20. März 2018 – 10:15
Ryanair will Laudamotion übernehmen
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Niki Lauda – Foto: Laudamotion

Überraschende Kehrtwende bei dem Ferienflieger, den der Ex-Formel-1-Pilot Niki Lauda gerade erst aus dem Nachlass der insolventen Niki übernommen hat: Ryanair will die Mehrheit an der Fluggesellschaft übernehmen. Das gab der irische Billigflieger heute bekannt. Demnach sei eine verbindliche Vereinbarung mit Niki Lauda abgeschlossen worden, Laudamotion "weiterzuentwickeln und auszubauen“, heißt es in der Mitteilung. Ryanair werde zunächst 24,9 Prozent der Anteile übernehmen und diese vorbehaltlich der Zustimmung durch die EU Wettbewerbsbehörden auf 75 Prozent aufstocken. Niki Lauda soll dem neu geschaffenen Board von Laudamotion vorstehen und "weiterhin für die Implementierung der Strategie – die Etablierung von Laudamotion als österreichische Low Fare Airline – verantwortlich sein", teilt Ryanair mit. Ryanair werde zudem finanziellen und Management-Support sowie sechs Flugzeuge im Wetlease zur Verfügung stellen, um das angekündigte Laudamotion-Flugprogramm mit 21 Flugzeugen sicherzustellen. Airline-Chef Michael O'Leary kann sich in diesem Zusammenhang einen Seitenhieb auf den Konkurrenten Lufthansa nicht verkneifen. "Laudamotion wird von der Partnerschaft stark profitieren. Die Airline bekommt Zugang zur Ryanair-Flotte und unsere finanziellen Ressourcen. Laudamotion kann damit in einem Markt, der mit Austrian und Swiss von der Lufthansa-Gruppe und ihren Hochpreistickets dominiert wird, rascher wachsen", lautet sein Kommentar.

Die Kosten für drei Viertel der Anteile an Laudamotion beziffert Ryanair auf "weniger als 50 Millionen Euro", wobei man im ersten Jahr weitere 50 Millionen für Start-Up und Kosten aus dem operativen Bereich übernehmen werde. Es sei geplant, mit dem bestehenden Management-Team von Laudamotion weiterzuarbeiten und man rechne damit, im dritten Jahr der Partnerschaft profitabel operieren zu können. Der Plan dafür sieht laut Ryanair ein Wachstum der bestehenden Airbus-Flotte auf 30 Flugzeuge vor.

Laudamotion-Partner Condor, der über seine Vertriebskanäle Flüge der österreichischen Flugloinie vertreibt, sieht die Zusammenarbeit im Zuge einer Übernahme durch Ryanair nicht gefährdet. In einem Statement heißt es dazu: "Wir freuen uns für Niki Lauda, in Ryanair einen starken Partner gefunden zu haben, der den Business Plan von Laudamotion unterstützt. Unsere Kooperation besteht natürlich fort und wird von den heutigen Nachrichten nicht berührt." Zu der naheliegenden Frage, ob Ryanair Laudamotion-Flüge künftig ebenfalls über die eigene Website vermarktet, will sich die Airline auf Nachfrage nicht äußern.