12. Januar 2018 – 18:40

Das neue Jahr fängt gut an, Anlass zur Euphorie besteht aber nicht. Das geht aus einer Online-Umfrage für Gloobi hervor, an der sich knapp 200 Reisebüros beteiligten. Demnach verzeichnet ein gutes Drittel bessere Geschäfte als im Vorjahr, ein weiteres gutes Drittel sieht sich aktuell auf dem Niveau von 2017. Knapp 30 Prozent verzeichnen Rückgänge. Die Prognosen sehen insgesamt optimistisch aus. Fast 60 Prozent der Befragten rechnen für das Geschäftsjahr mit Umsatzzuwächsen. 27 Prozent glauben, dass sie dieses Geschäftsjahr ebenso abschließen, wie das vergangene. Pessimistisch sind lediglich 13 Prozent.

 

11. Januar 2018 – 17:58

Nach der Aufregung um einen Beschluss des Tourismusministeriums der Dominikanischen Republik, in Cap Cana und Macao in Punta Cana die zulässige Höhe von Hotelneubauten am Stand von vier auf 22 Stockwerke anzuheben, ist der Investor Cap Cana S.A. um Schadensbegrenzung bemüht. In einer Erklärung des Unternehmens, die das Portal "Acento“ zitiert, heißt es, die Hotels  seien keineswegs direkt am Strand geplant, sondern in einer Entfernung von 1.000 bis 1.400 Metern landeinwärts. Sämtliche Bauvorschriften würden befolgt. Zudem handele es sich nicht um eine zusätzliche Verdichtung, sondern um eine "vertikale Umverteilung“. Cap Cana S.A. plant den Bau von 15 Hoteltürmen mit einer Gesamtkapazität von 10.600 Zimmern.

 

11. Januar 2018 – 16:49
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Dass die Lufthansa-Gruppe den Billigflieger im vergangenen Jahr genmessen an der Passagierzahl überholt hat, nimmt Ryanair zähneknirschend zur Kenntnis. Der Kranich hat 2017 nach eigenen Angaben 130Mmillionen Passagiere befördert, bei Ryanair waren es 129 Millionen. Für die Iren dürfte die Zunahme um zehn Prozent dennoch ein Erfolg sein. Schließlich hatte die Airline in der laufenden Wintersaison tausende ursprünglich im Flugplan verzeichnete Flüge wegen Personalmangels gestrichen. In einer Stellungnahme gegenüber Gloobi teilt Ryanair mit: "Es war zu erwarten, dass die Lufthansa durch Übernahmen ein Wachstum verzeichnet, jedoch wächst Ryanair weiterhin organisch. Wenn im nächsten Jahr unsere Passagierzahlen auf 140 Millionen steigen, erwarten wir, Lufthansa wieder zu überholen, sofern sie nicht eine andere Fluggesellschaft übernehmen, um ihre Zahlen anzukurbeln."

Allerdings droht dem irischen Carrier weiter Ungemach seitens der Piloten und des Kabinenpersonals. Zwar hatte sich die Geschäftsführung zuletzt prinzipiell bereit erklärt, mit Gewerkschaftsvertretern der Piloten zu verhandeln, doch die Arbeitnehmer wittern dahinter ein Ablenkungsmanöver. Nachdem die deutschen Piloten kurz vor Weihnachten einen Warnstreik anzettelten, gehen jetzt die italienischen Kollegen auf die Barrikaden. Drei Gewerkschaften kündigteneinen  viertägigen Streik des Kabinen-  und Bodenpersonals sowie der Piloten an, weil das Ryanair-Management verkündet hatte, dass es ausschließlich mit der Pilotengewerkschaft Anpac verhandeln wolle. Der Streik soll am 10. Februar beginnen.

11. Januar 2018 – 16:10
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Der europäische Reisebüro- und Reiseveranstalterverband ECTAA hat die EU-Kommission aufgefordert, "effiziente Maßnahmen zu ergreifen, um europäische Fluggäste gegen Airline-Pleiten abzusichern". Allein in den vergangenen drei Monaten hätten die Pleiten von Monarch, Airberlin und Niki rund 1,34 Millionen bezahlte Tickets wertlos gemacht. Bereits 2011 und 2013 hätten Berichte der EU-Kommission darauf aufmerksam gemacht, dass die reine Anzahl von Airline-Pleiten zwar gering sei. Bei jeder einzelnen Insolvenz sei der Schaden für die betroffenen Kunden jedoch groß. Dennoch habe die EU-Kommission den Standpunkt vertreten, dass die bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen die Kunden ausreichend schützten.

