15. August 2017 – 13:27
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Die hochverschuldete Airberlin hat heute beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Auslöser sei die Mitteilung des Großaktionärs Etihad Airways gewesen, dass „sie nicht mehr beabsichtigt, Airberlin finanziell zu unterstützen“.

Durch einen Brückenkredit der Bundesregierung werde der Flugbetrieb aufrechterhalten, teilt Airberlin mit. Sie gewährt der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft 150 Millionen Euro Kredit, der von der KfW bereitgestellt wird und durch eine Bundesbürgschaft abgesichert ist.

"Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich mehrere zehntausend Reisende sowie Urlauberinnen und Urlauber an verschiedenen internationalen Urlaubsorten und Destinationen aufhalten. Der Rückflug dieser Reisenden nach Deutschland mit Air Berlin wäre andernfalls nicht möglich gewesen", rechtfertigt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Finanzhilfe.

Airberlin versichert indes: „Alle Flüge von Airberlin und Niki finden weiterhin statt. Die Flugpläne bleiben gültig. Gebuchte Tickets behalten ihre Gültigkeit. Alle Flüge sind weiterhin buchbar." Das Geld der Bundesregierung dürfte allerdings nur drei Monate reichen.

Die Verhandlungen mit Lufthansa und weiteren Partnern zum Verkauf einzelner Betriebsteilen seien weit fortgeschritten und verliefen erfolgversprechend, so Thomas Winkelmann, CEO Airberlin. „Wir arbeiten unermüdlich daran, in dieser Situation das Beste für das Unternehmen, für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter zu erreichen.“ In einem Fernsehinterview ließ er aber auch durchblicken, dass die Insolvenz wohl das Ende der Marke Airberlin bedeute.

Update: Die "Wirtschaftswoche" meldet, dass die Düsseldorfer Juristen Frank Kebekus als Generalbevollmächtigter und Lucas Flöther als Sachwalter die Insolvenz überwachen sollen. Flöther war zuletzt als Insolvenzverwalter des Portalbetreibers Unister in der Reisebranche aktiv.

14. August 2017 – 17:58

Was erwarten die Bundesbürger von ihrem Urlaub? Die Antwort ist ziemlich trivial. Auf der einen Seite stehen Entspannung und Erholung hoch im Kurs - 28 Prozent der Befragten möchten im Urlaub einfach nur abschalten. Ebenso viele möchten dagegen neue Orte und Dinge kennenlernen und 24 Prozent wollen die lokale Kultur und das Essen im Urlaubsland erleben. Das hat die "Consumer Life Studie" der Marktforschungsgesellschaft GfK ermittelt. Ein weiterer Trend, der der Reisebranche Auftrieb verleihen müsste: Fast 40 Prozent der Befragten sagen, Erfahrungen seien ihnen wichtiger als Besitz. Dabei gehe es nicht allein um Nervenkitzel und Spannung, sondern auch darum, "Produkte und Dinge mit allen Sinnen zu erleben und um gemeinsame Erfahrungen, die man mit Freunden und Familie teilen kann", so die Marktforscher.

Abenteuer versus Kulturerlebnis. Bezogen auf das Reiseverhalten gibt es, wenig verwunderlich, deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Zielgruppen: dabei spielen vor allem das Alter der Reisenden und die Tatsache, ob Kinder im Haushalt leben, eine Rolle. Die jungen Gruppen der "iBrains" (15 – 19 Jahre) und Millennials (20 – 34 Jahre) zeigten ein deutlich höheres Interesse daran, neue Orte zu entdecken und Abenteuer zu erleben als die ältere Generation X oder die Babyboomer. "Individualität und Authentizität sind dabei wichtige persönliche Werte, was sicherlich auch den wachsenden Erfolg von Anbietern wie Airbnb erklärt", folgert die GfK. Ältere Menschen hätten dagegen ein größeres Bedürfnis nach Erholung und dem Kennenlernen anderer Kulturen. So sei bei denjenigen die 65 Jahre und älter sind, ein klassisches Vier-Sterne-Hotel nach wie vor die beliebteste Unterkunftsart neben der Unterbringung bei Freunden oder der Familie. Immerhin zwölf Prozent dieser Zielgruppe unternahmen Kreuzfahrten.

