15. September 2017 – 15:42
Tui fordert Kunden-Handynummern von Reisebüros aktiv ein

Tui nutzt die aktuelle Aufmerksamkeit für Krisensituationen wie im Fall des Hurrikans „Irma“, um Reisebüros noch eindringlicher als bisher dazu aufzufordern, dem Veranstalter die Handynummern ihrer Kunden mitzuteilen. Mit der Freischaltung der neuen Iris-Plus-Version 12.2 werden Expedienten bei jeder Buchung aktiv aufgefordert, deren Mobilnummern in das Feld „SMS-Assistent“ einzugeben.

„Im Notfall ist es für unsere Gäste ein riesiger Vorteil, wenn wir sie auch außerhalb ihres Hotels schnell und unbürokratisch informieren können“, sagt Ulrich Heuer, Leiter Krisenmanagement bei TUI Deutschland. Die Erfahrung aus vergangenen Ereignissen hätten gezeigt, dass Urlauber „sehr dankbar“ reagierten, wenn sie per SMS relevante Informationen zu Flugstreichungen, Naturkatastrophen oder Anschlägen erhielten oder wenn Tui sich mit einem Anruf überzeuge, dass sie wohlauf sind. Dies gelte insbesondere bei Städtezielen wie Barcelona, wo es keine Reiseleitung vor Ort gebe.

Damit Expedienten ihre Kunden zu diesem zusätzlichen und kostenlosen Service umfassend beraten können, informiert Tui sie in Iris Plus darüber, zu welchen Zwecken die Handynummer genutzt wird. So ist neben der Kontaktmöglichkeit im Krisenfall in ausgewählten Zielen auch die Übermittlung der Transferzeiten per SMS möglich. Die Nummern würden weder für Werbezwecke genutzt noch an Dritte weitergegeben, versichert der Konzern. Für den Fall, dass Urlauber ohne Handy verreisten oder sich bewusst gegen den SMS-Service entschieden, können Expedienten das Eingabefeld künftig aktiv abwählen.

Unter den Reisebüros ist die Weitergabe der Handydaten ihrer Kunden an die Veranstalter umstritten. Sie befürchten, dass die Veranstalter die Nummern für Zwecke nutzen, die weit über die Information in Krisenfällen und Transferinfos hinausgehen.