18. Juli 2017 – 14:39
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Wovon Reiseveranstalter noch träumen, das ist in der Luftfahrt längst Alltag. Bis zu 46 Prozent ihrer Umsätze erwirtschaften Fluggesellschaften nach der jüngsten Erhebung der Technologieplattform Car Trawler jenseits des reinen Verkaufs von Flugtickets. In absoluten Zahlen verkauft United Airlines mit 6,2 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz die meisten so genannten Ancillaries. Dahinter folgen mit Delta (5,2 Milliarden), American (4,9 Milliarden)  und Southwest (2,8 Milliarden) drei weitere US-Fluggesellschaften. In Europa verdienen Air France/KLM (2,1 Milliarden) am meisten mit Zusatzverkäufen, vor Ryanair mit knapp zwei Milliarden und Easyjet mit 1,4 Milliarden Dollar. Annähernd so viel wie Easyjet erlöst auch Lufthansa auf diese Weise.

Den größten Umsatzanteil machen die Ancillaries bei Billigfliegern aus. Auch hier liegen mit Spirit, die 46 Prozent iher Umsätze auf diese Weise einfährt, Frontier (42%) und Allegiant (40%)  drei Airlines aus den Vereinigten Staaten vorn. Ryanair erwirtschaftet knapp 27 Prozent der Umsätze damit. Bei allen Carriern ist der Anteil der Zusatzverkäufe am Gesamtgeschäft in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen.

Interessant ist ein Blick darauf, womit die Fluggesellschaften ihre Ancillary-Einnahmen generieren. Klassische Netzwerkcarrier erlösen rund die Hälfte davon mit mit hren Vielfliegerprogrammen. Das Geld stammt aus dem Verkauf von Meilen an Partner wie Banken, mit denen sie gemeinsame Kreditkarten auflegen. Beim US-Billigflieger Southwest bilden die Einnahmen aus dem Frequent-Flyer-Programm sogar 80 Prozent der Zusatzerlöse, während Ryanair und Easyjet 2016 keine derartigen Programme betrieben. Deshalb stammen bei ihnen sämtliche Ancillary-Umsätze aus dem Verkauf von Speisen und Getränken, Gepäckgebühren, Sitzplatzreservierungen, sonstigen aufpreispflichtigen Angeboten und dem Vertrieb von Reisen, Hotels oder Mietwagen über die Website.

Christian Schmicke

18. Juli 2017 – 14:37
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"Die momentane Zurückhaltung der Travel Manager ist gerechtfertigt", sagt Professor Tobias Ehlen von der Hochschule Worms. Doch für ihn ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich Airbnb, Uber und andere Sharing-Economy-Dienste auch in Deutschland auf Business-Trips durchsetzen, sagte er auf dem BME-Kongress Travel, Mice & More. Die Anbieter würden ihre Services den rechtlichen Erfordernissen weiter anpassen und deutsche Unternehmen die Nutzung zunehmend in ihren Reiserichtlinien gestatten, glaubt Ehlen.

Zurzeit sollten Travel Manager aber noch vorsichtig mit Sharing-Diensten sein. Denn Unternehmen hätten eine Fürsorgepflicht bei Geschäftsreisen von Mitarbeitern ins Ausland. „Arbeitgeber müssen vor, während und nach der Geschäftsreise alle möglichen und verhältnismäßigen Maßnahmen treffen, um die Sicherheit der reisenden Arbeitnehmer zu gewährleisten“, so Ehlen in seinem BME-Vortrag.

Konkret bedeute dies, dass Unternehmen vor der Nutzung von Airbnb drei Dinge prüfen sollten:

• Ist die Nutzung des Zimmervermittlers im Zielland überhaupt rechtmäßig? Wenn nicht, sollten Unternehmen die Finger davon lassen und die Nutzung untersagen. Meist bekämen zwar nur die Zimmeranbieter Ärger, unter Umständen könnten aber auch die Geschäftsreisenden belangt werden.

• Firmen müssten sich zudem fragen, ob mit Airbnb ein vergleichbarer Sicherheitsstandard wie bei herkömmlichen Unterbringungsarten gewährleistet ist. Hierzu empfiehlt Ehlen eine Risikobeurteilung für jede einzelne Destination.

• Schließlich sollten Reiserichtlinien existieren, die die Nutzung von Airbnb für Mitarbeiter regeln. „Aus Haftungsgründen darf die Nutzung von Airbnb nicht in das Belieben der Geschäftsreisenden gestellt werden“, sagt Ehlen.

