30. Juli 2017 – 10:33
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Bei dem Pharma-Unternehmen mit weltweit mehr als 45.000 Mitarbeitern genießt das Travel Security Management einen konzernweiten Ansatz. Angestellte und Management von Boehringer Ingelheim unternahmen im vergangenen Jahr 27.500 Dienstreisen. Davon führten immerhin 3.000 in sogenannte High-Risk-Ziele und 500 Trips in die Top 15 Terrorländer der Welt. Über 600 Expats und ihre Angehörigen leben im Ausland. 23 Produktionsstätten liegen dort.

Um ihre Sicherheit kümmert sich Markus Epner als „Head of Security Situation Center“. Epner war unter anderem Hauptmann und Zugführer im Kommando Spezialkräfte, später Sicherheitsmanager bei Lufthansa. Seit fünf Jahren arbeitet er für Boehringer Ingelheim. Einen Einblick in seine Arbeit gab er auf einer Veranstaltung des Einkaufsverbands BME.

Wer seiner Fürsorgepflicht nicht nachkommt, der haftet

Der rechtliche Rahmen bei Geschäftsreisen sei klar, so Epner. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter auf Reisen schickten, hätten eine Fürsorgepflicht. Sie müssten die potenziellen Risiken und Gefahren in den Reiseländern kennen und die Dienstreisenden vorab informieren und schulen, im Ernstfall natürlich auch helfen. Wer das nicht erfülle, der hafte. In Dutzenden von Fällen hätten Mitarbeiter ihre Arbeitgeber sogar wegen mangelnder Fürsorgepflicht angezeigt. Kümmern sie sich nicht um ihre Reisenden, gehe zudem Glaubwürdigkeit und Vertrauen verloren.

Mitarbeiter zur Buchung über Reisebüros verpflichtet

Damit dies alles bei Boehringer Ingelheim nicht passiert, hat Epner das Konzept der ganzheitlichen Reisesicherheit eingeführt – von der Buchung bis zum Krisenmanagement. Die Basis dafür ist, dass alle Mitarbeiter dazu verpflichtet werden, nur über beauftragte Reisebüros zu buchen. Es gibt ein Schulungsprogramm für Dienstreisende, Verhaltenstrainings für Stresssituationen, Sicherheitsinformationen zum Reiseland und Updates bis zum Ende der Dienstreise. Bei allem werden Betriebsrat und Datenschutz eingebunden.

Boehringer Ingelheim kann die Reisenden über Travel Tracker im Ernstfall lokalisieren. Hier arbeitet Epner mit International SOS zusammen. Im Notfall hilft der Sicherheitsdienstleister auch vor Ort, während zu Hause ein Krisenmanagement arbeitet. Auch die aktuellen Informationen zur Sicherheitslage in den Destinationen kommen von International SOS. Das ganze Sicherheitsmanagement auf Dienstreisen kostet übrigens nur 0,07 Prozent der Reisekosten oder 80 Cent pro Buchung.

Thomas Hartung

28. Juli 2017 – 17:46
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Das geht aus einer Umfrage des US-Reisebüroverbandes Asta hervor. Demnach hält eine knappe Mehrheit derjenigen, die zu diesem Thema eine Meinung haben, die Einreisebeschränkungen für Menschen aus einigen muslimischen Staaten und die Grenzpolitik gegenüber Mexiko für falsch. Allerdings haben auch 16 Prozent zu dem Thema keine Meinung.

Nach Angaben des US-Fachmagazins "Travel Agent Central" befürchten 55 Prozent, dass die Einreisepolitik der Trump-Regierung dazu führt, dass sie im Ausland weniger willkommen sind als zuvor. Vor allem Millennials teilen diese Befürchtung. Laut der Studie hat ein Sechstel von ihnen aus diesem Grund bereits eine Auslandsreise abgesagt oder seine Pläne verschoben. 55 Prozent der Gesamtheit der Befragten glauben, dass sie angesichts der Absicht der Trump-Administration, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu errichten, im Nachbarland weniger willkommen sind. Allerdings wollen 71 Prozent ihre eigenen Auslandsreisepläne nicht von der Politik des Präsidenten beeinflussen lassen.

Die Reisebeschränkungen, die ihnen die US-Regierung für Kuba-Reisen auferlegt, lehnt eine Mehrheit von 54 Prozent der US-Bürger ab. Dabei zeigt sich erneut, dass die Vereinigten Staaten im Hinblick auf die Zustimmung oder Ablehnung der Trump-Politik zutiefst polarisiert sind. Während fast drei Viertel derer, die die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, wählten, Trumps Einreisepolitik für falsch halten, sehen nur sechs Prozent der Trump-Wähler Anlass zur Kritik.

