13. November 2017 – 14:16
Verbände machen gegen Gewerbesteuerhinzurechnung mobil
pressefotourlaubssteuer
Benedikt Esser und Norbert Fiebig

Unter dem Slogan "Nein zur Urlaubssteuer“ – haben ASR, BTW, DRV, DTV und RDA eine Kampagne lanciert, mit der sie die künftige Bundesregierung auffordern wollen, die Anwendung der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung von Hotelleistungen für die Reise- und Tourismusbranche zu stoppen. Dafür müsse eine korrigieren Präzisierung der Gewerbesteuergesetzgebung erfolgen, so die Initiatoren.

Diese zusätzlichen Gewerbesteuern werden von zahlreichen Finanzbehörden erhoben, wenn Reiseveranstalter Hotelzimmer anmieten oder Übernachtungskontingente einkaufen. Die Tourismusbranche hält dies für eine steuerliche Ungerechtigkeit. Es sei abstrus, angemietete Büroräume oder Lagerhallen steuerlich mit der Vermittlung von Hotelleistungen gleichzusetzen, so das Argument.

Benedikt Esser, Präsident des RDA Internationaler Bustouristik Verband sagt, die Hinzurechnung erhöhe den Preis einer klassischen Urlaubsreise um 2,3 Prozent. Zusätzlich drohten den Veranstaltern "enorme finanzielle Belastungen durch Steuernachforderungen“. Dieses Geld fehle vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen für dringend erforderliche Investitionen. Ebenso wie Esser hält DRV-Chef Norbert Fiebig die Abschaffung der Hinzurechnung für eine „Voraussetzung dafür, dass der mittelstandsgeprägte Tourismusstandort Deutschland eine Zukunft hat“. Die derzeitige Belastung sei für die Unternehmen "kaum zu bewältigen“. Denn sie betreffe vor allem mittelständische Anbieter, denen durch "Nachzahlungen und Rückstellungen in Milliardenhöhe der Ruin“ drohe.

Die Verbände wollen nun mit Flyern Kunden und Politiker über die Konsequenzen der Hinzurechnung informieren. Gleichzeitig fordern sie Urlauber auf, aktiv zu werden. Sie sollen über das Portal www.urlaubssteuer.de "an ihre Bundestagsabgeordneten zu schreiben und ihr Missfallen über die zusätzlichen Kosten damit zum Ausdruck zu bringen“.