Trotz all dieser Unsicherheiten übernachten und fahren viele Geschäftsreisende bereits mit der Sharing Economy. So sagen zwei Drittel der britischen und der französischen Geschäftsreisenden, dass sie im Ausland Airbnb und Uber nutzen. Da sind die Deutschen deutlich zurückhaltender. Das könnte sich mit der Freigabe in den Reiserichtlinien ändern. Travel Management Companies wie BCD, CWT und Amex GBT stehen bereit und haben Airbnb & Co. bereits im Sortiment und auch das Controlling funktioniert.

Thomas Hartung

18. Juli 2017 – 13:11
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Es  handele sich lediglich um einen Versuch, heißt es aus der Zentrale von RCL Cruises in Miami. Unter US-amerikanischen Reisebüros und ihren Kunden hat die Aktion allerdings schon für einige Aufregung gesorgt. Die Reederei wendet auf einigen Kreuzfahrten mit der "Harmony of the Seas" , die zwischen Ende September und Mitte November stattfinden, eine neue Systematik beim Verkauf von Getränkepaketen an. Das so genannte Deluxe-Paket, das neben Soft Drinks auch die meisten alkoholischen Getränke beinhaltet und 55 US-Dollar pro Person und Tag kostet, konnte bislang von jedem Passagier ab 21 Jahren gebucht werden. Im Rahmen des Pilotprojekts werden erwachsene Mitreisende, die in derselben Kabine übernachten, automatisch ebenfalls zum Kauf des Pakets gezwungen, wenn ihr Kabinenpartner ein solches Paket bucht.

Offenbar mutmaßt die Reederei, dass Kunden, die ein Deluxe-Paket erwerben, ihre Mitreisenden in vielen Fällen gleich mitversorgen. Durch den kabinenweisen Verkauf will sie dem entgegensteuern. Bei der Kundschaft sorgt der Schritt allerdings  bereits für helle Aufregung. Das sei "Abzocke", man werde sich nicht zum Kauf von Getränkepaketen zwingen lassen, zitiert das US-Fachblatt "Travel Agent Central" eine Leserin. Eine andere sagt, ihr Mann trinke zwar Alkohol, sie selbst jedoch nicht. Wieder andere sind allerdings der Auffassung, die Kunden hätten sich diese Maßnahme durch den Missbrauch der Pakete selbst zuzuschreiben. Bei anderen Reedereien sei die Variante, Getränkepakete ausschließlich kabinenweise anzubieten, längst gängige Praxis.

RCL Cruises erklärt beschwichtigend, das neue System komme in der Testphase nur bei einigen wenigen Kreuzfahrten zur Anwendung. "Wir planen nicht, es auf andere Kreuzfahrten oder Schiffe auszuweiten", so das offizielle Statement. Zu welchem Zweck das neue Verkaufsmuster dann überhaupt getestet wird, dieses Rätsel löst das offizielle Statement freilich nicht.

Christian Schmicke

18. Juli 2017 – 10:21
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Reisebüros mit Einzelagenturverträgen, die im Juni die nächsthöhere der drei vorhandenen Grundprovisionsstaffeln erreicht haben, erhalten im Juli rückwirkend auf alle gebuchten Vorgänge die höhere Grundprovision nachgezahlt. Weitere Neubuchungen werden bis zum Jahresende mit der höheren Grundprovision abgerechnet. Das Einzelagenturmodell von LMX Torusitik sieht eigentlich vor, die erreichte Provisionsdifferenz erst nach dem Ende des Geschäftsjahres zahlen. LMX-Chef Mario Krug bezeichnet die vorzeitige Ausschüttung als "Belohnung für die starke Unterstützung durch den stationären Vertrieb".

Im nächsten Geschäftsjahr lässt der Veranstalter sein Modell unverändert. Er zahlt bis 10.000 Euro Umsatz acht, ab 10.000 Euro zehn und ab 20.000 Euro elf Prozent Provision. Dabei werden die Umsätze der LMX-Produkte und der Reisen des Asien-Spezialisten Marke Sun Trips kumuliert.

17. Juli 2017 – 17:34
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Die Nachfrage nach Reisen durch Kuba und den Iran habe nach den stetig steigenden Gästezahlen der vergangenen Jahre "etwas nachgelassen" berichtet der Studienreiseveranstalter. Zumindest für die Karibik-Insel  hatte sich dieser Trend in den vergangenen Monaten auch bei anderen Veranstaltern angedeutet. Jedenfalls kündigten sie Preissenkungen für Reisen ins Land des "socialismo tropical" an. Rückläufig seien nach positivem Jahresstart auch die Buchungszahlen für die USA, teilt der Studienreisespezialist mit. Dies erklärt er mit der politischen Entwicklung und dem "Trump-Effekt". Auch für 2018 ist der Veranstalter in Hinblick auf die USA eher skeptisch – neben der Politik gebe es nämlich eine weitere Hürde. Sie liege in Preissteigerungen von rund sechs Prozent aufgrund veränderter Flugtarife.