Christian Schmicke

28. Juli 2017 – 16:48
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Der IT-Dienstleister hat im ersten Halbjahr den Umsatz im Bereich Distribution im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,6 Prozent auf gut 1,6 Milliarden Euro gesteigert.  Dazu trug die Zahl der Reisebüro-Flugbuchungen mit einem Zuwachs um 5,7 Prozent auf 295,2 Millionen Euro bei. Damit übertraf sie das Wachstum der GDS-Branche insgesamt, das Amadeus auf 4,3 Prozent beziffert. Im wichtigsten Markt Westeuropa, der mehr als ein Drittel der weltweiten Reisebüroumsätze des Anbieters generiert, fiel das Plus allerdings mit 2,4 Prozent bescheidener aus. Wachstumstreiber waren erneut die Region Asien/Pazifik mit zehn Prozent und Lateinamerika mit 14,7 Prozent mehr Flugbuchungen.

Deutlich stärker als die Reisebüro-Flugbuchungen konnten allerdings andere Bereiche. So wuchs der Umsatz mit IT-Lösungen um 13,3 Prozent auf 855,2 Millionen Euro. Mit IT-Lösungen für Airlines, zu denen etwa Direct-Connect-Anbindungen und Ancillaries-Lösungen zählen, erreichte Amadeus ohne die Einbeziehung von Zukäufen wie Navitaire ein Wachstum von 8,1 Prozent.

Insgesamt erhöhte sich der Umsatz von Amadeus im ersten Halbjahr um 9,5 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn EBITDA wuchs um zehn Prozent auf knapp eine Milliarde Euro. Der bereinigte Gewinn betrug 574 Millionen Euro, 16,1 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2016. Allerdings stieg auch die Verschuldung um ein Prozent. Sie liegt bei knapp zwei Milliarden Euro.

Christian Schmicke

28. Juli 2017 – 15:37
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Noch immer seien nicht alle der rund 75.000 betroffenen Passagiere für das Chaos im Mai entschädigt worden, räumte IAG-Chef Walsh am Freitag in einem Interview mit der BBC ein. Das Ereignis, das die Fluggesellschaft laut Walsh 65 Millionen Euro kostete und durch einen Angestellten verursacht wurde, der die Stromversorgung unterbrach, sei "ein einmaliges Vorkommnis", hofft der Chef der Holding von British Airways und Iberia. Mit der Untersuchung der Panne, die beim Wiederhochfahren der Energiezufuhr auftrat und deren Ursachen offenbar noch nicht abschließend geklärt sind, wurde ein externes Unternehmen beauftragt. "Wir tun alles, um die Sache wiedergutzumachen", so Walsh.

Unterdessen schlägt sich British Airways in wirtschaftlicher Hinsicht durchaus erfolgreich. IAG meldete am Freitag für das zweite Quartal ein Umsatzplus von 4,3 Prozent auf 5,95 Milliarden Euro. Deutlich stärker stieg mit einem Plus von rund 25 Prozent auf 540 Millionen Euro der Gewinn. Dies sei vor allem der Fokussierung von British Airways und ihrer Schwester Iberia auf das Langstreckengeschäft zu verdanken, erklärte Walsh. Auf der Kurz- und Mittelstrecke würden die Kostenreduzierungen, die sich aus den niedrigen Kerosinpreisen ergeben hätten, dagegen durch die Preiskämpfe mit den Low-Cost-Airlines aufgefressen.

Christian Schmicke

27. Juli 2017 – 14:50
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Das hat das Flugportal für Privatjetcharter Victor ermittelt. Nach Angaben des Portalbetreibers ist der Privatflugmarkt in Deutschland in diesem Jahr insgesamt um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Dabei sei gerade eine Verschiebung von der Nutzung eigener Flugzeuge hin zu Chartermaschinen im Gange. So sei die Zahl der Privatjetflüge im eigenen Flieger etwa im Mai um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Dagegen hätten die Charterflüge um 8,5 Prozent zugelegt. Für das eigene Portal verbucht das Unternehmen laut CEO Clive Jackson ein Buchungsplus von 18 Prozent. Mittlerweile mache der Anteil der Charterflüge an den Privatjetflügen in Deutschland 53 Prozent aus.

