19. November 2017 – 12:21
Keine Ruhe im Streit um die Airberlin-Pleite

Eine Flugbegleiterin und zwei Piloten der insolventen Fluggesellschaft haben beim Düsseldorfer Arbeitsgericht Klagen gegen ihre Freistellung eingereicht. Wie viele andere Mitarbeiter waren sie von Airberlin auf Widerruf freigestellt worden, was dazu führt, dass sie derzeit weder Arbeitslosengeld noch Gehälter erhalten. Die Mitabeiter argumentieren, dass es für sie Einsatzmöglichkeiten gäbe. Der klagende Pilot und der Co-Pilot führen außerdem an, dass sie Flugeinsätze benötigten, um die Erlaubnis zum Führen von Flugzeugen bestimmter Typen zu behalten. Das Gericht hat für den kommenden Mittwoch und Donnerstag Verhandlungstermine angesetzt und will im Eilverfahren über die Klagen entscheiden.

Unterdessen fordert die Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi weiterhin, die Übernahme von Airberlin-Mitarbeitern durch Lufthansa und die Tochter Eurowings tarfivertraglich zu regeln. Mit ihrer aktuellen Strategie umgehe Lufthansa den eigentlich fälligen Betriebsübergang, um betriebswirtschaftlich das optimale Ziel zu erreichen, indem "billiger tarifiertes und bei Eurowings Europe in Wien untarifiertes Kabinenpersonal eingestell0t" werde.  Slots und Flugzeuge würden von Lufthansa gerne übernommen; dafür werde sogar eine Milliardensumme investiert. Für die Beschäftigten hingegen gebe es keinen Cent.

Der Ex-Chef von Airberlin, Thomas Winkelmann, hat sich Ende vergangener Woche erstmals öffentlich zu seinem garantierten Millionengehalt geäußert. Nach der Insolvenz als "Manager mit goldenem Fallschirm“ hingestellt worden zu sein, tue weh, sagte Winkelmann laut „Handelsblatt“. Bei seinem Amtsantritt sei ihm zwar klar gewesen, dass Airberlin "gewaltige Probleme“ mit sich herumschleppe. Davon, dass Gesellschafter Etihad so schnell "den Stecker ziehen“, also die Hilfen für die defizitäre Fluggesellschaft streichen würde, habe man jedoch nicht ausgehen können. Zugleich lobte er die aktuelle Lösung, die Flugzeugverkäufe an Easyjet und Lufthansa sowie die Übernahme eines Teils der Beschäftigten vorsieht. Angesichts des erweiterten Engagements von Easyjet und einer starken Eurowings werde der Flugverkehr von und nach Berlin "der große Gewinner sein“, so Winkelmann.