Nun hätten die drei jüngsten Pleiten mit Tausenden gestrandeten Passagieren, Flugausfällen und wertlosen Tickets ohne Rückerstattung das Gegenteil bewiesen. ECTAA fordert die Kommission deshalb auf, für die EU  spezifische verpflichtende Regelungen zu treffen, um die Kunden besser zu schützen. Die Kosten dafür sollten in den Ticketpreis eingebunden werden. Der Schutzmechanismus solle für alle EU-Carrier gelten und im höchstmöglichen Maße auch auf Fluggesellschaften außerhalb der EU angewendet werden, deren Tickets innerhalb Europas  verkauft werden. ECTAA-Präsidentin Merike Hallik erklärt dazu: "Der jüngste Zusammenbruch mehrerer Airlines, darunter der zehntgrößten europäischen Fluglinie, erinnert uns daran, wie fragil das Luftfahrtgeschäft ist. Da wir im europäischen Markt mit weiteren Konsolidierungstendenzen rechnen, wird es höchste Zeit, dass die Fluggesellschaften Garantien gegen ihren eigenes finanzielles  Scheitern anbieten, so wie es bei Reisebüros und Veranstaltern bereits der Fall ist.“

Dem Tenor des europäischen Verbandes schloss sich im Prinzip auch der DRV an. Allerdings betonte Präsident Norbert Fiebig, wie schon im Dezember bei der Jahrestagung in Ral Al-Khaimah, dass die Insolvenzabsicherung "wettbewerbsneutral“ gestaltet werden müsse. Ob dies aus  seiner Sicht bei einer europäischen Lösung bereits ausreichend gegeben ist oder ob die Wettbewerbsneutralität erst bei einer weltweiten Lösung gewährleistet wäre, ließ  er  offen. Im Gegenzug seien "an anderer Stelle Entlastungen dringend erforderlich – wie bei der Luftverkehrsteuer, den Luftsicherheitsgebühren an Flughäfen oder der Urlaubssteuer“, so Fiebig.

10. Januar 2018 – 18:27
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Eine Aufstellung des Flugplandatendienstleisters OAG zeigt es deutlich: Richtig viel geflogen wird vor allem in Asien. International ist die Route Hongkong – Taipeh am verkehrsreichsten, mit unglaublichen 29.494 Flügen pro Jahr  – oder 80 am Tag. Nur knapp dahinter folgt die Strecke Kuala Lumpur – Singapur, auf der 29.383 Flüge pro Jahr unterwegs sind. Auf Platz drei landet die Verbindung Jakarta – Singapur (26.872), an vierter Stelle Jakarta – Kuala Lumpur (20.890) und an fünfter Hongkong – Shanghai (20.818). Erst an sechster Stelle folgt mit New York La Guardia – Toronto (17.116) eine nicht-asiatische Route, die am häufigsten beflogene europäische Strecke ist die zwischen Dublin und London-Heathrow auf Rang 9  (14.556). Bei den verkehrsreichsten landesinternen Flugverbindungen liegt die innerkoreanische Connection Seoul – Jeju mit 64.991 Flügen pro Jahr vorn – das sind 178 pro Tag, oder gut sieben in der Stunde. Die am zweithäufigsten frequentierte Inlandsroute ist die zwischen Melbourne und Sydney mit 54.519 Flügen.

Allzu sehrt auf die Goldwaage legen sollte man die Zahlen von OAG allerdings wohl nicht. So berichtet ein Reisebüro, das sich die Mühe gemacht hat, in den GDS und auf der Airport-Website nach der Verbindung Hongkong – Taipeh zu recherchieren, dass de facto maximal 40 Flüge am Tag den Airport verlassen. Die genannte doppelt so hohe Zahl ergebe sich wohl aus Codeshares, bei denen das System Flüge doppelt gezählt habe, mutmaßt der Experte.

Eine Übersicht finden Sie hier.

