27. Februar 2017 – 21:19
Umfrage: Jeder Dritte ändert Reisepläne, jeder Zehnte reist weniger

Anschläge und politische Unruhen wirken sich auf das Buchungsverhalten der Bundesbürger aus, aber die Folgen sind insgesamt überschaubar. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Umfrage, die das Online-Reisebüro Holidaycheck beim Marktforschungsinstitut Yougov in Auftrag gegeben hat. Von den 2.000 befragten Bundesbürgern gab knapp jeder zehnte an, aufgrund der Gefahren grundsätzlich seltener zu reisen. Immerhin rund ein Drittel der Befragten lässt sich von Anschlägen und Unruhen bei der Wahl des Reiseziels beeinflussen. Der Trend der Nachfrageverschiebung von östlichen in als sicherer empfundene westliche Zielgebiete werde sich 2017 weiter fortsetzen, prognostiziert Holidaycheck deshalb. Während nach Erkenntnissen der Umfrage nur fünf Prozent der Deutschen langfristiger buchen, um Kapazitätsengpässen in beliebten Regionen vorzubeugen, bucht knapp jeder Zehnte kurzfristiger, um sich an der aktuellen Sicherheitslage orientieren zu können. Knapp ein Viertel der Befragten gibt an, sich nicht in der Urlaubsplanung beeinflussen zu lassen.

Positiver Frühbuchertrend für alle Ziele außer der Türkei. Interessanterweise lässt sich der geringe Anteil derer, die nach Erkenntnissen der Umfrage früher buchen wollen, um Kapazitätsengpässen zu entgehen, anhand der Buchungsentwicklung, die Holidaycheck für das eigene Portal angibt, nicht nachvollziehen. Denn dort verzeichnen für die Monate November bis Januar fast alle wichtigen Destinationen für die Sommersaison mehr Buchungen als im Vorjahr. Einzige Ausnahme ist die Türkei, die für das Quartal mit 21 Prozent im Minus legt, sich laut Holidaycheck jedoch seit Anfang Februar erholt. Den größten prozentualen Zuwachs verzeichnen im Vorjahr schwächelnde Ziele wie Marokko, Ägypten und Zypern. Aber auch Destinationen wie Griechenland oder Kuba, die bereits 2016 sehr gut liefen, warten mit einem Plus von 60 beziehungsweise 50 Prozent auf. Bemerkenswert ist auch ein erneuter Zuwachs von zwei Prozent für Spanien, das nach einem Rekordjahr diesmal vor allem in den andalusischen Festlandzielen zulegen kann.