Zu diesem Wachstum tragen laut Jackson vor allem Newcomer bei. So sei bei Firmenkunden im höheren Management ein Trend zur Zeitoptimierung festzustellen. Lange Wartezeiten und häufige Verzögerungen, wie sie auf ausgelasteten kommerziellen Flughäfen üblich seien, könnten durch die Nutzung eigener Terminals und lokaler Flughäfen vermieden werden, argumentiert der Victor-Chef. Zudem könnten diese Flüge meist sehr spontan gebucht werden. Die Bereitstellungszeit zwischen Buchung und Abflug betrage im Schnitt nur drei Stunden. Auch deshalb wachse die Popularität der Privatjetcharter.

Victor macht solche Privatjetflüge buchbar und ist nach eigener Aussage das umsatzstärkste Portal seiner Art in Europa. Billig ist der exklusive Spaß freilich nicht. So kostet ein Flug zu dem am häufigsten gebuchten Auslandsziel Mallorca bei einer Übernachtung rund 16.700 Euro. Vier bis sechs Fluggäste haben in einem Flieger der "Light-Jet"-Kategorie Platz. Für den Flug nach London sind rund 18.500 Euro fällig, um zur Partyinsel Ibiza zu gelangen, muss man rund 20.500 Euro auf den Tisch blättern.

Christian Schmicke

27. Juli 2017 – 13:50
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Man kennt das aus eigener Erfahrung: Manche Menschen laden ständig Gäste zu sich nach Hause ein, andere selten oder nie. Eine Umfrage der Marktforschungsgesellschaft GfK in 17 Ländern zeigt nun, dass dieses Verhalten in verschiedenen Ländern auch unterschiedlich ausgeprägt ist. Das ist auch auf Reisen nützlich zu wissen. Schließlich verdeutlicht es, wie selbstverständlich oder ungewöhnlich es in einem Land ist, andere Menschen zu sich nach Hause einzuladen.

Lateinamerikaner sind besonders gastfreundlich. Am geselligsten sind in dieser Hinsicht die Einwohner Mexikos und Argentiniens. 42 Prozent der Mexikaner und 39 Prozent der Argentinier empfangen mindestens einmal in der Woche Besuch. Sieben Prozent der Mexikaner und sechs Prozent der Argentinier haben sogar täglich Gäste. Zu den Nationen, die häufiger andere Menschen in die eigenen vier Wände lassen, zählen auch Brasilien (36%), Italien (34) und China  (30%).

In Deutschland geben insgesamt 22 Prozent an, mindestens einmal wöchentlich zu Hause Besuch zu empfangen. Weitere 42 Prozent laden einmal im Monat oder öfter Gäste zu sich ein. Wohlhabende Menschen sind dabei übrigens häufiger Gastgeber als Empfänger geringerer Einkommen. Selten oder nie hat etwas mehr als ein Drittel der Deutschen Besuch. In den Vereinigten Staaten ist der Anteil der Eigenbrötler deutlich höher – er machte 50 Prozent der Befragten aus.

Koreaner und Japaner bleiben zu Hause lieber unter sich. Am anderen Ende der Skala rangieren Japan und Korea. So haben 56 Prozent der Japaner seltener als einmal im Monat Verwandte, Freunde oder Bekannte bei sich zu Hause. Ein gutes Viertel empfängt überhaupt nie Besuch. In Korea bewegt sich der Anteil derer, die niemals Gäste haben, sogar bei 28 Prozent. 40 Prozent holen sich seltener als einmal  im Monat Gesellschaft ins Haus. Echte Besuchsmuffel sind auch unsere niederländischen Nachbarn. 19  Prozent von ihnen laden nie und fast zwei Drittel nicht mal monatlich Leute zu sich ein.

Christian Schmicke

26. Juli 2017 – 17:15
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"Sehr geehrte Besucher, die Homepage wird derzeit technisch überarbeitet", heißt es auf der Website von Golfreisen Hamburg in schwarzer Schrift auf leuchtend orangefarbenem Untergrund. Und: "Ab der Wintersaison 2017/18 übernimmt Golfreisen Hamburg als exklusiver FTI-Partner die Abwicklung der Golfpakete für alle Zielgebiete."