Die anderen sind abenteuerlustiger. Im Vergleich mit anderen Nationen seien die Schwerpunkte im Urlaub ähnlich, so die "Consumer Life Studie. Das Kennenlernen anderer Kulturen und erholung stehen acuh international im Mittelpunkt. Interessant sei allerdings, dass der Wunsch, im Urlaub seine Hobbies auszuüben, die Begeisterung für vorausgeplante Touren oder auch die Suche nach Abenteuer in anderen Nationen deutlich ausgeprägter sind als in Deutschland – und dies für alle Altersgruppen.

14. August 2017 – 16:28
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Im September wird Boris Raoul CEO der Invia Group Germany, unter deren Dach das Reise-, Flug- und Veranstaltergeschäft des insolventen Portalbetreibers Unister Travel gebündelt sind. Unister Travel hatte nach dem Tod von Firmengründer und Hauptgesellschafter Thomas Wagner durch einen Flugzeugabsturz im Juli 2016 Insolvenz angemeldet. Im April hatte der Investor Rockaway Capital die touristische Sparte mit den Portalen Ab-in-den-Urlaub.de und Fluege.de gekauft und in die Invia Group integriert.

Neben seiner Rolle in Deutschland soll Raoul als Chief Operating Officer der Invia Group fungieren und "das Geschäft der Gruppe im deutschsprachigen Raum und das in der Invia.cz gebündelte Osteuropa-Geschäft enger miteinander verbinden und auf den paneuropäischen Wachstums-Kurs ausrichten", heißt es in einer Mitteilung. Bei Invia Germany ergänzt er die derzeitige Geschäftsführung, bestehend aus Stephan Wiese als Chief Operating Officer, Tobias Walther-Merkwitz als Chief Financial Officer und Nikolaus Pauseback als Chief Commercial Officer.

Raoul hat Unister Travel bereits von 2014 an zwei Jahre lang geleitet und das Unternehmen, das wegen seiner bisweilen juristisch grenzwertigen Geschäftspraktiken umstritten war, näher an die Touristik herangeführt. Er schied Ende März 2016 aus und war anschließend als Unternehmensberater, Investor und Business Angel aktiv. Die längste Zeit, insgesamt zwölf Jahre, arbeitete er für die FTI Group, zuletzt als Chief Operating Officer.

 

14. August 2017 – 13:51
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Das ergab eine einwöchige Überprüfung von Walbeobachtungsausflügen durch Beamte der spanischen Guardia Civil. Wie das auf den Kanarischen Inseln erscheinende "Wochenblatt" berichtet, hätten die Kontrollen zu dem Ergebnis geführt, dass die Ausflugsboote den vorgeschriebenen Mindestabstand zu den Tieren, der 60 Meter beträgt, "in den seltensten Fällen einhalten". Außerdem schalteten sie nicht, wie vorgeschrieben, die Motoren aus, wenn sie sich in der Nähe der Tiere befänden. Die Beamten hätten bei ihren Stichproben zehn Unternehmen unter die Lupe genommen, von denen sechs mindestens gegen eine Vorschrift der Regulierung verstießen, erklärte ein Mitglied der Guardia Civil gegenüber der Presse. Außerdem seien bei Inspektionen von 28 Booten insgesamt 32 Anzeigen wegen Verstößen erstattet worden. Auch die Zahl der Boote, die ohne Erlaubnis Walbeobachtungen anbieten, steige immer weiter, heißt es. Außerdem hätten manchen Bootsführern gültige Bootsscheine oder andere erforderliche Papiere gefehlt.

Mit 27 verschiedenen Wal- und Delfinarten sind die Gewässer der Kanarischen Inseln ein besonders artenreiches Gebiet. Das Zusammenwirken verschiedener Meeresströmungen führt dazu, dass sich um die Kanaren sowohl Meeressäuger aus kalten Gewässern als auch Bewohner gemäßigter und warmer Regionen aufhalten. Die Beobachtung der Wale ist nicht nur ein besonderes Erlebnis, sondern auch ein einträgliches Geschäft. Besonders der Süden Teneriffas ist eine Hochburg der Anbieter von Walbeobachtungstouren. Denn zwischen Teneriffa und der Nachbarinsel La Gomera tummeln sich neben denjenigen Walarten, die nur auf der Durchreise sind, auch andere, wie etwa Grindwale, die ständig dort leben.

