15. März 2018 – 16:15
Lufthansa-Chef hält weitere Konsolidierung in Europa für notwendig
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Die Lufthansa-Tochter Eurowings ist bald mit 200 Flugzeugen in der Luft und die Nummer drei unter Europas Low-Cost-Carriern. Foto: Eurowings

Der Luftverkehr in Europa steckt mitten im Umbruch, ist Lufthansa-Chef Carsten Spohr überzeugt. „Wir werden eine weitere Konsolidierung sehen“, und Lufthansa sei nach dem Rekordgewinn von drei Milliarden Euro dafür gut gerüstet. Drei große Insolvenzen mit Airberlin, Alitalia und Monarch in einem Jahr, in dem der Luftverkehr insgesamt kräftig gewachsen sei, zeigten die Notwendigkeit weiterer Konzentration.

Bei der Konsolidierung in Europa gebe es noch viel Luft nach oben. Die fünf größten Airlines diesseits des Atlantiks kämen zusammen gerademal auf 44 Prozent Marktanteil. In den USA stünden die fünf größten Carrier für 80 Prozent des Marktes. Soweit müsse es in Europa nicht kommen, so Spohr, aber irgendwo dazwischen werde man wohl landen.

An einer Übernahme der heutigen Alitalia habe Lufthansa kein Interesse, macht Spohr klar. Durch eine Restrukturierung könne sich das ändern. Nach den Neuwahlen in Italien und der nun anstehende schwierigen Regierungsbildung seien Entscheidungen über die Zukunft von Alitalia aber kurzfristig nicht zu erwarten. „Wir stehen bereit“, sagt Spohr.

Auch ohne weitere Zukäufe wächst die Lufthansa-Gruppe überproportional. 2017 gewann der Kranich in allen Verkehrsgebieten rund 20 Millionen Passagiere dazu, der Umsatz kletterte um zwölf Prozent.

Größter Treiber dieses Wachstums war Eurowings, deren Flotte sich in zwei Jahren verdoppelt hat. In diesem Sommer werden 182 Maschinen für EW fliegen, nächstes Jahr 210. Eurowings ist damit nach Ryanair und Easyjet die Nummer drei unter den Low-Cost-Airlines in Europa. Um die Heimatbasis der Mutter fliegt Eurowings aber weiter einen Bogen. Das sei derzeit „kein Thema“.