FTI hat das Unternehmen der Reisebüroinhaber Bettina und Thomas Reiche dazu auserkoren, um den Counter besser mit Know-how für die Golfangebote zu versorgen. Die Golfspezialisten agieren für andere Reisebüros als Experten, die ihnen nicht nur Tipps zur Wahl des richtigen Platzes geben können, sondern sie auch bei der Buchung von Tee Times sowie der logistischen Organisation, etwa beim Transport von Reisegepäck, unterstützen. Denn die Münchener wissen: "Golfanfragen unterscheiden sich stark von normalen Reisebuchungen und bedürfen einer besonderen Beratung“, wie Vertriebschef Richard Reindl unterstreicht. Der neue Service soll Golfreisen nun auch für Reisebüros ohne Spezialkenntnisse mit vertretbarem Aufwand buchbar machen.

Nicht nur die Beratung soll verbessert werden, das Angebot wächst ebenfalls deutlich. Über die Länderkataloge verteilt finden Kunden laut Reindl 150 spezielle Golfpakete – mehr als dreimal so viele wie im Vorjahr. Auf der Kurz- und Mittelstrecke stehen Golfern Spanien mit den Balearen und den Kanaren, Portugal, Zypern, Marokko, Ägypten, die Türkei sowie die Vereinigten Arabischen Emirate zur Wahl. Auf der Fernstrecke beschränkt sich das Angebot bislang auf Südafrika.

Christian Schmicke

26. Juli 2017 – 16:41
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Mehr als 20.000 Schüler befragt das Trendence-Institut jedes Jahr nach ihren Berufswünschen und ihren Wunsch-Arbeitgebern. Die Studie fördert dabei einigermaßen erstaunliche Ergebnisse zu Tage. So steht als Branche in diesem Jahr der öffentliche Dienst an der Spitze und löst die lange Zeit auf Platz eins abonnierten Autohersteller ab. Ganz  vorne rangiert als Arbeitgeber die Polizei, gefolgt vom Sportartikelhersteller Adidas und – man lese und staune – der Bundeswehr.

Beliebtester Arbeitgeber in spe aus dem Bereich Tourismus und Logistik ist Lufthansa auf Rang zehn. Airberlin bringt es mit Rang 15 und absteigender Tendenz immer noch auf den zweiten Platz im Branchenranking. Platz 24 teilen sich die Deutsche Bahn, die gegenüber dem Vorjahr Plätze gut macht, und die Hotelkette Hilton. Beliebtestes Reiseunternehmen ist DER Touristik auf Platz 41, knapp vor Tui, die an 42. Stelle landet. Leicht verbessert zeigt sich Thomas Cook auf Rang 46, und damit gleich auf mit den Discountern Primark und Lidl. Außerdem schaffen es Flughafenbetreiber Fraport (54.) und die Deutsche Flugsicherung (61.) unter die Top 100.

Im Ranking der Branchen bleibt die Touristik hinter öffentlichem Dienst, Autoherstellern, Handel und Konsumgüterindustrie auf Platz fünf und verschlechtert sich gegenüber den Vorjahren. Neun Prozent der befragten Schüler gaben Logistik und Touristik als Wunschbranche an.

Insgesamt hat die Unsicherheit hinsichtlich der Berufswahl beim Nachwuchs offenbar zugenommen: 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler wissen noch nicht, was sie nach ihrem Schulabschluss machen wollen. Das sind zehn Prozent mehr als noch im Jahr 2016. "Wir bemerken wir eine große Unsicherheit unter den Schülern. Der Wunsch nach Orientierung und Unterstützung bei der Berufswahl ist enorm groß“, sagt Trendence-Geschäftsführer Holger Koch.

Christian Schmicke

26. Juli 2017 – 15:13
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Dass Telekommunikationsunternehmen ihren Kunden nicht nur Freude bereiten, ist man gewohnt. Der Anbieter Freenet schickt sich gerade an, die Reisebüros unter seinen Kunden zu vergraulen. Grund sind diesmal keine Netzausfälle oder technische Pannen, sondern der Einstieg des Unternehmens in das Geschäft mit Rückvergütungen.

Auf der Freenet-Website wird Besuchern "exklusiv über Freenet eine Mitgliedschaft bei Travel Xtra für 47,75 Euro pro  Jahr" angeboten. Wer dann als Mitglied des Rückvergüters eine Reise aus dem Angebot des Schwesterunternehmens  PTG Professional Travel GmbH bucht, erhält sechs Wochen nach dem Ende seiner Reise fünf Prozent des Reisepreises zurück, so das Versprechen. Die Vergütung werde automatisch auf das Konto überwiesen.

