24. Oktober 2017 – 13:58
Studie: Reisebürovertrieb für Airlines nicht teurer als Direktverkauf

Eine Untersuchung, die der Europäische Reisebüro- und Veranstalterverband ECTAA und der Verband der Technikdienstleister ETTSA in Auftrag gegeben haben, attestiert den Fluggesellschaften, beim Vergleich der Kosten für den Vertrieb über eigene Kanäle und den Verkauf über GDS, Reisebüros und Portale mit gezinkten Karten zu spielen. Demnach beziehen sie in die Berechnung der Distributionskosten im Direktvertrieb wichtige Faktoren wie Werbung und Marketing für den eigenen Kanal, aber auch die Click-Gebühren der Suchmaschinen nicht mit ein.

Bei einer Vollkostenrechnung lägen die Kosten im Direktvertrieb für einen großen Netzwerkcarrier pro Segment lediglich um elf Euro-Cent unter denen für Buchungen via GDS, hat die Unternehmensberatung Infrata ermittelt. Bei Regionalfluggesellschaften und anderen kleineren Airlines lägen die Direktvertriebskosten sogar um vier bis elf Prozent über denen des Verkaufs über externe Partner.

Da das von den Airlines regelmäßig angeführte Kostenargument für die Bevorzugung des Direktvertriebs nicht stichhaltig sei, verfolgten die Fluggesellschaften mit der Bevorzugung der eigenen Vertriebskanäle eine andere Strategie, vermuten die Autoren der Studie. Tatsächlich gehe es ihnen darum, neutrale Preis- und Leistungsvergleiche, wie sie die Portale böten, nach Möglichkeit auszuhebeln.