27. April 2017 – 13:59
United verspricht bei Überbuchung bis zu 10.000 Dollar Entschädigung
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Boeing 737 – Foto: United

Nach der jüngsten Pannenserie hat das Management von United Airlines den Ernst der Lage offenbar erkannt und will mit einem umfangreichen Maßnahmenbündel einem befürchteten Passagierschwund begegnen. Unter anderem soll die maximale Entschädigung für Passagiere, die im Falle einer Überbuchung freiwillig auf den Mitflug verzichten, von derzeit 1.350 auf 10.000 Dollar angehoben werden. Außerdem sollen nur noch Sicherheitskräfte eingesetzt werden, um einen Passagier aus einem Flugzeug zu entfernen, wenn von diesem ein unmittelbares Sicherheitsrisiko ausgeht. Damit sollen Situationen wie die bei der gewaltsamen Entfernung eines Fluggastes aus einem überbuchten Flieger am 9. April vermieden werden.

Außerdem will die Fluggesellschaft ein Kundendienst-Team bilden, das für Fälle von Überbuchungen "kreative Lösungen" entwickelt und Fluggästen etwa die Nutzung eines anderen nahe gelegenen Flughafens oder einer anderen Airline ermöglicht. Zudem sollen die Crews zusätzliche Trainings zur Lösung problematischer Situationen erhalten. Und last, but not least verspricht United, das Ausmaß der Überbuchungen vor allem bei den letzten Flugverbindungen am Tag deutlich zu reduzieren.

Airline-Chef Oscar Munoz bezeichnet das Maßnahmenbündel als "Wendepunkt", der bei United einen "Kulturwandel hin zu einer besseren und kundenorientierteren Airline" einleite. Die Veränderungen seien nur der Anfang auf dem Weg, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen.

Christian Schmicke