13. April 2017 – 13:48
Veranstalter und Reisebüros spielen für deutsche Hotels kaum eine Rolle
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In der deutschen Hotellerie dominieren Direktbuchungen und OTAs. Hier das Steienberger Hotel Frankfurter Hof – Foto: Wikipedia

Lediglich vier Prozent der Hotelübernachtungen in Deutschland werden über Veranstalter oder Reisebüros vertrieben. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Hotelverband Deutschland (IHA) in Auftrag gegebene Studie des Instituts für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis, an der sich über 1.400 Hotels in Deutschland beteiligt haben. Demnach ist der Anteil der klassischen Touristik am Hotelvertrieb nicht nur schwach, sondern mittelfristig auch rückläufig. 2013 wurden noch 5,5 Prozent der Übernachtungen über Veranstalter und Reisebüros gebucht. Immerhin: Gegenüber 2015 legte der Vertriebsanteil um 0,2 Prozent zu.

Insgesamt dominiert in der deutschen Hotellerie nach wie vor der Direktvertrieb. Buchungen über Telefon, Fax, E-Mail oder die hoteleigene Website machen zusammen 53 Prozent aus. Allerdings ist auch ihr Marktanteil insgesamt rückläufig. Profiteure dieser Entwicklung sind die großen OTAs, die ihren Anteil von 21 Prozent im Jahr 2013 auf 25 Prozent im vergangenen Jahr verbessern konnten. In der Individualhotellerie ist er mit 27 Prozent höher als in der Kettenhotellerie mit 23 Prozent. 95 Prozent des Marktes teilen dabei die drei Großen, Booking, Expedia und HRS, unter sich auf. Während Booking innerhalb von drei Jahren von 42 auf 54 Prozent zulegte, büßten die HRS-Portale mit nur noch 30 Prozent elf Prozentpunkte ein. 

Christian Schmicke