02. März 2017 – 16:11
Nachfrageschub geht an Veranstaltern und Reisebüros vorbei
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DRV-Präsident Norbert Fiebig – Foto: DRV

Die Deutschen haben 2016 mehr Geld für ihren Urlaub ausgegeben, doch davon konnten Reiseveranstalter und Reisebüros nicht profitieren. Nach Zahlen des DRV, die in diesem Jahr erstmals auf dem "Mobility"-Panel der Marktforschungsgesellschaft GfK basieren, gaben die Bundesbürger mit rund 86 Milliarden Euro zwei  Prozent mehr für Privatreisen und Urlaub aus als im Vorjahr. Zugleich sank der Umsatz der Veranstalter um zwei Prozent auf gut 30 Milliarden Euro. Die Reisebüroumsätze gingen um 1,3 Prozent auf 24,5 Milliarden Euro zurück. In den Reisebürozahlen sind auch die Geschäftsreisen enthalten, deren Volumen stabil blieb.

"Die Bundesbürger sind mehr verreist als im Vorjahr, aber sie haben anders Urlaub gemacht“, fasst DRV-Präsident Norbert Fiebig zusammen. Der Rückgang im Veranstalter- und Pauschalreisegeschäft hat mehrere Gründe. Zum einen konnten die Zuwächse in Ländern wie Spanien, Italien, Portugal und Bulgarien den Rückgang in Tunesien, Ägypten und der Türkei im vergangenen Jahr nicht ausgleichen. In den drei Problemländern ist der Anteil klassischer Pauschalreisen extrem hoch, während Reisen nach Italien, aber auch Spanien von den Kunden häufiger individuell organisiert werden. Auch ein kräftiger Nachfrageschub für Urlaub in Deutschland und den Nachbarländern konnte den Umsatzrückgang nicht verhindern. In diesem Segment, das traditionell von individuell gebuchten Urlaubsreisen dominiert wird, konnten die Veranstalter ihren Marktanteil nicht verbessern, obwohl sie versuchten, mit Angebotsausweitungen auf den absehbaren Trend zum Urlaub im Nahbereich zu reagieren.