15. November 2016 – 12:24
Reisebüros trauen Umgang der Veranstalter mit Kundendaten nicht
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Foto: Wikimedia

Eine große Mehrheit der Büros glaubt, dass Reiseveranstalter die Handynummern ihrer Kunden entgegen ihrer Zusage für andere Zwecke als Anrufe oder Infos per SMS in Notfällen nutzen. Das ergab eine Umfrage über den Newsletter "Counter vor9", an der rund 240 Vertriebsprofis teilnahmen. 80 Prozent gaben an, dass sie einen Missbrauch der Daten durch die Veranstalter befürchten. Dennoch ist die Mehrheit der Reisebüros bereit, den Veranstaltern die Handynummern zur Verfügung zu  stellen – vorausgesetzt, sie unterschreiben eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung, die Daten ausschließlich in Notfällen zu nutzen. 53 Prozent der Teilnehmer äußerten sich so.

Die Umfrage thematisiert die DRV-Initiative "SMS-Assist", die das Ziel hat, Reiseveranstaltern die Handynummern von Reisebürokunden zugänglich zu machen, damit diese sie zur Information der Kunden in kritischen Situationen, wie zum Beispiel nach einem Anschlag oder einem Unwetter, nutzen können. Knapp jedes dritte der befragten Büros lehnt die Weitergabe der Handynummer von Kunden kategorisch ab. Nur acht Prozent sind ohne Einschränkung bereit, die Nummer weiterzuleiten.

Das Ergebnis verdeutlicht, wie tief das Misstrauen im stationären Vertrieb gegenüber den Handelsherren nach wie vor sitzt. In Kommentaren begründen die Reisebüros ihre Skepsis mit Erfahrungen aus der Vergangenheit. Immer wieder sei es vorgekommen, dass Veranstalter Kundendaten, die sie über den stationären Vertrieb erhalten hätten, für ihr Direktmarketing nutzten, argumentieren sie. Viele Vertriebsprofis sind zudem der Meinung, dass sie selbst und nicht die Veranstalter in Notfällen Ansprechpartner ihrer Kunden bleiben sollten. 40 Prozent von ihnen sind zudem davon überzeugt, dass, wenn überhaupt, nur eine Minderheit der Kunden bereit ist, ihre Handynummer zur Verfügung zu stellen.

Die große Mehrheit der Reisebüros hält das Thema SMS-Assist, anders als die Veranstalter, zudem nicht für besonders dringlich. So erklärten drei Viertel der Befragten, es sei noch nie passiert, dass Kunden in einem Notfall nicht kontaktiert werden konnten, weil dem Veranstalter die Handynummer gefehlt habe.