10. Januar 2018 – 16:50

Die im Dezember angekündigte GDS-Gebühr der griechischen Fluggesellschaft Aegean wird nicht eingeführt. Das bestätigt die Fluggesellschaft auf Anfrage. Reisebüros können Flüge, die von der Airline vermarktet und über ein GDS gebucht werden, damit weiterhin ohne die geplante "Distribution Channel Fee“ in Höhe von fünf Euro pro Segment buchen. Über die Gründe halten sich die Akteure bedeckt. Von Aegean heißt es, "kurzfristige Verhandlungen mit den Anbietern der Reservierungssysteme“ hätten zur Rücknahme der Pläne geführt. Amadeus erklärt, die im Dezember begonnenen Diskussionen um die GDS-Gebühr würden "jetzt mit einer positiven Vereinbarung abgeschlossen“. Ob die GDS der Fluggesellschaft in puncto Kosten entgegen gekommen sind oder ob Aegean der Mut verlassen hat, lässt sich aus diesen Aussagen nicht erkennen. Aegean Airlines ist zwar die größte griechische Fluggesellschaft, doch bislang trauten sich nur europäische Schwergewichte wie Lufthansa und IAG, einen Aufschlag für GDS-Buchungen im Vertrieb durchzusetzen.

 

10. Januar 2018 – 14:39
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Mit rund 130 Millionen beförderten Passagieren im vergangenen Jahr, was einem Plus von 18 Prozent entspricht, hat der Kranich den Low-Cost-Rivalen Ryanair in Sachen Passagierzahl wieder überholt. Die Iren kamen 2017 auf rund 129 Millionen Fluggäste. Allein im Dezember 2017 konnten die Airlines der Lufthansa Group das Volumen um knapp 20 Prozent auf rund 9,3 Millionen steigern. Der Sitzladefaktor verbesserte sich dabei ebenfalls. Er stieg um 1,1 Prozentpunkte auf 78,9 Prozent, wobei der Ausfall von Airberlin und später auch von Niki geholfen haben dürfte. Auch die Ganzjahresbilanz ist mit einem Sitzladefaktor von 80,9 Prozent laut Lufthansa „so gut wie nie zuvor“.

Low-Cost-Ableger treibt das Wachstum an. Wachstumsmotor war 2017, wie nicht anders erwartet, der Punkt-zu-Punkt-Verkehr mit Eurowings und Brussels Airlines. Auf der Kurzstrecke stiegen die verkauften Sitzkilometer allein im Dezember um 90,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Sitzladefaktor kletterte um fünf Prozentpunkte auf 77 Prozent. Auf der Langstrecke ist der Sitzladefaktor im selben Zeitraum hingegen um 5,7 Prozentpunkte auf 82,7 Prozent zurückgegangen. Hier stand einem um 170,1 Prozent erhöhten Angebot ein um 152,8 Prozent gestiegener Absatz gegenüber. Insgesamt transportierten Eurowings und Brussels 2017 rund 32,6 Millionen Kunden, und damit 77 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Sitzladefaktor lag in dieser Zeit mit 79,9 Prozent um 0,3 Prozentpunkte über dem des Vorjahres.

Netzwerk-Airlines solide. Die Netzwerk-Airlines Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines brachten es im Gesamtjahr auf rund 97,4 Millionen Passagiere und damit 6,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Sitzladefaktor bei den Netzwerk-Airlines stieg in diesem Zeitraum um 2,1 Prozentpunkte auf 81,1 Prozent. Bei Lufthansa allein stiegen im Jahr 2017 66,2 Millionen Fluggäste ein, 6,1 Prozent mehr als 2016.

 

09. Januar 2018 – 18:26

Start-ups müssen auf sich aufmerksam machen. Das Buchungsportal Lockchain mit Sitz in der bulgarischen Hauptstadt Sofia tut das derzeit recht erfolgreich und lässt dafür kein Buzzword aus, das in der Technologie- und Start-up-Szene gerade en vogue ist. Lockchain hat sich nichts Geringeres zum Ziel gesetzt, als die klassischen Buchungsportale für Hotels und Ferienunterkünfte überflüssig zu machen. Die dezentrale Buchungstechnologie des Unternehmens basiert auf der Blockchain, und zur Verrechnung von Leistungen werden diverse Kryptowährungen, aber auch reale Währungen akzeptiert.

Lockchain wirbt damit, mit seinem Marktplatz weder von Anbietern noch von den Kunden eine umsatzbezogene Provision zu kassieren. Stattdessen zahlen die Anbieter von Unterkünften eine monatliche Pauschale zwischen 30 und 100 Dollar. Die Rechte zur Nutzung des Systems erwerben sie mittels sogenannter LOC Tokens, die auch als Verrechnungseinheit für Leistungen genutzt werden.  Als Wettbewerbsvorteil wirbt das Unternehmen intensiv damit, dass sich Käufer und Verkäufer die herkömmliche umsatzbezogene Provision von 15 bis 20 Prozent sparen könnten –  daraus resultiere ein klarer Preisvorteil. Am Montag teilte Lockchain mit, man habe sich über strategische Partnerschaften mit fast 100.000 Hotels und Ferienunterkunftsanbietern geeinigt. Um wen es sich handelt, war allerdings bislang nicht zu erfahren.

