20. Dezember 2017 – 15:51
JT Touristik: Wenn der Weihnachtsgruß zum Politikum wird
jt-weihnachtsgruss
Abb. JT Touristik

Dass kleine Gesten manchmal große Wirkung entfalten, ist bekannt. Doch nicht immer ist die Wirkung so, wie der Absender sich das wünscht. Jedenfalls löste ein simpler und zudem unverfänglich formulierter Weihnachtsgruß des insolventen Berliner Veranstalters an seine Geschäftspartner auf einschlägigen Social-Media-Plattformen eine umfangreiche, ziemlich emotional geführte Debatte aus. "Dürfen die das? Nach allem, was passiert ist?" Dabei zeigte sich deutlich, dass der Reisebürovertrieb in seiner Haltung zu dem insolventen Veranstalter, der nun vom Discounter Lidl übernommen werden soll, zutiefst gespalten ist und dass bei einigen Vertretern die Nerven ziemlich blank liegen. Die Bandbreite der Kommentare erstreckt sich von nicht zitierfähigen Beiträgen mit dem Tenor, Unternehmensgründerin Jasmin Taylor lasse es sich in ihrer Villa gut gehen, während der Vertrieb seine Provision abschreiben müsse, bis hin zu verständnisvollen Anmerkungen hartnäckiger "Sympathisanten“. Dass dabei auch der Kontrast zwischen den pompösen Promi-Parties der Unternehmerin, ihrem Auftritt in der Doku-Soap „Shopping Queen“ und der neuen Zuflucht des Veranstalters immer wieder gernüsslich zelebriert wird, verwundert nicht. Jedenfalls verdeutlichen die Dialoge, dass nicht wenige Verkaufsprofis nach dem Pleite-Chaos der vergangenen Monate ein ausgeprägtes Bedürfnis haben, mal richtig Dampf abzulassen. Nachvollziehbar ist das ja.

Christian Schmicke