechenden Büros selbst kauft. So übernahm Derpart im vergangenen Jahr zehn Agenturen, deren Inhaber aus Altersgründen nicht mehr weitermachen wollten.

Die Reisebürokette betreibt 50 eigene Büros und hat rund 400 Franchisenehmer. 2015 generierten die Derpart-Agenturen zusammen 1,57 Milliarden Euro Umsatz.

Christian Schmicke