Stark sei die Nachfrage dagegen für Südostasien und Zentralasien. Dort bewegten sich die Teilnehmerzahlen "aktuell deutlich über dem Vorjahr", heißt es aus München. Deshalb liege auf diesen Zielen ein Schwerpunkt des Programmausbaus für das nächste Jahr. Dies gelte auch für China und den indischen Subkontinent. Und auch Nepal sei nach dem Erdbeben 2015 wieder im Aufwärtstrend. Israel bleibe weiterhin "stark nachgefragt" und die meisten Länder im Nahen Osten hätten "die Talsohle durchschritten". Neben dem südlichen Afrika als stärkstem Studiosus-Fernziel seien auch der Westen und Osten des Kontinents für die Kundschaft zunehmend interessant. Neue Reisen in den beiden gerade erschienenen Fernreisekatalogen für 2018 führen nach Nubien und in den Sudan, zu den Gorillas in Uganda und sowie nach Benin, Togo und Ghana in Westafrika.

Im südlichen Afrika hat Studiosus das Angebot bereits für die laufende Saison stark erweitert. Während die Preise im vergangenen Jahr dank vorteilhafter Wechselkurse deutlich gesenkt worden seien, werden die Reisen 2018 allerdings erheblich teurer. Aufgrund steigender Inlandspreise und nachteiliger Wechselkurse steigen sie in Südafrika um 12 Prozent und in Namibia um 16 Prozent.

17. Juli 2017 – 16:27
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An verschiedenen Grenzübergängen und auf Bangkoks Flughäfen Suvarnabhumi und Don Mueang mussten Besucher, die mit einem Touristenvisum unterwegs waren, in den vergangenen Tagen bei der Einreise 20.000 Baht in bar, umgerechnet gut 500 Euro, vorzeigen. Nach Informationen der Nachrichtenplattform "Thaivisa" existiert zwar kein Gesetz, das Inhabern von Touristenvisa vorschreibt, eine entsprechende Geldmenge mit sich zu führen. Dennoch greift die Praxis offenbar um sich. Der Online-Dienst berichtet von einem Fall, in dem ein Reiseder sowohl Hotelbuchungen als auch ein Weiterflugticket sowie sein Bankguthaben vorweisen konnte und dennoch an der Grenze aufgehalten wurde.

Den thailändischen Behörden geht es offenbar darum, die Zuwanderung illegaler Arbeitskräfte zu verhindern. Dies betrifft in erster Linie die unmittelbaren Nachbarländer. Allerdings wurde laut "Thaivisa" auch ein Brite, der Thailand bereits mehrfach mit einem Touristenvisum besucht hatte, intensiv danach befragt, ob er im Land seinen Lebensunterhalt bestreiten könne. Ein Grenzbeamter bestätigte gegenüber dem Dienst, dass es Aufgabe der Immigrationsbehörde sei, zu überprüfen, ob ein Reisender seinen Aufenthalt im Land aus eigenen Mitteln bestreiten könne. Zu konkreten Vorgängen machte er allerdings keine Angaben.

17. Juli 2017 – 15:03
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Der Gouverneur des Roten Meeres, Ahmed Abdallah, hat Hoteliers nach der Messerattacke auf mehrere Besucherinnen aus Europa untersagt, externe Gäste in ihre Anlagen und an ihre Strände zu lassen. Die Zutrittsverweigerung wird von offizieller Seite als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme etikettiert. Sowohl der ägyptische Angreifer als auch die beiden deutschen Frauen, die ihm zum Opfer fielen, waren keine Gäste des Hotels Zahabia Beach, an dessen Strand sich der Angriff ereignete. Der Täter hatte nach Berichten ägyptischer Medien ein Tagesticket für die Strandnutzung erworben.  

