02. Oktober 2016 – 21:09
RTK-Chef fordert von Veranstaltern Verbesserungen bei Reisedokumenten
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RTK-Chef Thomas Boesl fordert gedruckte Reiseunterlagen von den Veranstaltern. Foto: RTK

Thomas Bösl griff bei der Tagung seiner Reisebürokooperation RTK am vergangenen Wochenende einen altbekannten Konflikt auf, der bei den Reisebüros gleichwohl den Charakter eines Reizthemas nicht verloren hat. Der RTK-Chef mahnte von den Veranstaltern kundengerechtere Lösungen beim Versand der Reiseunterlagen an. Diese versuchten nach wie vor, und in immer stärkerem Maße, den Versand ausschließlich auf elektronischem Weg anzubieten. Ihre Argumentation: Angesichts der nahezu flächendeckenden Internet-Nutzung quer durch alle Altersgruppen wünsche die überwältigende Mehrheit der Kunden keine gedruckten Dokumente mehr. Das sei eine Behauptung, die der Realität im Reisebüro-Alltag nicht entspreche, formulierte Bösl in seiner Eröffnungsrede unter starkem Applaus der RTK-Mitglieder.

"Nicht alle, aber doch ein erheblicher Teil der Reisebürokunden wünscht sich zur Bestätigung seiner Buchung für die schönsten Tage des Jahres weiterhin Unterlagen auf Papier", sagte Bösl. Es sei sowohl im Interesse der Veranstalter als auch der Reisebüros, diesem Wunsch zu entsprechen. Der so entstehenden Kundenkontakt vor Beginn der Reise sei für Veranstalter und Vertrieb gleichermaßen attraktiv, beispielsweise, um den Kunden Zusatzleistungen anzubieten. "Kosten und Arbeit dafür dürfen aber nicht einseitig zu Lasten des Vertriebs gehen", fordert der Kooperations-Chef. Gleichzeitig deutete er im Hinblick auf die Kostenverteilung Gesprächsbereitschaft an – vorausgesetzt, die verschickten Dokumente seien entsprechend hochwertig.

Kaum Streitthemen zwischen Reisebüros und Veranstalter

Davon abgesehen scheinen die Konflikte zwischen Produzenten und Vertrieb aber angesichts vielfältiger externer Einflüsse auf die Branche und der damit einhergehenden Bedrohungen in den Hintergrund getreten zu sein. Terror und Verunsicherung fördern offensichtlich den Schulterschluss. So erwähnte Bösl die gewachsene Arbeitsbelastung durch längere Beratungszeiten und die Verlagerung großer Kapazitäten vom östlichen ins westliche Mittelmeer zwar, leitete daraus aber keine Forderungen ab. Ausdrücklich lobte er, dass die großen Veranstalter in den vergangenen zwei Jahren mit auskömmlicheren Provisionen und längeren Laufzeiten der Provisionsregelungen auf den stationären Vertrieb zugegangen seien. Die Erkenntnis, dass persönliche Beratung gerade in unsicheren Zeiten wichtiger sei den je, habe Früchte getragen.

Aber nicht nur die Produzenten, sondern auch die Reisebüros seiner Organisation seien dabei, ihre "Hausaufgaben" zu erledigen, zum Beispiel bei der Aufbereitung valider Kundendaten. So sei seit dem Start der Software „Vermarktungspartner“, die die Kundendaten mit deren Buchungsverhalten verknüpft, im vergangenen Jahr, die Zahl verwertbarer Daten von 1,2 auf 2,3 Millionen gestiegen. Damit hätten die RTK-Büros mittlerweile 21 Aktionen mit 16 Veranstalterpartnern durchgeführt. Die vorhandene Datenmenge sei "noch lange nicht befriedigend", so Bösl, aber "immerhin ein erster Schritt". Mit der Resonanz auf die Mailings zeigt er sich unter Berufung auf die Aussagen der Mitglieder "zufrieden", ohne konkreter zu werden.