14. August 2017 – 07:00
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Zwei große Pools, sechs Infinity-Whirlpools entlang der Reeling und zwei Wasserrutschen, darunter eine 100 Meter lange Tandem-Rutsche: Die "Norwegian Bliss", der nächste Neubau der Norwegian Cruise Line, soll seine Gäste vor allem mit Superlativen an Bord locken. Zu den Besonderheiten an Bord der "Bliss", die im Frühjahr 2018 ausgeliefert werden soll und ab Juni 2018 nach Alaska und in die Karibik sowie auf Routen entlang der mexikanischen Riviera unterwegs ist, zählt außerdem eine zweigeschossige, rund 300 Meter lange E-Kart-Rennstrecke. Vier Geschwindigkeitseinstellungen können für Anfänger, Fortgeschrittene und erfahrene Fahrer angepasst werden; ein spezieller "Turbo-Boost", der einmal pro Runde angeschaltet werden kann, soll außerdem für Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 50 Stundenkilometern sorgen. Der Kurs sei anspruchsvoll, heißt es. Eine solche Kart-Bahn gibt es allerdings bereits: Auf dem Schwesterschiff "Joy", das ausschließlich für den chinesischen Markt konzipiert ist. Nun will Norwegian Cruise Line das Spektakel auch westlichen Gästen schmackhaft machen.

Dazu passt auch eine Freiluft-Arena für Laser-Tag, in der Freunde von Ballerspielen mit Hilfe von Laserpistolen ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen können. Das Areal sei als verlassene Raumstation gestaltet und könne rund um die Uhr genutzt werden, kündigt die Reederei an.

Von Tex-Mex bis Teppanyaki. Jede Menge Auswahl gibt es auch in puncto Gastronomie. Etwa das "Texas Smokehouse Q" mit Texas-Barbecue, das Restaurant "Los Lobos" mit gehobener mexikanischer Küche, "Cagney's Steakhouse", die "The A-List Bar" mit Cocktails, Weinen und Spirituosen oder das Dessert-Restaurant "Coco's, in dem ein großer Schokoladenbrunnen den Eingang ziert. Außerdem ein französisches, ein italienisches, ein Meeresfrüchte-, ein internationales und ein japanisches Teppanyaki-Restaurant. Bierfreunde finden im "The District Brew House" bei 24 Biersorten vom Fass und mehr als 50 Sorten Flaschenbier ihren Platz, Weinliebhaber eher im "The Cellars", einer Weinbar der US-Weindynastie Mondavi.

Die "Bliss" mit einer Kapazität für 4.000 Gäste, wird derzeit in der Meyer-Werft in Papenburg gebaut.

13. August 2017 – 20:30
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„Der Kunde ist komisch geworden“, sagt Georg Welbers. Die „digitalen Dosen“, wie der Omnichannel-Direktor von Thomas Cook Smartphones nennt, sind immer dabei. „Der Daumen kann alles, aber er ist unglaublich nervös und hat keine Geduld.“ Und er sucht nach Urlaub. „90 Prozent der Leute, die im Reisebüro buchen, waren vorher online.“ Doch sie bleiben weder hier noch dort. „Der Kunde springt zwischen den Kanälen hin und her“, sagt Welbers.

Genau deshalb sei Omnichannel die Lösung, nämlich die komplette Vernetzung und Nutzung aller Kanäle. Allerdings: „Von der Vision Omnichannel sind alle noch Lichtjahre entfernt“, gibt Welbers zu. Doch immerhin habe Thomas Cook einen Anfang gemacht und es funktioniere. Tests mit eigenen und Franchise-Büros seien erfolgreich verlaufen, weshalb Welbers nun Agenturen als Omnichannel-Partner gewinnen will.

Doch was steckt hinter dem Omnichannel-Partner konkret?

Merkzettel auf Thomascook.de mit Übergabe ans Reisebüro: Wer auf der Website des Konzerns sucht, kann seine Anfrage an ein Reisebüro in seiner Nähe weiterleiten. Ein entsprechender Button ist prominent im Sichtfeld platziert. Alle Omnichannel-Partner sind im dahinter liegenden Reisebürofinder gelistet. Die Agentur kann die Anfrage bearbeiten, buchen und bekommt dafür die volle Provision.

