20. November 2017 – 13:09
JT Touristik: Insolvenzverwalter verhandelt weiter
thiemann-pluta
Stephan Thiemann – Foto: Pluta

Aktuell prüfe er "erste Angebote" potenzieller Investoren für den insolventen Berliner Reiseveranstalter, sagt Rechtsanwalt Stephan Thiemann. Mit einem Ergebnis werde "noch in diesem Jahr gerechnet". Urlauber, die eine Reise mit JT Touristik für das nächste Jahr gebucht haben, werden sich mit Informationen darüber, ob diese Reise wie gebucht stattfindet, also noch gedulden müssen. Denn bislang ist die Durchführung gebuchter Reisen lediglich bis zum 31. Dezember gesichert. In den vergangenen Wochen hatten einzelne Kunden berichtet, dass der Veranstalter ihrem Wunsch, eine Reise im nächsten Jahr kostenlos zu stornieren, stattgegeben habe. Der Insolvenzverwalter erklärte dazu, entsprechende Ansinnen würden im Einzelfall geprüft und es existiere noch keine generelle Regelung dafür.

Im Oktober und in der Zeit bis Mitte November seien insgesamt 12.923 JT-Reisen mit 30.769 Gästen durchgeführt worden, so Thiemann. Lediglich für ein Prozent der geplanten Reisen habe es wegen der Pleite von Airberlin keine Lösung gegeben.

Reisebüros haben mit Blick auf ihre Provisionsansprüche schlechtere Karten als die meisten Kunden. Angesichts der Insolvenz wird ihnen das Geld nicht ausgezahlt. Sie können ihre Ansprüche, die erfahrungsgemäß nicht weit oben auf der Liste der mit Priorität zu behandelnden Forderungen stehen, erst nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens geltend machen.

Vergangene Woche war es dabei zu einer Panne gekommen. Mehrere Reisebüros berichteten ebenso übereinstimmend wie überrascht, dass sie eine Provisionsabrechnung für Buchungen mit Abreise im Oktober erhalten hätten. Tags darauf teilte der Veranstalter in einem Entschuldigungsschreiben mit: "Leider ist uns bei der gestrigen Zustellung Ihrer Provisionsansprüche ein technischer Fehler unterlaufen. Insolvenzbedingt kann Ihre Provision nicht von JT Touristik ausgezahlt werden."

Christian Schmicke