30. Dezember 2016 – 12:02
homepage-check-my-tripfoto-amadeus

Der IT-Gigant der Reisebranche macht peinliche Schlagzeilen: Hacker nutzten das Online-Tool „Check my Trip“, um sich Tickets zu erschleichen, die andere bezahlt haben. Und die Computerfreaks stellen Amadeus öffentlich bloß. „Das kriegt wirklich jeder hin“, sagt Karsten Nohl, Gründer und Chef der Firma Security Research Labs, den Journalisten von Süddeutsche und WDR und führt es ihnen vor.

Nohl braucht dazu angeblich nur den Namen eines Passagiers und den ungefähren Zeitraum des Fluges. Dann lässt er seinen Computer sechsstellige Buchungscodes aus Zahlen und Großbuchstaben zusammen mit dem Namen probieren. Nach ein paar Minuten hat Nohl die passende Kombination gefunden und vollen Zugriff auf die Buchung. Die kann er nun einfach einen Tag früher legen, auf seinen Namen ändern und seine E-Mail-Adresse angeben. Der ursprüngliche Fluggast merkt davon nichts, erst, wenn seine Buchung am Abflugtag nicht mehr da ist.

Amadeus räumt in einer Stellungnahme eine Sicherheitslücke ein: „Während eines temporären Wartungsfensters unterlag die Check My Trip-Website einer Reihe von sogenannten Brute-Force-Attacken (massenhaftes Ausprobieren von Zugangsdaten d. Red.) durch Dritte.“ Der Hacker-Angriff habe zu einem Alarm geführt und die IP-Adresse sei gesperrt worden.

Profi-Hacker Nohl sieht die Schwachstelle bei Check my Trip darin, dass kein Passwort nötig sei, um an die Buchungen zu gelangen. Dazu Amadeus: „Wir werden diese Erkenntnisse berücksichtigen und mit unseren Partnern in der Branche zusammenarbeiten, um die hier dargelegten Probleme anzusprechen und Lösungen für mögliche Probleme zu finden.“ Ob und welche Passagierdaten durch die Sicherheitslücke zugänglich waren, müssten interne Untersuchungen bei Amadeus noch klären. „Bis zu deren Abschluss können wir keine weiteren Aussagen treffen.“

Ausführlicher Artikel über die Buchungsmanipulationen auf Check my Trip: Süddeutsche

28. Dezember 2016 – 09:00
unisterbarfussgaesschenfoto-unister

Offiziell ist der Käufer der insolventen Unister Travel die tschechische Beteiligungsgesellschaft Rockaway Capital. Doch das Geld für den Deal stammt zum großen Teil aus China. Wie viel, ist nicht bekannt. Genauso wie der Kaufpreis für den Portalbetreiber insgesamt.

Doch der Reihe nach: Rockaway Capital übernimmt zum 31. Januar das Geschäft, die Marken und Mitarbeiter von Unister Travel. Der Standort Leipzig und die 520 Jobs sollen erhalten bleiben. Zu dem Deal gehören die Reiseportale Ab-in-den-Urlaub.de, Fluege.de, Urlaubstours.de, Reisen.de, Billigfluege.de, Reisegeier.de, Hotelreservierung.de und Travel Viva.

"Der Erwerber ist ein erfahrener und langfristig orientierter Investor, der bereit ist, die notwendigen Investitionen zur Verfügung zu stellen, um das Unister-Travel-Geschäft wieder auf Wachstumskurs zu bringen", sagt Insolvenzverwalter Lucas Flöther. Der gezahlte Preis entspreche dem Marktwert der Geschäftsbetriebe. "Die Gläubiger können nun mit einer guten Quote rechnen."

Unister-Chef Matthias Steinberg wird das Unternehmen zum 31. März verlassen. Künftig sollen Balint Gyemant als CEO Flugvertrieb (Fluege.de) und Stephan Wiese als CEO Pauschalreisevermittlung (Ab-in-den-urlaub.de) Unister Travel führen. Gyemant ist seit drei Jahren bei Unister für mobile Produkte und Technologie verantwortlich. Wiese arbeitet seit über zehn Jahren bei Unister und leitete zuletzt die Touristik.

Mit dem Portal Invia ist Rockaway Capital bereits im Reisebereich aktiv. Invia ist das größte Online-Reisebüro in Tschechien und außerdem in Polen, Rumänien, der Slowakei und Ungarn aktiv. Wie Unister hat Rockaway Capital Invia im März vergangenen Jahres zusammen mit dem chinesischen Geldgeber CEFC gekauft.

Rockaway scheint die Übernahmen in Europa einzufädeln, bezahlt werden die Käufe gemeinsam mit CEFC, dem "passiven, strategischen Finanzpartner für Investments im Reisesektor". Hinter den vier Buchstaben verbirgt sich China Energy, einer der zehn größten Privatkonzerne des Riesenreichs.

