14. Dezember 2017 – 18:07
Niki-Kunden sollen Geld zurückerhalten

Das verspricht jedenfalls der vorläufige Niki-Insolvenzverwalter Lucas Flöther. Fast alle Flugreisenden würden den gezahlten Flugpreis zurückerhalten oder umgebucht, so Flöther am. Kunden, die seit dem Insolvenzantrag der Niki-Muttergesellschaft Airberlin Mitte August Flüge direkt bei der österreichischen Airline gebucht haben, sollen demnach den Reisepreis voll erstattet bekommen. Dies betreffe etwa 200.000 Tickets für Reisen bis Ende Oktober 2018. Die Rückzahlungen seien möglich, weil die Ticketeinnahmen nach der Air-Berlin-Insolvenz auf ein Treudhandkonto eingezahlt wurden, erläutert Flöther. Hinzu kommen 210.000 über Reiseveranstalter und Reisebüros gebuchte Tickets, bei denen die Veranstalter für Ersatz sorgen müssen.

Für rund 15.500 Passagiere, die ihren Flug direkt bei Niki gebucht haben und sich in ihrem Urlaubsort im Ausland befinden, wollen mehrere Fluggesellschaften zusätzliche Kapazitäten schaffen. Kunden erhalten nach Aussage des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) "kurzfristig Sonderkonditionen für noch verfügbare Sitzplätze" auf Rückflügen. Weitere 210.000 Niki-Tickets für Reisen bis Oktober 2018 wurden über Reiseveranstalter gebucht. Diese Tickets müssen die jeweiligen Veranstalter umbuchen. Ob auch sie von Niki möglicherweise bereits erfolgte Anzahlungen zurückerhalten, dazu äußerte sich der Insolvenzverwalter nicht.

Unterdessen arbeiten die Veranstalter daran, Beförderungsmöglichkeiten für Gäste, die sich in den Urlaubszielen befinden und mit Niki geflogen sind, bereitzustellen. Auch sie greifen dabei auf zusätzliche Kapazitäten der am Rückholprogramm beteiligten Airlines Condor, Eurowings, Germania, Tuifly, die Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss zu. Thomas Cook spricht in diesem Zusammenhang von einem „alternativen Flugplan“, Tui erklärt, man habe zusätzliche Tuifly-Flüge aufgelegt und sich weitere Kapazitäten am Markt gesichert, um kurzfristig anstehende Flüge zu gewährleisten. "Unseren Kunden können wir versichern, dass wir alles Notwendige tun, um ihren Flug sicherzustellen. Niemand muss sich Sorgen machen, dass er nicht in den Urlaub fliegen kann oder im Reiseziel festsitzt“, sagt Touristikchef Stefan Baumert. Von FTI heißt es, bereits seit einiger Zeit habe man Niki-Flüge aus den Systemen genommen. Betroffene Gäste würden "nach Möglichkeit proaktiv auf Alternativflüge umgebucht“. Für Reisen beispielsweise nach Ägypten stünden ausreichend alternative Flugkapazitäten zur Verfügung.