08. März 2017 – 11:59
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"Rund die Hälfte der Hotels auf Mallorca haben den Bogen überspannt", sagt Alltours-Inhaber Willi Verhuven. Sie hätten ihre Zimmerpreise bis zu 20 Prozent erhöht und bekämen jetzt die Quittung dafür. Die kräftigen Aufschläge machten einen Familienurlaub gleich mehrere hundert Euro teurer, rechnet Verhuven vor. Die Folge: Die Zahl der Sommerbuchungen bei Alltours für Mallorca sei derzeit leicht rückläufig. Der Umsatz hingegen liege im Plus. Das Bild auf Mallorca sei aber nicht einheitlich. Häuser, die dem Boom mit moderaten Preiserhöhungen von rund fünf Prozent begegneten, verzeichneten Zuwächse. Das gelte auch für die eigenen Allsun-Hotels.

An der Flug-Front sieht Geschäftsführer Markus Daldrup hingegen keine Probleme. Der Ausstieg der strauchelnden Airberlin aus dem Feriengeschäft und der anstehende Umbau der deutschen Charter-Landschaft habe keine großen Auswirkungen. "Wir arbeiten mit 50 Fluggesellschaften zusammen. Airberlin hinterlasse auch auf Mallorca kein Loch. Eurowings, Ryanair, Easyjet und andere würden genug Plätze anbieten. "Das Flugangebot nach Mallorca ist so groß wie nie", so Daldrup.

08. März 2017 – 08:39

Die Anbieter von Reiseversicherungen klagen gerne darüber, dass der stationäre Vertrieb ihre Produkte nicht aktiv genug verkaufe. Doch anders als von den Versicherern vermutet, bietet die überwältigende Mehrheit der Reisebüros Reiseschutzleistungen bei jeder sich bietenden Gelegenheit an. Das ist das Ergebnis einer exklusiven "Counter vor9“-Vertriebsumfrage, an der 450 Reisebüros teilnahmen. So erklären 97 Prozent der befragten Reisebüroinhaber und -mitarbeiter, dass sie im Rahmen jedes Beratungsgesprächs, das zu einer Buchung führt, einen Reiseschutz mit anbieten. Allerdings offeriert nur eine Minderheit der Reiseprofis ihren Kunden bevorzugt Versicherungspakete oder Jahrespolicen. Bei 30 Prozent der Umfrageteilnehmer sind Pakete die erste Wahl. Sie enthalten neben der Rücktrittskosten- und Krankenversicherung eine Reiseabbruch-, sowie Gepäck-, Unfall- und Notfallversicherung. Letztere springt zum Beispiel beim Verlust von Zahlungsmitteln oder Papieren ein. Für 22 Prozent der Befragten steht der Abschluss von Jahrespolicen im Mittelpunkt der Beratung. Vor allem bei Kunden, die mehrmals im Jahr verreisen, empfehlen die Agenturen diese Variante gern als preisgünstigere Alternative zu Einzelabschlüssen. Und auch für die Reisebüros lohnt sich der Verkauf. Denn während für Einzelversicherungen in der Regel 15 Prozent Provision fließen, sind es bei den Jahrespolicen meist 20 Prozent. Für besonders umfangreiche Pakete, die dann meist mit dem Zusatz „Premium“, „Gold“ oder „rundum sorglos“ versehen sind, zahlen die Versicherungen sogar bis zu 35 Prozent.

Wesentlichstes Hemmnis beim Versicherungsverkauf sind Kreditkarten, die in der Regel eigene Versicherungspakete beinhalten. 69 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen darin ein Problem. Von der Kreditkarte einmal abgesehen, können die Reisebüros kaum nennenswerten Verkaufshindernisse für den Versicherungsschutz erkennen. Mit einer Ausnahme: Immerhin elf Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, dass aus ihrer Sicht Aufwand und Ertrag beim Versicherungsverkauf in keinem optimalen Verhältnis stehen. (CS)

Alle Details der Vertriebsumfrage und weitere Infos zum Thema Reiseversicherungen lesen Sie im neuen "Reise vor9 Magazin", das gerade erschienen ist.