Ganz so passiv wie Rockaway seinen chinesischen Partner bezeichnet, ist CEFC aber nicht. Die Unister-Portale sollen dabei helfen, für die wachsende Zahl von Chinesen Reisen nach Europa zu organisieren. Außerdem erhoffen sich die Chinesen Synergien für ihre Luftfahrt- und Hotelbeteiligungen, so CEFC-Europa-Chef Marcela Hrda.

 

22. Dezember 2016 – 07:50
koegel-karlheinzltur-gruenderkleinfoto-ltur

Der Erfinder des Last-Minute-Urlaubs tritt ab: Karlheinz Kögel verkauft seine restlichen 20 Prozent L'tur-Anteile an TUI und legt sein Amt als Aufsichtsratschef mit sofortiger Wirkung nieder. TUI ist damit Alleingesellschafter des Marktführers im Kurzfristgeschäft.

Kögel hatte L'tur vor fast 30 Jahren gegründet. Zur Ruhe setzt sich der 70-Jährige jedoch nicht. Im Gegenteil, Kögel konzentriert sich auf seine vor fünf Jahren gegründete Unternehmensgruppe HLX Touristik. "Wir wollen im digitalen Reisevertrieb an die Spitze", sagt er.

Die von HLX betriebenen Portale wie Lufthansa Holidays, Airberlin Holidays und Swiss Holidays zählen laut Kögel in diesem Jahr 240.000 Gäste. Im kommenden Jahr will er 100.000 draufsatteln und weitere Airlines für das Modell gewinnen.

20. Dezember 2016 – 12:58
aida-vitafjordfoto-aida-cruises

Die Lust auf Schiff hält an: Der internationale Kreuzfahrtverband Clia erwartet im nächsten Jahr 25,3 Millionen Passagiere. Das wäre ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber 2016. Dies ist auch nötig, um die zusätzliche Kapazität zu füllen. Denn im kommenden Jahr laufen 26 Hochsee, Fluss- und Spezialschiffe vom Stapel. Dafür investieren die Reedereien rund 6,5 Milliarden Euro.

Clia ist zuversichtlich, ihre neuen Liner zu füllen. Eine Umfrage zeige, dass fast jeder zweite ohne Kreuzfahrterfahrung Interesse an Urlaub auf See habe. Besonders freut die Industrie, dass mit den Millennials und der Generation X auch jüngeres Publikum Gefallen an Kreuzfahrten fänden. Gefragt sind überdies Expeditionskreuzfahrten. Fahrten in die Antarktis seien regelmäßig ausgebucht. Beliegt sei daneben Nähe zum Abfahrthafen. Rund drei Viertel der Kreuzfahrer ziehen es vor, mit dem Auto anzureisen.

Die Kreuzfahrtindustrie sieht sich zunehmend als wichtigen Wirtschaftszweig mit rund 110 Milliarden Euro Umsatz. Die Branche beschäftigt weltweit rund eine Million Mitarbeiter.

19. Dezember 2016 – 12:02

Walter Krombach, seit über zehn Jahren Geschäftsführer der Willy-Scharnow-Stiftung, scheidet Ende März aus. Krombach übergibt die Leitung der Bildungseinrichtung für die Touristik an Hans-Gustav Koch. Der frühere DRV-Hauptgeschäftsführer und Bahn- wie Lufthansa-Manager kommt bereits am 1.Januar. Die Willy-Scharnow-Stiftung veranstaltet Studien- und Seminarreisen, um Reiseprofis Zielgebietskenntnisse zu vermitteln. Dieses Jahr waren 565 Expedienten mit der Stiftung unterwegs.

16. Dezember 2016 – 15:39
birlenbach-heikelufthansa-vertriebschefinfoto-lufthansa

Erstmals führt eine Frau den weltweiten Vertrieb der Lufthansa. Heike Birlenbach wird zum 1. Januar Nachfolgerin von Jens Bischof, der zu Sun Express wechselt. Ihr Titel: "Senior Vice President Sales Lufthansa Hub Airlines". Damit verantwortet die 50-Jährige der Vertrieb von Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines. Gleichzeitig soll Birlenbach den Verkauf von Brussels und Eurowings unterstützen. Neben dem Vertrieb leitet sie auch den Lufthansa-Hub Frankfurt.

Birlenbach hat in Kanada studiert und arbeitet seit 1990 für Lufthansa. Sie hat viele unterschiedliche Stationen hinter sich: Marketing, Produktentwicklung, Servicequalität und Kabinenpersonal. Außerdem leitete sie 2009 die damalige Neugründung Lufthansa Italia. Aktuell ist sie Chefin für Vertrieb und Marketing der Lufthansa-Gruppe in Europa mit Ausnahme der Heimatmärkte Deutschland, Österreich und Schweiz.