 

09. Januar 2018 – 17:36
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Nach Erkenntnissen des britischen Reiseverbandes Abta haben professionelle Schadenersatzeintreiber rund 9,5 Millionen britische Bürger kontaktiert, um ihnen vorzuschlagen, wegen vermeintlicher Erkrankungen aufgrund verdorbener Lebensmittel im Urlaubshotel Schadenersatzansprüche gegen Hoteliers und Veranstalter geltend zu machen. Laut dem Reiseverband, dessen Erkenntnisse auf Zahlen der Umfrageplattform Yougov basieren, wurden die Leute am häufigsten telefonisch kontaktiert. Mit jeweils rund halb so vielen Bürgern traten die Anstifter schriftlich oder per Mail in Kontakt. Einige Bürger seien auch über Social Media und persönlich am Flughafen oder am Urlaubsort angesprochen worden.

70 Prozent der befragten Briten gaben an, dass sie nicht gewusst hätten, dass Schadenersatzforderungen aufgrund vorgetäuschter Krankheit strafbar seien. Tatsächlich drohen den Betrügern Haftstrafen von bis zu drei Jahren, wenn ihnen Betrug nachgewiesen kann. Auf den Druck der spanischen Hotellerie und der britischen Veranstalter hin gehen britische Gerichte solchen Fällen mittlerweile verstärkt nach. Im Oktober wurde ein Paar wegen Betrugs zu Haftstrafen von neun bzw. 15 Monaten verurteilt.

Von den betrügerischen Versuchen britischer Urlauber, Schadenersatz zu erstreiten, war in jüngster Vergangenheit vor allem die spansiche Tourismuswirtschaftschaft betroffen. Spanische Hoteliers hatten bereits damit gedroht, britische Veranstalter künftig außen vor zu lassen oder die Preise für Besucher aus dem Königreich deutlich zu erhöhen.

09. Januar 2018 – 16:34
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Von wegen Abenteuerlust! Die Bundesbürger verbringen ihre Ferien immer öfter in Ländern, die ihnen sicher erscheinen. Das erklärt der Reiseversicherer Allianz Global Assistance (AGA) auf der Basis einer Umfrage unter 500 Deutschen ab 18 Jahren. Neben der Angst vor Terror und Kriminalität spiele bei der Planung der Wunsch nach größtmöglicher Absicherung inzwischen eine entscheidende Rolle, so die AGA.

Eigentlich hätte die Formulierung der Frage ein anderes Ergebnis nahe gelegt –  schließlich wurden die Umfrageteilnehmer aufgefordert, ihre Wünsche frei von finanziellen oder zeitlichen Zwängen zu äußern. "Angenommen, Geld und Zeit spielt keine Rolle ... wo würden Sie gerne Ihren nächsten Urlaub verbringen?" So lautete die Fragestellung. Das Ergebnis überrascht in der Tat: Deutschland landete auf Platz zwei der beliebtesten Reiseziele. Offenbar reagierten die Bundesbürger "radikal auf die schwierige Sicherheitslage in beliebten Feriendestinationen“, folgern die Autoren der Studie. Häufiger genannt wurden nur noch die USA, Spanien landet auf dem dritten Platz. Die Plätze vier und fünf sind dann doch mit einer längeren Anreise verbunden: Neuseeland und Australien. Auf den weiteren Top-Ten-Plätzen folgen Italien, die Malediven, Kanada, Griechenland und Irland.

Gefragt nach den Einflussfaktoren bei der Wahl des Reiseziels entschieden sich zwar die meisten für die Landschaft (48,4 Prozent), an zweiter Stelle folgt allerdings schon der Sicherheitsstandard mit 40,2 Prozent. Kriterien wie Sauberkeit (36,2 Prozent) und die politische Lage (34,6 Prozent) landen auf Platz drei und vier. Die Deutschen wollen offenbar vor allem schlimmere Risiken vermeiden: Jeder dritte Befragte (34,8 Prozent) gibt an, dass Kriminalität für ihn die größte Reisegefahr darstellt. 28,4 Prozent fürchten gar das Risiko eines Terroranschlags bei Auslandsreisen. Erst hinter diesen beiden Nennungen folgen die typischen Urlaubsprobleme wie Staus (25,2 Prozent) und Krankheit während der Reise (24,8 Prozent), obwohl sie de facto deutlich häufiger auftreten.