12. Juli 2017 – 19:24
DER Touristik: Offensive soll Fernstrecke zurückerobern
maltzahnrotter
Rolf-Dieter Maltzahn und Matthias Rotter – Foto: CS

Ob der Marktführer auf der Fernstrecke hierzulande Tui oder DER Touristik heißt, und welche Datenbasis dafür zu Rate gezogen werden sollte, darüber gibt es wenig überraschend zwei Meinungen. Während Tui dafür die Marktdaten der Gesellschaft für Konsumforschung GfK zu Grunde legt, moniert DER Touristik, dass darin ausgerechnet die Zahlen des DER-Eigenvertriebs fehlen - was sich aber im nächsten Jahr ändern soll. Jedenfalls reklamieren beide Unternehmen die Marktführerschaft für sich.

Unstrittig ist indes, dass die Frankfurter DER-Touristik-Marken Dertour, Meier's Weltreisen im vergangenen Jahr im Zuge der Einführung der neuen Buchungstechnologie "Phoenix Unlimited" kräftig Federn lassen mussten. Durch die fehlende oder mangelhafte Buchbarkeit vieler Produkte sei im Winter eine ordentliche Buchungsdelle entstanden, räumt der Chef der Frankfurter DER-Marken, Matthias Rotter, ein. Die Buchungen für den Sommer liegen laut Rotter und seinem Kölner Kollegen Rolf-Dieter Maltzahn zwar im "guten einstelligen Bereich" über dem Vorjahr. Aber das Gesamtjahr werden die DER-Touristik-Marken mit einem leichten Umsatzrückgang abschließen.

Angriff auf der Fernstrecke. Doch die Schwächephase soll nun Vergangenheit sein. "Das Imperium schlägt zurück", scherzt Rotter mit Blick auf die bevorstehende Wintersaison. Denn nachdem die Systemprobleme komplett ausgeräumt sind, wie er versichert, wollen Frankfurt und Köln zum Angriff blasen. Symbolwert besitzt dafür ein neuer Vollcharter mit Condor, den DER Touristik einmal wöchentlich auf die Halbinsel Samaná in der Dominikanischen Republik anbietet. Der passt sowohl in die Badeurlaubs-Philosophie von ITS, als auch in die Frankfurter Strategie, Ziele abseits der etablierten touristischen Zentren anzubieten. "Gäste in Samaná sparen durch die neue Verbindung beim Transfer drei Stunden in jeder Richtung", wirbt Maltzahn für das Flugangebot.

Programmausbau im Indischen Ozean. Auch im Indischen Ozean steigert DER Touristik die Präsenz. Das gilt nicht nur für die "großen Ziele" wie Mauritius und die Malediven, sondern auch für die Seychellen und Sri Lanka. Für die Inseln östlich von Afrika reklamiert die Touristik der Rewe Group hierzulande einen Marktanteil von 50 Prozent für sich. "Jeder dritte unserer Gäste verbindet das mit einem Stopover in den Vereinigten Arabischen Emiraten", bemerkt Rotter als Randnotiz. Und einen Seitenhieb auf die Münchener Konkurrenz von FTI hat er, ohne sie ausdrücklich zu nennen, auch noch parat: "Abgesehen von den Stopovers ist unser Orient-Geschäft ein anderes." Im Vordergrund stünden nicht sieben- oder zehntägige Hotelaufenthalte, sondern ein differenziertes Rundreiseangebot. Auch in den USA geht Frankfurt in die Offensive. So gibt es erstmals einen Skikatalog für Nordamerika von Meier's Weltreisen.

Maltzahn will im Winter mit ITS und Jahn Reisen neben der Fernstrecke für Badeurlauber auch Ägypten kräftig in den Mittelpunkt rücken: Er hat das Angebot für Hurghada gegenüber dem Vorjahr verdoppelt und das für Marsa Alam sogar verdreifacht.

Christian Schmicke