29. August 2017 – 13:49
Qantas will nonstop von Sydney nach Europa fliegen
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In der Ultralangstreckenversion der Boeing 787, die von Perth zum Einsatz kommt, ist bei Qantas die Hälfte des Kabinenraums für die Premiumklassen vorgesehen – Foto: Qantas

Allerdings fehlt der australischen Airline bislang noch das passende Fluggerät dazu. Deshalb rief Qantas-CEO Alan Joyce nun die Flugzeughersteller Boeing und Airbus auf, Maschinen mit einer entsprechenden Reichweite zu entwickeln. Vom Jahr 2022 an, so Joyce, wolle seine Airline in der Lage sein, voll besetzte Flüge ohne Zwischenstopp etwa von Sydney nach London, von Brisbane nach Paris und von Melbourne nach New York anzubieten. Das sei die "letzte Grenze", die es in der Passagierluftfahrt noch zu überwinden gelte, sagt der Qantas-Chef. Bereits jetzt seien beide Hersteller mit der Entwicklung der Boeing 777X und dem Airbus A350ULR nah daran, dieses Ziel zu erreichen.

Im März nächsten Jahres startet Qantas tägliche Flüge mit einer Boeing 787 vom westaustralischen Perth nach London. Dieser Strategiewechsel könnte langfristig die Position der großen Hubs in den Golfstaaten bedrohen, die bislang davon profitierten, dass die Strecke zwischen Australien und Europa zu lang ist, um sie ohne Zwischenlandung zurückzulegen. Seit 2013 bedient Qantas etwa die Strecke nach Frankfurt nicht mehr selbst, sondern bietet sie ausschließlich im Codeshare mit Emirates an. Letztere ist dabei für die Verbindung ab Dubai zuständig. Die neue Route ab Perth markiert einen ersten Schritt auf dem Weg, sich von den Hubs in den Emiraten und Südostasien unabhängig zu machen. Würde die Reichweite der Flugzeuge ausreichen, um auch von den Städten im Osten Australiens nach Europa zu fliegen, dann dürfte dies den Hub-Strategien, die den Airline-Wettbewerb der vergangenen Jahre prägten, einen herben Dämpfer versetzen.

Christian Schmicke