30. August 2017 – 17:37
Spekulation um Komplettübernahme von Airberlin durch Condor

Bislang hatte es nur geheißen, die Thomas-Cook-Airline sei an mindestens zehn Maschinen und Strecken der insolventen Fluggesellschaft interessiert. Nun bringt das Berliner Boulevardblatt "BZ“ eine Komplettübernahme ins Spiel. Nach "BZ“-Recherchen habe es in der vergangenen Woche erste Gespräche zwischen Airberlin-Managern, dem Insolvenzverwalter und Vertretern von Thomas Cook, darunter Condor-Chef Ralf Teckentrup und der Airline-Chef der Thomas Cook Group, Christoph Debus gegeben. Es werde geprüft, ob Thomas Cook Airberlin als Ganzes übernehmen könne, heißt es unter Berufung auf "mehrere an den Kaufverhandlungen beteiligten Personen". Das Interesse von Thomas Cook werde bei Airberlin sehr ernst genommen, zitiert das Blatt einen "Insider“.

Für einen solchen Deal könnte sprechen, dass Condor deutlich weniger mit starken Einwänden von Kartell- und Wettbewerbsbehörden rechnen müsste als etwa Lufthansa. Zudem sucht die Fluggesellschaft schon länger nach einem Partner, um im Wettbewerb mit den Low-Cost-Carriern schlagkräftiger zu werden. Allerdings ist Thomas Cook verschuldet. Die Bilanz für das vergangene Jahr weist einen Schuldenstand von umgerechnet 1,9 Milliarden Euro aus.

Thomas Cook und Condor haben bislang lediglich bestätigt, dass sie "bereit" seien, "eine aktive Rolle bei möglichen Auffanglösungen zu spielen". Zu Details hat sich das Unternehmen nicht geäußert.