24. April 2017 – 20:40
Intrepid sieht in Deutschland noch "riesiges Potenzial"
kambodialocal-kidscameraintrepid
Authentische Erlebnisse wie hier in Kambodscha verspricht der australische Veranstalter Intrepid, der in Deutschland bereits tausend Reisebüros gewonnen hat. Foto: Intrepid Travel

Mit rund 15.000 Gästen hat der australische Veranstalter mit dem schwierigen Namen zwar hierzulande schon Fuß gefasst, aber das reicht CEO James Thornton nicht. Er sieht für den Anbieter von Erlebnisreisen in Deutschland ein "riesiges Potenzial". Dabei setzt der Chef auf die Zusammenarbeit mit FTI und die Reisebüros. Mit FTI gibt es einen Cover-Katalog und die Trips sind über Toma buchbar. Direkt auf der Intrepid-Seite mit Login buchen bereits rund tausend Agenturen. Sie erhalten zehn Prozent Provision. Zusammen kommen so zwei Drittel der Buchungen zusammen. Den Rest verkauft Intrepid selbst.

Nachhaltige Reiseerlebnisse in jeder Beziehung

Intrepid bedeutet soviel wie unerschrocken. Das müssen Teilnehmer natürlich nicht sein, auch wenn es unterwegs manchmal abenteuerlich wird. Was Kunden erwartet, sind authentische Erlebnisse in internationalen Gruppen mit eigenen lokalen Reiseleitern. Denn Intrepid ist in 17 Ländern mit eigenen Destination Management Companies, kurz DMCs, aktiv. Rund 1.100 der insgesamt 1.600 Mitarbeiter arbeiten in den Zielgebieten. Intrepid hat 100 Länder im Programm, allerdings jeweils nur die Landleistungen. Flüge müssen selbst dazu gebucht werden.

Intrepid-Kreuzfahrten der anderen Art

Das gilt auch für die ersten eigenen Kreuzfahrten, die dieses Jahr in Kroatien beginnen. Dazu hat der Veranstalter ein eigenes Schiff gechartert. Die "Royal Eleganca" hat Platz für 50 Passagiere und pendelt im Wochenturnus zwischen Dubrovnik und Split. Im Vordergrund der Adventure Cruises steht dabei das Erlebnis an Land. Verträge für weitere Schiffe in Griechenland, Spanien, Kuba und Island sind schon unterschrieben. Sie sollen nach dem gleichen Konzept betrieben werden.

CO2-Ausgleich für alle Programme

Auch Nachhaltigkeit hat sich Intrepid auf die Fahnen geschrieben. So hat sich die Firma dem United Nations Global Compact angeschlossen, mit dem sie sich etwa zu Umweltschutz, Einhaltung der Arbeitsstandards und zur Korruptionsbekämpfung verpflichtet. Bei der Zusammenstellung der Reisen wird darauf geachtet, den sogenannte ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Was an CO2-Belastung durch Transport, Übernachtung und Abfall übrig bleibt, gleicht der Veranstalter durch eine Abgabe aus.

Flirt mit Tui hat nicht geklappt

Die Intrepid Group steht für rund 300.000 Teilnehmer und 200 Millionen Euro Umsatz, so Chef Thornton – und wieder für Unabhängigkeit. Denn für vier Jahre war Tui Mehrheitsgesellschafter. Doch die Denkweise von Tui und den Gründern sei zu verschieden gewesen, sagt Thornton, der seit zwölf Jahren an Bord ist. "Tui wollte in erster Linie Gewinn erwirtschaften, wir neue Märkte erschließen und Marken etablieren." Deshalb kauften die Gründer vor zwei Jahren ihre Anteile wieder zurück. "Seitdem sind wir um 20 Prozent gewachsen."

Marken für Junge und Alte im Anflug

Intrepid ist die Kernmarke der Gruppe, doch damit erreicht Thornton nur eine begrenzte Zielgruppe. "Wir wollen den Reisenden für immer", sagt er, und bringt daher weitere Marken ins Spiel. Geckos Adventures richtet sich speziell an junge Leute von 18 bis 29, Peregrine ist die Premiummarke für Ältere, Urban Adventures ist auf Städte spezialisiert, die Family Adventure Company wie der Name schon sagt auf Reisen mit Kindern. In Deutschland ist Thornton heute nur mit Intrepid aktiv. Zumindest für Geckos und Peregrine sieht er aber auch hier Chancen.

Reisebürobetreuung mobil und am Telefon

Hierzulande hat Intrepid sein Büro im vergangenen Jahr zwar geschlossen, ist aber dennoch präsent. "Wir investieren weiter in den deutschen Markt", sagt Geschäftsführerin Barbara Glanz, die zusammen mit Kollegen mobil Veranstalter und Reisebüros betreut. Faktisch sitzen die Intrepid-Helfer am Telefon zwar in London, doch sie sprechen Deutsch.

Thomas Hartung