13. Februar 2018 – 10:27
Tui will mit Zielgebiets-Services mehr Geld verdienen
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Foto: Tui Group

Börsennotierte Unternehmen müssen alle drei Monate eine Story parat haben, mit der sie Analysten überzeugen können. Tui-Chef Fritz Joussen hat dafür diesmal die Zielgebiets-Services zum Thema auserkoren. Bei der Präsentation der Quartalszahlen des Konzerns erklärte er, Tui wolle in nächster Zeit "insbesondere bei den Zielgebiets-Services, die alle Dienstleistungen wie Gästebetreuung, Transfers, Aktivitäten und Ausflüge in den Urlaubsdestinationen verantworten, bei Umsatz und Ergebnis wachsen". Der Bereich sei nun ebenso wie Hotels und Kreuzfahrten "als strategisches Wachstumsfeld der Tui definiert“.

Um mit den Dienstleistungen vor Ort mehr zu verdienen, will Joussen "die Stärke und flächendeckenden Präsenz der Marke Tui" nutzen. Aus der eigenen Bekanntheit und dem Wissen über Kundenwünsche "sollten wir mehr und bessere Service-Angebote entwickeln und zusätzliche Umsätze generieren", sagt Joussen. Die Palette der Angebote vor, während und nach der Reise sei breit. Mit modernen CRM-Systemen werde man "passgenaue Angebote für Kunden entwickeln und zusätzliche Umsätze generieren“. Um die Bedeutung des Segments zu unterstreichen, werden die Zielgebietsservices in der Berichterstattung nun nicht mehr im Bereich "Übrige Touristik“ zusammengefasst sondern als eigenständiger Bereich neben Hotels und Kreuzfahrten ausgewiesen.

Tui Destination Services organisiert nach eigenen Angaben pro Jahr 24 Millionen Transfers und 4,6 Millionen Ausflüge und Touren für mehr als 12 Millionen Gäste. Der Bereich wachse und sei mit rund 1.000 Fahrzeugen und 6.500 Mitarbeitern in 115 Zielen der Welt präsent, heißt es. Im ersten Quartal habe das Segment "eine gute operative Entwicklung erzielt". Die Zahl der ankommenden Kunden sei um drei Prozent und die Zahl der verkauften Ausflüge um zwei Prozent gestiegen. Der Vorsteuergewinn habe bei 1,1 Millionen Euro gelegen.

Auch insgesamt startete der Konzern stark ins laufende Geschäftsjahr. Im Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember stieg der Umsatz auf Basis konstanter Wechselkurse um 9,1 Prozent auf 3,58 Milliarden Euro. Auvch einschließlich der Wechselkurseffekt ergibt sich ein Plus von 8,1 Prozent. Der saisonübliche Verlust wurde unter Berücksichtigung konstanter Wechselkurse um 57,9 Prozent auf ein Minus in Höhe von 25,4 Millionen Euro reduziert. Einschließlich der Währungseffekte entspricht dies laut Tui einer Verbesserung um 58,7 Prozent. Die Zahl der Gäste aus dem deutschen Quellmarkt stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sechs Prozent.