13. Juli 2017 – 16:24
United setzt neue technische Lösung für überbuchte Flüge ein
unitedairlinesb737fotounited
Foto: United

Mit Hilfe einer neuen Technologieplattform will United Airlines nach Informationen der US-Nachrichtenagentur "Bloomberg"  das Problem von Überbuchungen künftig eleganter lösen als in der Vergangenheit. In den vergangenen Wochen war die Airline ins Kreuzfeuer der Kriitik geraten, nachdem Sicherheitskräfte einen Passagier gewaltsam von Bord eines überbuchten Fliegers befördert hatten.

Die neue Technik wird von Volantio, einem Start-up für Airline-Technologie, entwickelt. Kunden, die einen Flug gebucht haben, der im Begriff ist, voll zu werden, sollen künftig bis fünf Tage vor dem Abflug eine E-Mail erhalten, in der sie gefragt werden, ob sie bereit sind, ihre Reise auf einen anderen Flug am selben Tag zu verschieben. Im Gegenzug winkt ihnen eine Belohnung, in der Regel ein Fluggutschein bis zu 250 US-Dollar.

Die E-Mail soll ausschließlich an Kunden gehen, die ihren Flug auf der Airline-Website United.com gebucht und ihre Zustimmung zum Empfang von Marketinginformationen der Gesellschaft gegeben haben. Auf diese Weise könnten Kapazitätsengpässe konfliktfrei bewältigt werden, zitiert "Bloomberg" den Volantio-Chef Azim Barodawala. Die Möglichkeit, Passagieren nicht erst am Flughafen-Gate eine Alternative anzubieten, sei für die Airline ein "Überdruckventil".

Dave Bartels, für das Revenue Management der Airline zuständig, hat allerdings noch weitere Optionen im Sinn. Wichtigstes Ziel des Projektes sei es, "einen wertvollen Sitz für jemanden freizumachen, der ihn dringender benötigt". Die frei werdenden Plätze sollen also mit einem saftigen Aufschlag an Last-Minute-Kunden verkauft werden. Bartels preist das Projekt, dessen Pilotphase derzeit läuft, als Gewinn für alle Seiten an. Fluggäste könnten von ihrer Flexibilität im Bezug auf ihre Reisepläne profitieren. Kunden, die um jeden Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt reisen müssen, erhalten die Gelegenheit dazu. Das Personal der Fluggesellschaft muss sich seltener mit Fluggästen herumschlagen, die ihren gebuchten Sitz im überbuchten Flieger nicht aufgeben wollen. Und die Airline muss nicht mehr so viele hohe Kompensationszahlungen von bis zu 1.350 Dollar leisten und könnte zudem noch mit kräftigen Aufschlägen für Spätbucher hinzuverdienen.

Christian Schmicke