E-Mail-Marketing im Namen des Reisebüros: Bis zu fünfmal meldet sich Thomas Cook per Mail. Direkt nach der Buchung als Dankeschön mit Infos zur Reise, Land und Zahlungsinfos sowie Download-Link der Kundendokumente. E-Mail 2 bietet Up- und Cross-Selling-Angebote wie Mietwagen oder Ausflüge. Ein separates Mailing kommt später bei Condor-Flügen mit Zusatzleistungen wie Sitzplatzreservierung oder Menüwahl. Für Verkäufe gibt’s Provision. Ein Gute-Reise-Wunsch mit aktuellem Wetter, Checkliste fürs Kofferpacken und Abfluginfos stärkt die Vorfreude kurz vor dem Start in den Urlaub. Und danach ein "Willkommen zurück" mit der Frage, wie es gefallen hat. Für den Kunden ist das Reisebüro Absender der E-Mails, jeweils mit individuellem Foto und Kontaktdaten.

Facebook-Postings auf der Reisebüroseite: Die Beiträge und Angebote werden zentral erstellt und dann mit Vorankündigung im Facebook-Account der Agentur platziert und teils bei den Freunden beworben. Das Reisebüro entscheidet jeweils, ob es mitmachen will oder nicht.

Einbeziehung bei Post-Mailings von Thomas Cook: Bei ausgewählten Endkunden-Aktionen wird auf die Onmichannel-Partner verwiesen.

Reisebüro im Travelguide: Kunden erhalten die App mit Foto und Kontaktdaten ihres Reisebüros.

Online-Katalogbestellung: Auf der Website können Interessenten Broschüren bestellen und bekommen im Reisebürofinder den Omnichannel-Partner in der Nähe eingeblendet.

E-Learning und Seminare: Omnichannel-Partner werden in der Digitalisierung fit gemacht, lernen Facebook, Instagram, Snapshat und Virtual Reality kennen.

Das Paket gibt es für Reisebüros bis mindestens Ende des Jahres kostenlos, sagt Welbers. Danach will er für die Leistungen monatlich 29 Euro berechnen. Er hofft, bundesweit 1.500 Agenturen als Omnichannel-Partner gewinnen zu können.

Thomas Hartung

11. August 2017 – 16:37

Laut dem Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes verteuerte sich der Pauschalurlaub gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,3 Prozent. Diese Aussage deckt sich mit Angaben von Reiseveranstaltern, nach denen die durchschnittlichen Reisepreise in diesem Jahr gegenüber 2016 gestiegen sind. Im Vergleich zum Vormonat Juli ergab sich eine saisonübliche Teuerung in noch größerem Umfang. So waren Pauschalreisen um 14,7 Prozent teurer, Auslandsreisen kosteten 15,4 Prozent mehr, für den Deutschlandurlaub lagen die Tarife um 5,7 Prozent über denen im Juni. Für Flugtickets lag die Preissteigerung im Monatsvergleich bei 7,4 Prozent.
Insgesamt lag die Inflation, gemessen an den Verbraucherpreisen, gegenüber dem Juli 2016 bei 1,7 Prozent.

11. August 2017 – 15:37
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Mit DER Touristik hat nun auch der letzte der großen Veranstalter seine Vertriebskonditionen für das Geschäftsjahr 2017/18 veröffentlicht. Dass die Touristiksparte der Rewe Group damit erst im August herausrückt, hat Tradition. Das Unternehmen begründet den späten Termin damit, dass die Provision bei ihm anhand des Buchungstermins und nicht wie bei anderen Anbietern anhand des Abreisetermins berechnet und ausgezahlt wird. Deshalb gilt das neue Modell bei ihm erst für Buchungen vom Stichtag erster November an. Die FTI Group, die ihre neuen Konditionen ebenfalls erst in der vergangenen Woche veröffentlichte, weil dann erst die Übernahme des Luxusveranstalters Windrose unter Dach und Fach war, gleicht das durch eine Sonderregelung aus. Sie berechnet alle Buchungen aus den Winterkatalogen, die vor der Veröffentlichung der neuen Konditionen abgeschlossen wurden, noch nach dem alten Modell.