08. März 2017 – 08:15
linnhoffmarijavurs

Egal, wie das Ergebnis ihrer Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Bundestages ausfällt – bei vielen Vertretern des stationären Vertriebs erfreut sich die Präsidentin des Verbands unabhängiger selbstständiger Reisevermittler (VUSR) offenbar großer Beliebtheit. In einer "Counter vor9"-Umfrage, an der rund 250 Reisebüromitarbeiter und -inhaber teilnahmen, attestieren ihr 80 Prozent der Befragten gute oder sehr gute Arbeit. Über den DRV-Präsidenten Norbert Fiebig sagen das gerade mal zwölf Prozent, über den Chef des Bundesverbandes der deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Frenzel, elf Prozent. Der Präsident des Mittelstandsverbandes ASR, Jochen Szech, erhält nur von sechs Prozent die Schulnoten "gut"  und "sehr gut".

Unabhängig von den Personen glauben 85 Prozent der Befragten, die Interessen der Reisebüros seien beim VUSR am besten aufgehoben. Vom DRV glauben das nur rund elf Prozent. Allerdings sehen immerhin 41 Prozent die Anliegen der Tourismusbranche insgesamt bei dem Branchenverband in den besten Händen.

Im Hinblick auf ihre Aktivitäten im Zuge der Neuregelung der Pauschalreiserichtlinie sind 86 Prozent der Reisebüros mit dem VUSR  zufrieden, aber nur 16 Prozent mit dem DRV und 15 Prozent mit dem ASR. Fast schon zwangsläufig ergibt sich daraus die Antwort auf die Frage, ob Reisebüros eine Interessenvertretung in Form eines eigenen Verbandes brauchen. 92 Prozent der Umfrageteilnehmer beantworten diese Frage mit "ja". (CS)

07. März 2017 – 16:57
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Nun ist es raus: Die Jahrestagung des Branchenverbandes findet vom 7. bis 9. Dezember in dem Emirat statt. Den Vertrag dazu wollen DRV-Präsident Norbert Fiebig und Haitham Mattar, CEO der Ras Al Khaimah Tourism Development Authority, am Mittwoch auf der ITB unterzeichnen. Ras Al Khaimah ist nach Dubai 2005 und Abu Dhabi 2014 das dritte Emirat, in dem der Verband seine Jahrestagung veranstaltet. Ursprünglich sollte das Event dieses Jahr in Indien stattfinden. Doch der DRV und seine Verhandlungspartner konnten sich nicht einigen.

07. März 2017 – 13:32

Insgesamt würden deutlich mehr als ein Drittel aller Reiseleistungen inzwischen online gebucht, sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig unter Berufung auf eine Analyse des DRV mit dem Marktforschungsunternehmen GfK. Umgekehrt bedeutet das: Zwei Drittel der Kunden gehen weiterhin entweder ins Reisebüro oder buchen per Telefon.

Rund die Hälfte der vor Reiseantritt gebuchten Leistungen stammen laut DRV von Veranstaltern. Das entspreche einem Buchungsvolumen von rund 30 Milliarden Euro.  Etwa 50 Prozent davon würden im stationären Reisebüro verkauft. Mehr als ein Drittel der Reiseausgaben erfolgten direkt bei Fluggesellschaften, Hotels, Bahn, oder Mietwagenanbietern. Auf Produktportalen, also Hotel-, Flug- oder Mietwagen-Websites online gebucht würden acht Prozent. Nachgelassen hat laut Fiebig die Neigung, ohne Buchung zu verreisen. "Im Vergleich zu vor 20 Jahren ist das spontane Losfahren ohne Vorab-Reservierung nicht mehr so 'in'", erklärt der DRV-Chef.

07. März 2017 – 13:10
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Norbert Fiebig hat sich in einer Rede im Vorfeld der ITB in Berlin gegen die Pläne Ägyptens gewandt, die Gebühr für Besucher von derzeit 25 auf 60 US-Dollar zu erhöhen. Die zum Sommer geplante Anhebung sei "mehr als kontraproduktiv", so Fiebig. Besonders für Familien sei die damit verbundene Verteuerung "kaum noch tragbar". "Vielleicht täte Ägypten gut daran, die geplante Erhöhung nochmals zu überdenken", sagte der DRV-Präsident. Fiebig hatte zuvor gelobt, dass sich das Buchungsvolumen für das Land der Pharaonen gegenüber dem schwachen Vorjahr um 91 Prozent verbessert habe.

