23. November 2017 – 17:56
Udo sei Dank? Tui Cruises läuft Färöer nicht mehr an
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Udo Lindenberg – Foto: Tine Acke

Ab 2019 läuft die „Mein-Schiff“-Flotte die Inselgruppe wegen der dortigen Walfang-Aktivitäten nicht mehr an. Stattdessen soll im Zuge eines neuen Routings auf den Island-Fahrten entweder ein zusätzlicher Seetag eingebaut mit Stavanger in Norwegen oder Invergordon in Schottland ein alternatives Ziel angesteuert werden.

Lustigerweise machte die Entscheidung nicht wie üblich via Pressemitteilung die Runde, sondern über Altrocker Udo Lindenberg, der sie auf seiner Facebook-Seite postete. Dafür sammelte er binnen kurzer Zeit eine vierstellige Zahl von "Likes“ ein und das "Hamburger Abendblatt“ titelte: "Udo Lindenberg und Tui beschließen Färöer-Bann“. Die Publicity konnte Lindenberg gut gebrauchen, denn er hatte sich erst im August einen veritablen Shitstorm eingehandelt, als er für den "Rockliner 5“ warb, mit dem er im September zusammen mit 2.500 Fans in See stach. Daraufhin hatte Lindenberg versprochen, sich dafür einzusetzen, dass die Reederei die Inselgruppe künftig meide.

Tierschützer hatten kritisiert, dass Tui Cruises immer noch die Färöer Inseln anlaufe und damit die dortigen "Walmassaker“ ignoriere. Die Inselbewohner jagen seit Jahrhunderten die Grindelwale und werden dafür seit Langem kritisiert. Tui Cruises hat sich bereits vor Jahren vom Walfang distanziert und bittet Kunden ausdrücklich, kein Walfleisch zu essen oder zu erwerben, da das Angebot und die die Erlöse aus dem Walfang "hauptsächlich von der touristischen Nachfrage bestimmt“ würden. Einen Boykott lehnte das Unternehmen jedoch bislang ab weil man im Direkten Dialog mit den Partnern vor Ort bleiben wolle.

"Wir waren – und sind es auch weiterhin – der Meinung, dass ein Boykott der Färöer-Inseln, nicht dazu beitragen wird, dass dort mit der blutigen, jahrhundertealten Tradition des Walfangs gebrochen wird" erklärt das Unternehmen nun auf Nachfrage." Dafür sei "eine Aufklärung der Bevölkerung vor Ort viel entscheidender". Daher will Tui Cruises die Entscheidung, Routen von der Inselgruppe weg zu verlagern, auch nicht als Boykott verstanden wissen: "Mit dem Sommerfahrplan 2019 kommen wir bei den Island-Fahrten den Wünschen unserer Gäste nach mehr Vielfalt nach", heißt es vielmehr.