FTI ist zusammen mit Schauinsland Reisen wohl auch derjenige Veranstalter, bei dem sich die Reisebüros auf die stärksten Veränderungen einstellen müssen. Die beiden Veranstalter, die in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen sind, hoben die Umsatzhürden zum Erreichen der Staffelprovisionen an. Das ist in wachstumsstarken Phasen schon lange gängige Praxis. Denn je mehr Reisebüros immer höhere Umsätze erzielen, desto stärker steigen die Vertriebskosten. Das drückt auf die Marge oder treibt angesichts ohnehin schwacher Margen die Preise in die Höhe. Gleichwohl: Für die Reisebüros beinhalten höhere Umsatzgrenzen stets das Risiko, dass der Provisionssatz im nächsten Jahr niedriger liegt. Die neuen Konditionen im Überblick:

TUI: Riu und Gebeco werden Value-Umsatz. Das ist aus der Sicht des Counters die gute Nachricht. Sämtliche Riu-Hotels und alle Gebeco-Produktlinien zählen neu zum so genannten Value-Umsatz, der für die Leistungsprovision entscheidend ist. Allerdings müssen die Reisebüros ihren Value-Anteil gegenüber dem Vorjahr um mindestens fünf Prozentpunkte steigern, um auf dasselbe Leistungsprovisionsniveau zu gelangen wie bisher. Beim so genannten Wachstumsincentive wird die Hürde dagegen von fünf auf drei Prozent abgesenkt. Die bittere Pile kommt von der Kreuzfahrttochter Tui Cruises: Für den Fluganteil im Kreuzfahrtarrangement zahlt sie nicht mehr die volle Provision, sondern nur noch eine Fixprovision von acht Prozent.

DER Touristik: Systematik vereinheitlicht. Insgesamt werde es leichter, mit den DER-Touristik-Marken gutes Geld zu verdienen, versichert die Rewe-Touristiksparte. Basis für die Provisionsberechnung ist künftig ausschließlich der mit den DER-Touristik-Marken erzielte Gesamtumsatz. Um zehn Prozent Grundprovision zu erhalten, müssen Agenturen nach wie vor 150.000 Euro mit den Konzernmarken umsetzen. Reisebüros, die den Vorjahresumsatz erreichen und mindestens 15.000 Euro mit den DER-Touristik-Hotelmarken umsetzen, erhalten darüber hinaus einen Bonus von 0,4 Prozent. Agenturen, die den Vorjahresumsatz um mindestens fünf Prozent übertreffen und mehr als 30.000 Euro mit den DER-Hotels machen, kassieren 0,9 Prozent zusätzlich. Im Gegenzug für den Wegfall der Einzelboni für Köln und Frankfurt wurden der Bonus für Buchungen der konzerneigenen Hotellerie als auch die Provisionssätze innerhalb der einzelnen Umsatz- und Wachstumsstufen erhöht.

Thomas Cook: Öger Tours statt Aldiana. Der Türkei-Spezialist zählt bei der Berechnung des Gesamtumsatzes für die Provisionsstaffel mit. Allerdings fallen dafür die bisher angerechneten Aldiana-Buchungen weg. Erleichtern soll es den Reisebüros die Arbeit dennch. Denn der Öger-Umsatz sei ungefähr doppelt so hoch wie der von Aldiana, heißt es aus Oberursel. Zusätzlich senkt Öger Tours die Schwelle, ab der es zehn Prozent Provision gibt, von 35.000 auf 20.000 Euro.

FTI: Höhere Umsatzstufen. Um zehn Prozent zu erreichen, müssen Reisebüros dann nicht mehr 75.000, sondern 100.000 Euro mit den Veranstaltern der FTI-Gruppe umsetzen. Die Schwelle, um elf Prozent zu erhalten, klettert von 200.000 auf 250.000 Euro. Und für die höchste Stufe sind dann nicht mehr 400.000 , sondern 500.000 Euro Jahresumsatz erforderlich. Dafür zählen nun die Buchungen für die neue FTI-Tochter Windrose mit.

Alltours: Alles wie gehabt. Der Veranstalter lässt das seit zwei Jahren gültige Vergütungsmodell im neuen Geschäftsjahr unverändert weiterlaufen. Einzelbüros im stationären Vertrieb erhalten demnach weiterhin von der ersten Buchung an eine Provision von zehn Prozent. Hinzu kommen leistungsbezogene Staffelprovisionen zwischen 0,25 und drei Prozent.

Schauinsland Reisen: Größere Hürden. Weiterhin gibt es von der ersten Buchung an zehn Prozent Provision, die nächste Stufe von 10,7 Prozent erreichen Reisebüros nun aber erst ab 75.000 Euro Jahresumsatz statt wie bisher ab 50.000 Euro. Auch die weiteren Staffeln werden um jeweils 25.000 Euro angehoben. Für das Maximum von 13 Prozent muss der Umsatz mindestens 375.000 Euro betragen. Der Veranstalter legt sein Modell erneut für zwei Jahre fest.

