15. Februar 2017 – 13:05
Lufthansa und Piloten nehmen Schlichterempfehlung an
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Foto: Lufthansa, Gregor Schlager

Die Piloten erhalten rückwirkend zum 1. Januar 2016 zwei Prozent und zum 1. Januar 2017 2,3 Prozent mehr Gehalt. 2018 erfolgt eine weitere Erhöhung um 2,4 und 2019 erneut um zwei Prozent. Zusätzlich zahlt Lufthansa je 5.000 bis 6.000 Euro einmal an die Piloten aus. Insgesamt ergibt sich so eine Vergütungserhöhung um 8,7 Prozent in vier Stufen. Gefordert hatten die Piloten eine Lohnerhöhung um mehr als 20 Prozent, die rückwirkend in fünf Schritten erfolgen sollte.

Mit der Annahme der Empfehlung des Schlichters Gunter Pleuger ist ein Punkt des langjährigen Konflikts zwischen Lufthansa und ihren Piloten vom Tisch. Andere Themen hingegen dürften dadurch eher noch brisanter werden. So kündigte Personalvorstand Bettina Volkens sogleich an,  Lufthansa werde die 85 Millionen Euro an zusätzlichen Kosten pro Jahr, die aus den Gehaltserhöhungen für die 5.400 Piloten resultieren, dadurch kompensieren, dass "abweichend von der bisherigen Flottenplanung 40 zugehende Flugzeuge außerhalb des Konzerntarifvertrages bereedert werden". Details zur Ausgestaltung einer alternativen Plattform für den Betrieb dieser Maschinen sollen in den nächsten Wochen vorgestellt werden.

Das bedeutet: Die nun erzielte Einigung dient ausschließlich der Besitzstandswahrung der aktuell vom Konzerntarifvertrag erfassten Piloten, während die Fluggesellschaft gleichzeitig ihre Anstrengungen, Mitarbeiter in andere Gesellschaften mit niedrigeren Vergütungen auszulagern, verstärkt. Dieser Punkt ist ebenfalls ein zentraler Zankapfel zwischen Lufthansa und ihren Angestellten. Weil er aber nicht Bestandteil von Tarifverhandlungen ist, konnte er im Zuge der Schlichtung auch nicht mitverhandelt werden.

Ohenhin steht die abschließende Zustimmung der Piloten zum Ergebnis der Schlichtung noch aus. Zwar bestätigt die Gewerkschaft Cockpit, dass ihre Tarifkommission der Empfehlung zugestimmt hat, aber: "Das letzte Wort liegt jetzt bei den Mitgliedern, die im Rahmen einer Urabstimmung über die endgültige Annahme des Schlichterspruches entscheiden werden“, schränkt Cockpit-Sprecher Markus Wahl ein. Die Urabstimmung werde "zeitnah eingeleitet", mit einem Ergebnis sei Ende März zu rechnen.