30. Juni 2017 – 13:13
Versicherungsverkauf bleibt Reisebüros erhalten
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Grafik: Wikipedia

Wie erwartet ist am Freitag das Gesetz zur Umsetzung der EU-Richtlinie über Versicherungsvertrieb vom Deutschen Bundestag verabschiedet worden. Nachdem ursprünglich zur Diskussion stand, ob Reisebüros Versicherungsleistungen überhaupt weiterhin vermitteln dürften, ist nun gewährleistet, dass sie dies im Grundsatz weiter tun können. Nach Einschätzung des Branchenverbandes DRV werden ihnen dabei keine übermäßigen bürokratischen Auflagen gemacht.

Das Gesetz ermöglicht eine unkomplizierte, also auflagenfreie Vermittlung von Reiseversicherungen, wenn die Prämie bei einer Reisedauer von bis zu drei Monaten die Grenze von 200 Euro pro Person nicht übersteigt. Für Policen auf Jahresbasis gilt, dass der Preis die Grenze von 600 Euro pro Person nicht überschreiten darf. Die verschärften Regelungen aus der Versicherungsvermittlerrichtlinie kommen in diesen Fällen nicht zur Anwendung. Bislang gilt eine generelle Obergrenze von 500 Euro ohne die nunmehr vorgenommene Unterteilung in Einzelpolicen und Jahresversicherungen. Bei teureren Policen gibt es wie bisher die Tippgeber-Option. Das Reisebüro, das als Tippgeber auftritt, informiert die Kunden lediglich über die Möglichkeiten zum Abschluss von Versicherungsverträgen und erhält dafür im Falle des Abschlusses vom Versicherer eine Provision.

Am 7. Juli wird sich der Bundesrat in seiner letzten regulären Sitzung vor der politischen Sommerpause mit dem Gesetz befassen. Dass die Länderkammer die Entscheidung des Bundestages kippt, gilt als unwahrscheinlich, denn bei dem Gesetz zum Versicherungsvertrieb handelt es sich um ein so genanntes Einspruchsgesetz. Das heißt, dass der Einfluss des Bundesrates geringer ausfällt als bei zustimmungspflichtigen Gesetzen.