17. April 2017 – 16:37
Touristische Regionen in der Türkei stimmen gegen Erdogan

Der türkische Präsident hat sein Verfassungsreferendum durchgesetzt und die Volksabstimmung gewonnen. Doch das Land ist gespalten, denn das Votum fiel mit 51,4 Prozent Ja-Stimmen denkbar knapp aus. Dabei zeigte sich, dass die touristischen Regionen klar gegen den Machtzuwachs für Erdogan sind. Vielleicht, weil sie unter den Provokationen Erdogans und den Spannungen mit Europa wirtschaftlich am meisten leiden.

Die touristische Hochburg Antalya und die Nachbarorte wie Kemer oder Alanya an der türkischen Riviera etwa lehnten das neue Präsidialsystem zu 59 Prozent ab. In der Provinz Mugla mit Bodrum und Marmaris sagten sogar 69 Prozent Nein beim Referendum. So zieht sich das an der Küste entlang bis nach Istanbul, wo 51 Prozent die neue Verfassung ablehnten. Die Abstimmungsergebnisse nach Regionen hat CNN Turk veröffentlicht.

Welche Folgen der Ausgang des Referendums auf den Tourismus hat, ist nicht absehbar. Möglicherweise hält sich Erdogan nach gewonnener Abstimmung nun mit Beschimpfungen und Aktionen gegen Deutsche zurück. Dann könnte das von den Veranstaltern ersehnte Last-Minute-Geschäft doch noch wahr werden.

Thomas Hartung