22. März 2018 – 17:49
Verbraucherschützer warnen vor Mietwagenpraktiken auf Mallorca
goldcar
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Der Autovermieter Goldcar wurde von der italienischen Wettbewerbsbehörde Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato (AGCM) bereits zum zweiten Mal zu einer Bußgeldzahlung verurteilt. Das berichtet das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) mit Sitz im baden-württembergischen Kehl. Anlass seien erneut unlautere Geschäftspraktiken, für die das Unternehmen mit einer Geldstrafe in Höhe von 680.000 Euro belegt wurde. Bereits im November 2016 hatte die Behörde den Anbieter mit zwei Millionen Euro zur Kasse gebeten.

Anlass für die Aktion war der Vorwurf, Goldcar habe Kunden in zahlreichen Fällen zum Abschluss von Zusatzversicherungen gedrängt. Von derartigen Fällen berichtet auch das EVZ unter Berufung auf deutsche Kunden des Unternehmens. In einem Fall sei der Mietpreis dadurch von 67 auf 291 Euro gestiegen. Zudem seien Kunden von Goldcar im Nachhinein häufig für Mikroschäden verantwortlich gemacht worden. Dabei sollen die Kunden bei der Fahrzeugübergabe sogar auf die winzigen Schäden aufmerksam gemacht worden sein. Das Personal habe diese aber als unbedenklich eingestuft und sie nicht ins Übergabeprotokoll übernommen. Später seien ausgerechnet dafür 100 bis 200 Euro von der Kreditkarte abgebucht worden.

Dieses Vorgehen sei „bei weitem kein Einzelfall“, warnt die EVZ. Sie rät Mietwagenkunden, sich nicht auf die Aussagen der Angestellten zu verlassen, sondern bei der Übernahme und Rückgabe Fotos vom Fahrzeug zu machen. Der Mietvertrag solle „sehr genau“ gelesen werden, damit keine unerwünschten Zusatzleistungen in Rechnung gestellt würden. Kunden, die unter Druck gesetzt würden, sollten nur unter Vorbehalt zahlen und auf dem Vertrag vermerken, dass Sie mit der Zahlung nicht einverstanden sind und das Geld später möglicherweise zurückfordern.

Jeglichen Ärger können sich Reisende allerdings ersparen, wenn sie ihren Mietwagen vorab buchen und dabei auf eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung und mit ausreichend hoher Deckungssumme achten. Die Mietwagenbroker der großen Veranstalter, aber auch unabhängige Broker wie etwa Sunny Cars bieten solche Lösungen an.