Unterdessen sind Vertreter der ägyptischen Tourismusbranche bemüht, die Tat als Einzelfall darzustellen. in einem Statement erklärt Kamel Abou Ali, Chairman der Red Sea Tourism Investment Association, Hurghada: "Wir gehen nach dem momentanen Stand der Ermittlungen davon aus, daß der Angriff als Einzeltat einzustufen ist. Das Rote Meer rund um Hurghada ist eine Region, die nie betroffen war von Unruhen in anderen Landesteilen und in der sich Touristen immer sicher gefühlt haben. Wir werden alles dafür tun, damit dies so bleibt." Im übrigen, so Abou Ali, hätten Anschlägen beispielsweise in London, Manchester, Berlin, auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund, in Stockholm oder Brüssel gezeigt, dass "kein Ort auf dieser Welt vor Gewalt gegen unschuldige Zivilisten gefeit" sei. Eine groß angelegte PR-, Werbe- und Marketingkampagne für das Rote Meer, die in den nächsten Tagen anlaufen soll, werde wie geplant umgesetzt, heißt es.

17. Juli 2017 – 14:00
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In Großbritannien ist der erste Betrugsprozess gegen Urlauber angelaufen, die Schadenersatzforderungen wegen angeblicher Lebensmittelvergiftungen geltend gemacht haben. Vor einem Liverpooler Gericht landeten dabei Kunden von Thomas Cook, die nach einem Spanien-Urlaub eine Entschädigung im Umfang von umgerechnet fast 60.000 Euro verlangt haben sollen. Eine 53-jährige Britin und ihr 43-jähriger Lebensgefährte forderten die die hohe Summe demnach für sich und ihre beiden Kinder mit dem Argument, sie seien an einer Lebensmittelvergiftung durch schlechtes Hotelessen erkrankt. Eine weitere Tochter der Frau und deren Tochter hätten dasselbe getan, berichtet das britische Boulevard-Blatt "Daily Mail".

Die Angeklagten erklärten, sie seien unschuldig. Der Richter kündigte bereits an, den Fall an den britischen Strafgerichtshof zu verweisen. Am 10. August soll es zu einer Anhörung kommen, bis dahin wurde die Verhandlung vertagt. Im Falle einer Verurteilung drohen den britischen Urlaubern zwischen 18 Monaten und sechs Jahren Haft.

16. Juli 2017 – 16:13
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Update 17.7.2017, 14 Uhr

Gerade hatte sich die Nachfrage erholt und die Reiseveranstalter riefen Ägypten schon als Gewinner für den Winter aus, und jetzt das: Ein mutmaßlichen IS-Anhänger erstach am Freitagnachmittag zwei deutsche Touristinnen am Roten Meer direkt am Strand vor ihrem Hotel Zahabia Beach. Vier weitere Urlauber werden dabei verletzt, zwei aus Tschechien und zwei aus Armenien, berichtet das ägyptische Nachrichten-Portal "Ahram Online". Der Angreifer wurde festgenommen.

Erst geredet, dann das Messer gezückt

Der 27-Jährige war offenbar von einem öffentlichen Strand bis zu dem Abschnitt vor dem Hotel Zahabia Beach geschwommen. Dort habe er sich zunächst zu den deutschen Frauen an einen Tisch gesetzt und sich mit ihnen in flüssigem Deutsch unterhalten, schreibt der "Spiegel" und beruft sich auf ägyptische Sicherheitsbehörden. Danach habe der Ägypter ein Küchenmesser gezückt und auf die Urlauberinnen eingestochen. Anschließend sei er zum benachbarten Hotel Sunny Days El Palacia geschwommen, wo er weitere Personen verletzt habe, bevor er überwältigt werden konnte.

Die Motive des bislang unbescholtenen Ägypters sind noch unklar, heißt es von offizieller Seite. Sicherheitskreise gehen allerdings davon aus, dass die Angriff einen islamistischen Hintergrund habe. Der Mann soll während seiner Tat Landleute gewarnt und auf Arabisch "Bleibt weg, ich will keine Ägypter" gerufen haben. Er soll über das Internet Kontakt zum IS gehabt haben, zitieren Korrespondenten ägyptische Sicherheitsbehörden.

Auswärtiges Amt verschärft Sicherheitshinweis nicht

Das Auswärtige Amt seinen Sicherheitshinweis für Ägypten nach dem Anschlag bislang nicht verschärft. Dort heißt es nach wie vor lediglich: "Bei Reisen nach Ägypten, einschließlich der Touristengebiete am Roten Meer, wird generell zu Vorsicht geraten." Und: "Vor Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel und das ägyptisch-israelische Grenzgebiet wird gewarnt. Dies gilt auch für den Reiseort Taba." Abgeraten wird sonst nur vor Reisen in die Sahara.

Entsprechend der Einschätzung des Auswärtigen Amtes sehen auch die deutschen Reiseveranstalter keine Notwendigkeit, kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen für Hurghada anzubieten.