Christian Schmicke

11. August 2017 – 14:15

Aus der Reisebüroperspektive war der DER-Touristik-Veranstalter Clevertours bisher stets ein Ärgernis. Er produziert "Weiße Ware", unter anderem für die konzerneigenen Rewe-Supermärkte und den Discounter Penny, aber auch für andere Abnehmer. Für die Reisebüros sind diese Angebote nicht buchbar. Zum nächsten Geschäftsjahr soll Clevertours nun in die Reisebüros kommen. Das kündigte DER-Touristik-Geschäftsführer Mark Tantz bei der Vorstellung des Provisionsmodells der Konzernveranstalter für das Geschäftsjahr 2017/18 an. Clevertours soll den Reisebüros preisgünstige vorkonfektionierte Pauschalreisen zur Verfügung stellen. Dadurch unterscheidet sich der Veranstalter von der Schwestermarke Travelix, über die ausschließlich dynamisch paketierte Reisen vertrieben werden. Zu den Details der Produktgestaltung und der Zusammenarbeit mit dem stationären Vertrieb will sich Tantz noch nicht äußern. Am wahrscheinlichsten ist wohl, dass Clevertrours, ähnlich wie für die Supermärkte, ein breites Spektrum von Aktionsangeboten auflegt und sie den Reisebüros zur Verfügung stellt. Klar ist, dass Clevertours über den Reisebürovertrieb auch gegenüber den Verbrauchern als Marke stärker in den Vordergrund tritt. Verprovisioniert werden die Reisen lediglich mit der Grundprovision von zehn Prozent. Die Umsätze fließen allerdings in die Berechnung des Gesamtumsatzes bei DER Touristik ein.

Christian Schmicke

11. August 2017 – 08:40
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Seit Jahren arbeitet der Konzern daran, die Vergütungsmodelle seiner beiden Filialen in Köln und Frankfurt zusammenzubringen. Nach dem Zusammenschluss der bis dahin gesellschaftsrechtlich getrennt geführten Einheiten innerhalb der DER Touristik Deutschland GmbH wird die Provision nun vollständig vereinheitlicht. Die bisher ausgezahlte Bonusvergütung für stabile oder steigende Umsätze mit jeder einzelnen der beiden Filialen gibt es künftig nicht mehr. Basis für die Provisionsberechnung ist künftig ausschließlich der mit den DER-Touristik-Marken erzielte Gesamtumsatz. Um zehn Prozent Grundprovision zu erhalten, müssen Agenturen nach wie vor 150.000 Euro mit den Konzernmarken umsetzen. Reisebüros, die den Vorjahresumsatz erreichen und mindestens 15.000 Euro mit den DER-Touristik-Hotelmarken umsetzen, erhalten darüber hinaus einen Bonus von 0,4 Prozent. Agenturen, die den Vorjahresumsatz um mindestens fünf Prozent übertreffen und mehr als 30.000 Euro mit den DER-Hotels machen, kassieren 0,9 Prozent zusätzlich.

"Einzelboni neu verteilt." Der Wegfall der Einzelboni für Köln und Frankfurt führe nicht zu einer Reduzierung der Auszahlungen, betonen Geschäftsführer Mark Tantz und Vertriebschef Kevin Keogh. Denn im Gegenzug seien sowohl der Bonus für Buchungen der konzerneigenen Hotellerie als auch die Provisionssätze innerhalb der einzelnen Umsatz- und Wachstumsstufen erhöht worden. Die Stufen selbst seien dabei unverändert geblieben. "Die Reisebüros können leichter an höhere Provisionen gelangen als in der Vergangenheit", rechnet Keogh vor. Dazu trage auch bei, dass die Zahl der Kriterien, die sie für Bonuszahlungen erfüllen müssten, durch die Vereinheitlichung reduziert worden sei.

Dass DER Touristik bei der Provision zum nächsten Geschäftsjahr nicht die Daumenschrauben anziehen würden, war nach dem holprigen Start des neuen Buchungssystems "Phoenix unlimited" im vergangenen Sommer und Winter zu erwarten. Keogh und Tantz deklarieren denn auch die neue Einheitssystematik als "Dankeschön" für die Reisebüros, "die uns während unserer inzwischen behobenen Systemprobleme die Treue gehalten haben". Denen biete man nun ein "einfaches, stabiles und planbares Provisionsmodell", sagt Tantz.

Christian Schmicke