Klassische Adresse aus der Rückvergüter-Szene. Sowohl PTG als auch Travel Xtra gehören zur US-amerikanischen Affinion Group, die in Deutschland mit eigenen Niederlassungen in Hamburg und Berlin vertreten ist. Die Reiseaktivitäten der Gruppe in Deutschland werden von Hamburg aus gesteuert. Affinion bezeichnet sich als "führender Anbieter" von Kundenbindungsprogrammen. Zur Kundschaft zählen vor allem Banken, Versicherungen und Telekommunikationsanbieter. Über PTG, nach eigener Darstellung eines der "größten unabhängigen Reisebüros Deutschlands", laufen auch die Buchungen für Reisen aus den Rückvergütungsprogrammen von Banken, Sparkassen und Kreditkartenfirmen.

Es mag für Reisebüros ein schwacher Trost sein, aber als besonders erfolgreich hat sich Affinion hierzulande bisher nicht erwiesen. Im Jahr 2015 verbuchte das Unternehmen bei einem Umsatz von rund 17 Millionen Euro einen satten Verlust von knapp sieben Millionen Euro, nach einem Minus von 4,5 Millionen Euro im Jahr davor.

Christian Schmicke

26. Juli 2017 – 08:00
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Zum nächsten Geschäftsjahr hebt der Veranstalter die Umsatzhürden für die einzelnen Provisionsstaffeln spürbar an. Um zehn Prozent zu erreichen, müssen Reisebüros dann nicht mehr 75.000, sondern 100.000 Euro mit den Veranstaltern der FTI-Gruppe umsetzen. Die Schwelle, um elf Prozent zu erhalten, klettert von 200.000 auf 250.000 Euro. Und für die höchste Stufe sind dann nicht mehr 400.000 , sondern 500.000 Euro Jahresumsatz erforderlich. Vertriebspartner, die den Mindestumsatz für die Zehn-Prozent-Marke nicht erreichen, können durch die Teilnahme am so genannten "Start-up-Modell" mit Online-Schulungen und Marketingmaßnahmen die zehn Prozent dennoch erhalten.

Geschäftsführer Ralph Schiller  begründet  die höheren Anforderungen mit der "dynamischen Umsatzentwicklung der letzten drei Jahre", in denen der Veranstalter die Umsatzstaffeln nicht antastete. Weil die höheren Reisebüroumsätze die Vertriebskosten in die Höhe treiben, seien nun "moderate Anpassungen notwendig, um die Provisionsquote auf hohem Niveau zu stabilisieren und wettbewerbsfähig zu bleiben", sagt er.

Windrose-Umsatz zählt mit. Um den Schmerz der Vertriebspartner zu lindern, hat Schiller auch eine positive Nachricht im Gepäck. Nach der Übernahme des Luxusveranstalters Windrose von der RT-Raiffeisen Touristik Group werden die Umsätze mit dem Anbieter in das FTI-Vergütungsmodell integriert. Sie zählen zur Erreichung der Umsatzstaffeln mit, sind allerdings bei zehn Prozent gedeckelt. Mit der Veröffentlichung des neuen Provisionsmodells, die in diesem Jahr gut einen Monat später erfolgt als 2016, habe man auf die Freigabe der Windrose-Übernahme durch die Kartellbehörde gewartet, erklärt Schiller. Windrose setzte im vergangenen Jahr rund 30 Millionen Euro um. Der Anteil der buchungen über den stationären Vertrieb liegt bei dem Veranstalter bei 35 Prozent.

Incentives für Fernreisen und Labranda. Um den Umsatz im Fernreisesektor frühzeitig anzukurbeln, werden Buchungen der Marke FTI für Langstreckenziele, die zwischen dem 1. August und dem 30. September erfolgen, mit zusätzlichen zwei Prozent Provision vergütet. Im vergangenen Jahr erhielten Reisebüros im Rahmen eines ähnlichen Incentives 13 Prozent; nun können vor allem große FTI-Büros auf bis zu 15 Prozent kommen. Außerdem führt Vertriebsdirektor Richard Reindl ein Incentive für Buchungen der eigenen Hotelmarke Labranda ein. Agenturen, die den Mindestumsatz von 100.000 Euro erreichen, erhalten für ihre Labranda-Buchungen 0,5 Prozent on top, im Vorjahr waren es 0,3 Prozent.

Buchungen für die Wintersaison, die bis jetzt bereits erfolgt sind, vergütet FTI noch zu den bisherigen Konditionen. Das neue Modell gilt ab sofort für alle Neubuchungen von Reisen, die im nächsten Geschäftsjahr angetreten werden.

Christian Schmicke