03. März 2017 – 17:22
Schauinsland Reisen will um sechs Prozent wachsen
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Gerald Kassner – Foto: Schauinsland Reisen

Vor genau einem Jahr gab Schauinsland-Chef Gerald Kassner eine Prognose ab: Um fünf Prozent sollte das Geschäft im Geschäftsjahr 2015/16 wachsen. Für den erfolgsverwöhnten Veranstalter, der zuvor über Jahre mit Zuwächsen im zweistelligen Prozentbereich geglänzt hatte, war das schon eine recht zurückhaltende Ansage. Doch auch dieses Ziel musste Kassner einige Monate später kassieren. Am Ende reichte es nur für stabile Umsätze in Höhe von 1,1 Milliarden Euro und knapp 1,4 Milionen Gäste. Damit schnitt Schauinsland zwar besser ab als der Veranstaltermarkt insgesamt, aber die Tage rasanten Wachstums schienen zunächst gezählt.

Nun wagt der Schauinsland-Chef erneut einen Blick in die Kristallkugel. "Wir gehen derzeit davon aus, dass wir Ende Oktober ein Teilnehmerplus von sechs Prozent verkünden können", erklärt er. Das Sommergeschäft sei "sehr gut angelaufen", so Kassner. Auf der Gewinnerseite stehen, wie bei anderen Veranstaltern auch, Griechenland, Italien, das spanische Festland, die Fernstrecke und Ägypten. Zur Türkei sagt der Unternehmensinhaber nur, dass sich die Buchungen seit Jahresbeginn über dem Vorjahresniveau bewegten.

Einen Wachstumsschub kann Schauinsland in diesem Jahr gut gebrauchen. Schließlich investierte Kassner gerade in das Airline-Startup Sundair, an dem er mit 50 Prozent beteiligt ist und mit dem er seine Gäste ab Juli von Frankfurt, Berlin und Kassel in die klassischen Badeziele fliegen will. Entsprechend gestiegen ist auch sein unternehmerisches Risiko; wenngleich er die Plätze in seinen Fliegern nicht alleine vermarktet, sondern sie auch an Drittveranstalter verkauft. Zudem hat Schauinsland Reisen die Präsenz in den Werbekanälen für Endkunden deutlich gesteigert. Auch das produziert gegenüber der früheren, auf den B2B-Bereich konzentrierten Strategie deutliche Zusatzkosten. Ungeachtet der B2C-Offensive erneuert Kassner sein Bekenntnis zum Reisebürovertrieb: "Der Erfolg gibt unserem Geschäftsmodell, mit dem wir seit Jahren konsequent auf die Reisebüros setzen, recht", sagt er. (CS)