Keine kostenlosen Stornierungen oder Umbuchungen

Tui meldet auf Anfrage von Gloobi: "Tui-Gäste sind von dem Vorfall in Ägypten nicht betroffen. Das Hotel Zahabia haben wir nicht im Programm, und auch im benachbarten Hotel Sunny Days El Palacia haben wir derzeit keine Gäste." Tui-Sprecherin Anja Braun weiter: "Unsere Urlauber vor Ort sind ruhig und besonnen. Frühzeitige Rückreisewünsche liegen uns nicht vor. Auch in unseren Call Centern gab es nur sehr wenige Anrufe von Urlaubern, die sich nach der Situation vor Ort informieren wollten."

Ähnlich reagiert Thomas-Cook-Sprecherin Isabella Partasides: "Wir haben beide Hotels nicht im Programm." Und weiter: Die Buchungen für Ägypten hatten in den letzten Wochen stark angezogen. Wir beobachten die Sicherheitslage vor Ort sehr genau und halten uns strikt an die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes. Der Reise- und Sicherheitshinweis für Ägypten gilt derzeit unverändert, von daher gelten die regulären Zahlungs- und Stornobedingungen. Unsere Reiseleitung ist mit unseren Gästen in Kontakt, vor Ort ist die Lage ruhig."

Von DER Touristik heißt es: "Das Auswärtige Amt hat seinen Sicherheitshinweis für Ägypten bislang nicht modifiziert und keine Neubewertung der Lage vorgenommen. Daher greifen unsere AGBs in Ägypten nach wie vor. Wir bieten keine kostenlosen Stornierung und Umbuchungen für Reisen nach Ägypten an." Vor Ort lägen derzeit keine Anfragen für vorzeitige Rückreisen vor, so Sprecherin Anne Schmidt weiter. "DER Touristik hat den aktuellen Sicherheitshinweis in den Hotels vor Ort ausgehängt und unsere Gäste vor Ort informieren lassen. Die beiden betroffenen Hotels sind im Katalogportfolio eines DER Touristik-Veranstalters."

FTI hat lediglich das Sunny Days El Palacio im Programm. "Wir bieten aus Kulanzgründen Gästen, die das Sunny Days El Palacio gebucht haben, die Möglichkeit zur Umbuchung in ein anderes Hotel in Hurghada", so FTI-Sprecherin Angela Winter. "Für alle anderen Urlauber gilt: Da bisher vom Auswärtigen Amt keine grundlegende Neubewertung der allgemeinen Sicherheitslage in Ägypten vorgenommen wurde, sind keine kostenlosen Umbuchungen oder Stornierungen möglich und es gelten weiterhin unsere AGBs." Derzeit sei die Lage vor Ort ruhig. Nur vereinzelt wollten Gäste aus dem Sunny Days El Palacio in ein anderes Hotel umziehen, alle anderen wollen ihren Urlaub dort fortsetzen. "Anfragen nach vorzeitiger Abreise haben wir derzeit keine."

Alltours hat beide Häuser nicht im Angebot, sagt Sprecher Goran Goic. Die Lage in Hurghada sei ruhig, es gebe keinen Grund für Umbuchungen oder Stornierungen. Dennoch solle niemand mit Angst in den Urlaub fliegen. Sollte dies der Fall sein, werde man individuelle Lösungen finden, so Goic. Allerdings habe es in Deutschland bislang nur zwei Anrufe von besorgten Kunden gegeben.

Die Antwort von Schauinsland auf die Gloobi-Anfrage steht noch aus.

Thomas Hartung

15. Juli 2017 – 07:45

Zwei Frauen wurden bei dem Messerangriff getötet, vier weitere wurden verletzt. Wie das Auswärtige Amt gegenüber Nachrichtenagenturen bestätigte, handelt es sich bei den getöteten Frauen um Deutsche. Die "Bild"-Zeitung zitiert einen Bekannten der Opfer mit den Worten, diese seien keine Urlauberinnen, sondern dauerhafte Bewohnerinnen Hurghadas gewesen. Nach Angaben der ägyptischen Zeitung "Al-Ahram" schwamm der Täter, ein 28-jähriger Ägypter, von einem benachbarten Strand zum Tatort. Dort soll er zuvor schon Touristen attackiert haben. Schauplatz des tödlichen Angriffs sei das Sunny Days El Palacio Resort & Spa gewesen, berichtet das Blatt. Der Täter, der von Sicherheitskräften festgenommen wurde, hatte es nach Angaben von Augenzeugen gezielt auf Ausländer abgesehen. Während seiner Attacke habe er gerufen: "Bleib weg, ich will keine Ägypter."