12. Juni 2017 – 16:10
Viele Reisebüros nutzen Social Media "ein bisschen“
gefaelltmir
Abbildung: Enoc vt

Das ergab eine exklusive Umfrage für das „Reise vor9 Magazin“, an der rund 200 Reisebüros teilnahmen. 60 Prozent der befragten Reisebüros sind demnach auf Facebook & Co. aktiv. Dabei dominiert eindeutig Facebook die Szene. 88 Prozent der Social-Media-Nutzer unter den Reisebüros posten dort Beiträge. Immerhin 52 Prozent nutzen allerdings auch Whatsapp, um mit ihren Kunden zu kommunizieren, 27 Prozent stellen Bilder auf Instagram. Alle anderen Plattformen sind dagegen für die Vertriebsprofis bedeutungslos.

Unter den Motiven für die Präsenz auf Facebook & Co. liegt Marketing an der Spitze. Gut zwei Drittel verwenden die Plattformen für diesen Zweck. Zur Imagebildung sind immerhin 63 Prozent dort aktiv, jeweils 58 Prozent verbreiten über diese Kanäle besondere Angebote und versuchen, den Kundenkontakt zu intensivieren. Als Beratungs-Tool oder Verkaufskanal betrachten die sozialen Medien nur rund 25 Prozent.

Keine Zeit. Unter denjenigen Reisebüros, die Social Media nicht nutzen, ist eine Mehrheit von 55 Prozent davon überzeugt, über ausreichend andere Verkaufskanäle zu verfügen. 39 Prozent sagen, sie haben dazu keine Zeit und 30 Prozent erklären, ihre Kunden lehnten diese Art der Kontaktaufnahme ab. Immerhin 23 Prozent räumen allerdings auch ein, dass sie sich mit den sozialen Medien nicht auskennen.

Wirklich intensiv sind die Aktivitäten in Social Media bei den meisten Vertretern des stationären Vertriebs nicht. Sehr viel Zeit verbringen damit knapp fünf Prozent, viel Zeit investiert ein knappes Viertel. Eine Mehrheit von 52 Prozent gibt an, "ein bisschen“ Zeit darauf zu verwenden.

Eher Bekanntheit als Umsatz. Ähnlich wie ihren Zeiteinsatz beurteilen die Reisebüros auch den wirtschaftlichen Stellenwert ihrer Arbeit in den sozialen Netzwerken. Einen erheblichen Beitrag zum Umsatz leisten sie nur in den Augen von vier Prozent. 13 Prozent sehen immerhin einen erkennbaren Beitrag, 23 Prozent registrieren einen kleinen Umsatzanteil, der dadurch generiert wird. Eine Steigerung des Bekanntheitsgrades registrieren 40 Prozent als Ergebnis dieser Form des Netzwerkens, rund ein Drittel glaubt, ihr Einsatz leiste einen Beitrag zur Verbesserung der Kundenbindung.

Mit wirklicher Ernsthaftigkeit widmen sich viele Büros den neuen Marketing- und Vertriebskanälen allerdings noch nicht. So erklären einige von ihnen in Kommentaren, diesbezügliche Aktivitäten seien eher ein Hobby als ein relevanter Teil ihres Geschäfts. Und so mancher gibt an, die Facebook-Aktivitäten erledige der Lehrling. Das entspricht sicher dem leichteren Zugang der "Digital Natives" zu diesem Thema. Ohne Risiko ist ein solches Vorgehen angesichts der hohen Shitstorm-Anfälligkeit von Facebook-Posts aber nicht.

Christian Schmicke