26. November 2017 – 19:22
Tripadvisor wehrt sich gegen Zensurvorwürfe

Das weltgrößte Bewertungsportal Tripadvisor dementiert, dass Kommentare mit Hinweisen auf sexuelle Übergriffe in Hotels gelöscht würden. Entsprechende Vorwürfe hatte die Tageszeitung USA Today erhoben. In einem langen Artikel griff das Blatt verschiedene Fälle auf, in denen offensichtlich Kommentare auf Tripadvisor gelöscht wurden. Mal ging es um die Vergewaltigung einer Frau in ihrem Hotel an der Riviera Maya, den Tod von jungen Leuten oder gepanschten Alkohol. Nach dem Bericht meldeten sich weitere User und berichteten ebenfalls vom Verschwinden ihrer Posts von Übergriffen.

Wenn Löschungen vorgenommen würden, dann nur, weil sie gegen die Richtlinien verstießen, rechtfertigt eine Tripadvisor-Sprecherin das Vorgehen gegenüber Gloobi. Dort heißt es: „Um ein sicheres, familienfreundliches Umfeld zu gewährleisten, sind obszöne und vulgäre Ausdrücke in Bewertungen untersagt.“ Kommerzielle Gründe, wie sie von einigen Betroffenen kolportiert wurden, weist Tripadvisor von sich.

„Wir ermöglichen es Reisenden, detaillierte Bewertungen zu veröffentlichen, in denen sie ihre Erfahrungen mit einem Betrieb beschreiben – das beinhaltet auch Erfahrungsberichte mit Beschreibungen von Angriffen, Verletzungen oder anderen Sicherheitsproblemen. Leider haben wir tausende von Erwähnungen dieser Art in den Bewertungen auf Tripadvisor“, bedauert das Portal. Auch diese Inhalte würden veröffentlicht, wenn sie mit den Richtlinien in Einklang stünden.

Unabhängig davon hat Tripadvisor nun sogenannte „Benachrichtigung-Hinweise“ eingeführt, deren Inhalt eher nichtssagend ist. Der rote Warnhinweis werde dann eingeblendet, wenn „glaubwürdigen Medienquellen über ein Problem in Bezug auf dieses Unternehmen berichten – wie zum Beispiels bei Gesundheits- oder Sicherheitsrisiken bzw. Diskriminierungsvorwürfen.“ Ziel sei es, Reisende auf Probleme aufmerksam zu machen, denen sie durch zusätzliche Recherchen außerhalb von Tripadvisor nachgehen sollten.