07. März 2017 – 12:29
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Der Marktführer hat seine Pläne zur Neuausrichtung der Verkaufsniederlassungen konkretisiert und mitgeteilt, dass deren Zahl binnen fünf Jahren von derzeit fünf auf zwei reduziert wird. Übrig bleiben sollen dann die Niederlassungen in Wuppertal für den Norden des Landes sowie in München zur Betreuung der Agenturen im Süden. Da die verbleibenden Niederlassungen ein größeres Aufgabenspektrum abdecken müssten, werde die Mitarbeiterzahl nicht im selben Verhältnis reduziert, erklärt Tui-Vertriebschef Michael Knapp. Insgesamt werde knapp jede fünfte Stelle in diesem Bereich wegfallen. Dies solle über die sogenannte "natürliche Fluktuation", zum Beispiel durch Ruhestand, sowie über freiwillige Vertragsaufhebungen erreicht werden.

Nicht von den Veränderungen betroffen sind die Bezirksleitungen, die in den Regionen im Außendienst arbeiten und die Tui-Agenturen besuchen. Ihre Zahl bleibe mit 28 konstant, kündigt Knapp an: "TUI wird auch in der neuen Struktur die größte und professionellste regionale Außendienstorganisation in der Touristik haben", verspricht er.

07. März 2017 – 10:17
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James Thornton ist neuer Chief Executive Officer bei dem Abenteuer- und Erlebnisreiseanbieter. Der bisherige CEO Darrell Wade wechselt als Vorsitzender in den Vorstand der Unternehmensgruppe. Thornton ist der erste CEO, der nicht zum Gründungsteam des australischen Veranstalters gehört. Der 35-jährige Brite begann seine Laufbahn als Investment-Banker und kam vor zwölf Jahren als Sales-und-Marketing-Manager für Großbritannien zu Intrepid Travel. 2012 wurde er Managing Director, zuerst von Intrepid Travel und ein Jahr später auch der neu gebildeten Intrepid Group. Er lebt und arbeitet am Firmenhauptsitz in Melbourne. Wade werde sich im Vorstand neuen Aufgaben widmen, heißt es. Dazu gehöre etwa die Weiterentwicklung des chinesischen Marktes und der Ausbau der neuen Produktsparte Abenteuerkreuzfahrten.

Die Intrepid-Gruppe, hierzulande ausschließlich unter dieser Marke bekannt, umfasst insgesamt sechs Veranstaltermarken und ist mit 19 firmeneigenen Incoming-Agenturen in den Zielgebieten präsent. Nach eigener Aussage schickt das Unternehmen rund 300.000 Gäste pro Jahr auf die Reise. Nach der Beendigung einer vierjährigen strategischen Partnerschaft mit Tui im Juli 2015 befindet sich das unternehmen wieder komplett im Besitz seiner Gründer Darrell Wade und Geoff Manchester.

06. März 2017 – 18:04
linnhoffmarijavurs

Die Präsidentin des Verbands unabhängiger selbstständiger Reisevermittler (VUSR) forderte vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags am Montag wie angekündigt, die Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtlinie in deutsches Recht zu stoppen und sie an Brüssel zurückzuverweisen. "Ich verlange von Ihnen nur eins: Zeigen Sie einmal Mut", sagte die Reisebüroinhaberin. "Ich weiß, dass es schwierig ist, aber es ist nur schwierig, weil es so etwas bislang noch nie gab. Zeigen Sie dieses eine Mal Mut. Millionen von Verbrauchern werden es Ihnen danken", appellierte sie an die Ausschussmitglieder.

Linnhoff argumentierte, eine Flut zusätzlicher Dokumente und verschärfte Haftungsregeln würden die Beratung und den Verkauf im Reisebüro erschweren. Dies sei nicht im Sinne des Verbraucherschutzes und zerstöre die Existenz des Mittelstandes im Reisevertrieb.

Der anwesende Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Ulrich Kelber, dämpfte die Hoffnungen der anwesenden Touristiker, die Reiserichtlinie noch zu verhindern, mit dem Hinweis, eine Nichtumsetzung der Richtlinie in deutsches Recht könnte für Deutschland eine Strafe von rund elf Millionen Euro sowie weitere Strafzahlungen von bis zu 800.000 Euro pro Tag nach sich ziehen. Zudem wies er darauf hin, dass zwar nicht alle neuen Regelungen im Sinne des Verbraucherschutzes seien. Jedoch habe man im Rahmen der Nachverhandlungen bereits eine Reihe von Erleichterungen für die Branche erreicht. 