16. Dezember 2016 – 15:12

Lufthansa und Etihad Airways haben sich nicht nur auf die Übernahme von Airberlin-Flugzeugen geeinigt, sondern erstmals auch gegenseitiges Codesharing vereinbart. Lufthansa wird die täglichen Dienste des Golfcarriers von Frankfurt und München nach Abu Dhabi unter eigener Flugnummer vermarkten. Etihad verkauft dafür die Kranich-Strecken von Frankfurt nach Rio de Janeiro und Bogota mit EY-Code. Für LH-Chef Carsten Spohr ist das erst der Anfang: "Wir können uns vorstellen, unsere Zusammenarbeit in der Zukunft auf andere Bereiche auszuweiten."

Unterschrieben ist nun auch das Wet-Lease-Abkommen mit Airberlin, das bislang nur Absichtserklärung war. Demnach übernimmt der Lufthansa-Konzern ab Februar 38 Flugzeuge samt Crews des angeschlagenen Carriers, an dem Etihad 29 Prozent hält. Maschinen und Personal werden für sechs Jahr zu "marktüblichen Konditionen geleast". 33 Maschinen sollen für Eurowings fliegt, fünf für Austrian Airlines.

15. Dezember 2016 – 16:51
krause-duenow-tilocanusa

Anders als die Tourismuswerber von Brand USA sieht Tilo Krause-Dünow keine Anzeichen dafür, dass Image-Schäden durch die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten die Nachfrage nach Reisen in die Vereinigten Staaten negativ beeinflussen. Er stelle nach der Wahl des umstrittenen Kandidaten "ein unverändert hohes Interesse an Reisen in die Vereinigten Staaten" fest, sagt er. Seit Bekanntgabe des Wahlausgangs Anfang November entwickelten sich die Vorausbuchungen für die USA für das Reisejahr 2017 "unverändert positiv". Zahlen nennt er allerdings nicht. Noch höher im Kurs stehe, wie bereits in diesem Jahr, das Nachbarland Kanada, so der Nordamerika-Experte. Dort betrage das Buchungsplus je nach Reiseart zwischen 13,5 und 19 Prozent. Gloobi

15. Dezember 2016 – 13:17
norwegianb787

Im Billigflug-Sektor steht offenbar ein Deal bevor, der die Spielregeln in diesem Segment neu definiert. Ryanair und Norwegian schicken sich an, gemeinsame Sache zu machen. Wie der "Sunday Telegraph" berichtet, steht die irische Billig-Airline kurz vor dem Abschluss von Verhandlungen mit Norwegian Air Shuttle. Dabei soll Ryanair als Passagierlieferant für die Langstreckenverbindungen der EU-Tochter der Skandinavier fungieren. Die Vorteile, die das beiden Partnern bringt, liegen auf der Hand. Ryanair kann die Auslastung auf Verbindungen zu den Langstrecken-Abflughäfen von Norwegian verbessern und, eine starke Nachfrage vorausgesetzt, die Preise anheben. Und Norwegian erhält dringend benötigte Passagiere für die Flüge über den Atlantik zu US-Zielen wie Las Vegas, Fort Lauderdale, Oakland, Los Angeles oder New York-Newark. Das ist umso wichtiger, als Norwegian nicht nur von Metropolen-Airports wie London-Gatwick, Paris-Orly und im nächsten Jahr auch Barcelona und Amsterdam startet, sondern auch von kleineren Flughäfen wie Cork, Dublin, Oslo oder Stockholm. Deren Einzugsgebiet würde alleine nicht ausreichen, um die Langstreckenmaschinen zu füllen.

Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit für beide Partner zum Balanceakt. Schließlich ist Ryanair gezwungen, die bislang auf reine Punkt-zu-Punkt-Verbindungen eingestellte Logistik zu verändern. So muss sich das Unternehmen darauf einstellen, Koffer umzuladen und auf verspätete Flüge des Partners zu warten. Außerdem sollten Faktoren wie die Gepäckbestimmungen beider Partner aneinander angepasst sein. Darüber hinaus sollten sie ihre Preise sorgfältig kalkulieren. Denn um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss eine Umsteigeverbindung, an der beide verdienen wollen, deutlich günstiger sein als entsprechende Direktverbindungen der Netzcarrier.

14. Dezember 2016 – 17:14
Anzeige

Der auf Wellness-, Spa-, Beauty- und Kurreisen spezialisierte Veranstalter mit Sitz im westfälischen Hamm will enger mit Reisebüros zusammenarbeiten. Das Unternehmen, das bislang hauptsächlich Reisen nach Polen vertreibt, plant zudem, seine Zielgebietspalette auf Tschechien, Ungarn und die Baltischen Staaten auszuweiten. Reisebüros können die Touren von Koziol Reisen nach einer Registrierung unter http://www.koziol-reisen.de/agenturanmeldung/ verkaufen. Der Veranstalter zahlt von der ersten Buchung an zehn Prozent Provision, umsatzbezogen kann sich die Vergütung auf bis zu 15 Prozent erhöhen.