12. November 2017 – 11:34
Häkchen weg: Meiers Weltreisen kapituliert vor Duden
meiersweltreisen
Katalog Lateinamerika, Sommer 2018

Mehr als dreieinhalb Jahrzehnte lang blieben sie standhaft, und weder der Beginn des 21. Jahrhunderts noch die kurz darauf erfolgte Übernahme der LTU Touristik durch Rewe, von den zahlreichen Besserwissern ganz zu schweigen, konnte daran etwas ändern. Meier’s Weltreisen behielt, allen Regeln der deutschen Grammatik zum Trotz, den Apostroph. Bis jetzt jedenfalls. Denn im Zuge einer umfassenden Auffrischung des Markenbildes inklusive des Katalog-Layouts zum Sommer 2018 fällt das im angelsächsischen Sprachraum für den Genitiv gebräuchliche, hierzulande aber vor allem sprachregelresistenten Pommesbudenbesitzern vorbehaltene Häkchen weg. Dabei hätte es dessen gar nicht mehr zwangsläufig bedurft. Denn der Duden beharrt zwar darauf, dass vor der Genitivendung normalerweise kein Apostroph gesetzt werde und es deshalb "Brechts Dramen" heißen müsse. Unter dem Eindruck der normativen Kraft des Faktischen räumen aber selbst Deutschlands oberste Sprachrichter ein: "Der Apostroph wird gelegentlich zur Verdeutlichung der Grundform eines Personennamens gebraucht." Beispielhaft erwähnt werden dabei : "Andrea's Blumenecke (zur Unterscheidung vom männlichen Vornamen Andreas)" und "Willi's Würstchenbude".

Christian Schmicke