Nun muss der Petitionsausschuss entscheiden, ob er der Bundesregierung empfiehlt, die Initiative des VUSR zu unterstützen. Ein konkreter Zeitpunkt für die Entscheidung steht noch nicht fest. Allerdings sollte die Entscheidung bald fallen, denn die Bundesregierung plant, die Gesetzesnovelle bis Ende Juni im Bundestag zu verabschieden.

06. März 2017 – 16:38
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Genervte Reisetussis (und -typen!) – aus einem eher privaten Chat einiger befreundeter Touristikerinnen hat sich seit 2011 die größte Facebook-Gruppe der Branche mit rund 8.200 Mitgliedern entwickelt. Wir haben mit Sandra Jacobs, einer der Gründerinnen, über ihre Erfahrungen gesprochen.

Frau Jacobs, kommt man als Administratorin der größten deutschen Touristiker-Plattform auf Facebook eigentlich noch zum Arbeiten?

Sandra Jacobs: (lacht) Ja, klar. Wir sind ja als Administratorinnen zu viert und können die Arbeit unter uns aufteilen. Außerdem laufen auch viele Diskussionen auf der Plattform, ohne dass wir uns darin irgendwie einmischen müssten.

Im Ernst: wie hoch ist denn der Zeitaufwand, den Sie mit den "Genervten Reisetussis" haben?

Durchschnittlich etwa zwei bis drei Stunden in der Woche. Wenn gerade irgendwelche größeren, heiklen Themen anstehen, kann es natürlich auch mal mehr sein, denn wir müssen die Dinge ja im Blick behalten.

Und womit verbringen Sie konkret die Zeit, in der Sie auf der Plattform aktiv sind?

Die meiste Arbeit machen die Anträge der Kollegen, die in die Gruppe aufgenommen werden möchten. Das sind jeden Tag bis zu 20. Oft sind darunter Facebook-Mitglieder, aus deren Profilen nicht zu erkennen ist, ob es sich tatsächlich um Touristiker handelt. Ganz am Anfang wurden solche Anfragen noch automatisch bestätigt. Inzwischen lehnen wir sie nach zwei Tagen ab, wenn wir keine weiteren Informationen von den Kandidaten erhalten.

Das Themenspektrum innerhalb der Gruppe ist extrem breit gefächert. Von Scherzen über Anfragen nach Tipps zu Zielgebieten und Hilferufen, wenn etwas schiefgelaufen ist, bis hin zu branchen- und weltpolitischen Debatten ist alles dabei. Haben sich die Schwerpunkte in den vergangenen fünfeinhalb Jahren geändert?

Das Gewicht politischer Themen ist in den letzten Jahren deutlich größer geworden, während die Zahl reiner Witz-Postings stark abgenommen hat. Daran kann man erkennen, dass die Rahmenbedingungen für unseren Job schwieriger geworden sind.

Gerade wenn politische Themen in der Gruppe diskutiert werden, geht es dabei bisweilen ganz schön zur Sache…

Ja, das ist leider richtig. Wir freuen uns ja über lebhafte Debatten. Aber manchmal kann eine eigentlich harmlose Frage, wie zum Beispiel: „Wie läuft denn bei Euch die Türkei?“ richtig eskalieren. Wenn einfach kontrovers darüber diskutiert wird, wie sich die politische Situation dort mit Urlaub verträgt, ist das natürlich völlig in Ordnung. Aber die Dialoge dürfen nicht in Beleidigungen ausarten.

Macht Ihnen die Arbeit mit den Reisetussis nach fast sechs Jahren eigentlich noch Spaß?

Ja, und wie! Ich bin auch immer noch stolz darauf, was sich aus unserer kleinen Chat-Gruppe von 15 Reisetussis, die gemeinsam an Inforeisen teilgenommen haben, entwickelt hat. Aus dieser Meckertruppe – wir waren am Anfang wirklich genervt – ist eine richtig große Plattform geworden, in der man sich gegenseitig hilft. Außerdem finde ich es immer noch faszinierend, dass sich mit Schwarmwissen nahezu jedes Problem lösen lässt.

Das vollständige Interview lesen Sie in der neuen Ausgabe von „Reise vor9 Magazin“, die gerade erschienen ist.
Das Gespräch führte Christian Schmicke