06. Juni 2017 – 13:30
Reisebüros haben wenig Lust aufs Mitmach-Internet
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Abbildung: Wikipedia, Rock1997

Nur jedes vierte Reisebüro arbeitet mit eigenen Beiträgen auf den Online-Plattformen von Veranstaltern und Reisebüroorganisationen mit, alle anderen lassen lieber die Finger davon. Das ist das Ergebnis einer exklusiven Online-Umfrage für das Reise vor9 Magazin, an der rund 200 Vertriebsprofis teilnahmen. Von denjenigen, die ihr Wissen online zur Verfügung stellen, tun dies gut zwei Drittel auf der Website ihrer Reisebürokooperation oder -kette, 43 Prozent stellen auf der eigenen Website Tipps oder Reiseberichte ein. Dies auf einer Veranstalter-Website zu tun, ist besonders unbeliebt. Nur 18 Prozent derer, die in Expertenforen aktiv sind, stellen ihr Know-how auf der Website ihres Leitveranstalters zur Verfügung - also nicht einmal fünf Prozent aller befragten Büros. Gut ein Drittel der Foren-Mitarbeiter gibt regelmäßig Beiträge ein, die Mehrheit, 57 Prozent, dagegen nur gelegentlich.

"Nicht ohne Gegenleistung". Unter denjenigen, die sich dieser Form der Wissensweitergabe verweigern, tun dies 68 Prozent, weil sie ihr Wissen erklärtermaßen nicht ohne Gegenleistung einem Veranstalter zur Verfügung stellen wollen. 44 Prozent geben Zeitmangel als Grund an. 39 Prozent erklären, Aufwand und Ertrag stünden in keinem angemessenen Verhältnis. Stellvertretend für viele Kommentare steht dieser: „Warum soll ich mein langjähriges Wissen anonym online teilen?“, fragt ein Teilnehmer. „Dann lieber in einer persönlichen Beratung mit dem Kunden.“

Wenn, dann auf der Reisebüro-Website. Insgesamt werden die Möglichkeiten, sich an Online-Aktivitäten ihrer Reisebüroorganisationen zu beteiligen, von den Expedienten deutlich besser beurteilt als die entsprechenden Angebote der Veranstalter. Während nur 19 Prozent die Veranstalter-Offerten an den Vertrieb als gut oder sehr gut bewerten, ist dies bei Ketten oder Kooperationen immerhin ein Drittel. 46 Prozent halten die Veranstalteraktivitäten in dieser Hinsicht für schlecht oder sehr schlecht, nur ein knappes Viertel lässt dagegen an seiner Kette oder Kooperation kein gutes Haar.

Keine guten Noten für Veranstalter-Aktivitäten. Eine einzelne Veranstaltermarke, die die Vertriebspartner in diesem Punkt überzeugt, ist nicht zu erkennen. Zwar liegt Tui unter den abgefragten Marken vorn, besonders überzeugend ist ein Wert von acht Prozent der Umfrageteilnehmer, die den Marktführer dafür loben, aber nicht. Konkurrent Thomas Cook kommt auf sieben, DER Touristik und FTI auf fünf Prozent. 56 Prozent erklären, keines der Mitmach-Angebote der Veranstalter sei gut.

Christian Schmicke

Den vollständigen Artikel und mehr zum Thema Multichannel-Marketing lesen Sie in der neuen Ausgabe von "Reise vor9 Magazin"