24. Februar 2017 – 14:19
Gute Geschäfte für die IT-Riesen
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Amadeus, hier die Zentrale in Madrid, wächst kräftig, auch dank Zukäufen – Foto: Wikipedia

Das Verhältnis zwischen GDS und der übrigen Touristik ist traditionell ambivalent. Einerseits werden die Technik-Dienstleister gerne als Wegelagerer gesehen, die an allen möglichen Transaktionen kräftig mitverdienen, ohne die Risiken von Leistungsträgern wie Airlines schultern zu müssen. Andererseits sind sie wegen ihres Know-hows gesuchte Partner für die Entwicklung von IT-Lösungen. Und bisweilen arbeiten sie, wie etwa Amadeus im Fall von Lufthansa, sogar an der Entwicklung von Lösungen mit, die dazu dienen, ihr eigenes GDS zu umgehen.

Damit lebt es sich offenbar recht gut, wie die Jahresergebnisse der beiden großen Player, Amadeus und Sabre, verdeutlichen. So erzielte Amadeus im Geschäftsjahr 2016 einen bereinigten Gewinn von 911 Millionen Euro. Das sind 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Umsätze stiegen um 14 Prozent auf knapp 4,5 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, Ebitda, um 16 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Im GDS-Geschäft kletterte der Umsatz um knapp sieben Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, das Geschäft mit Reisebüro-Flugbuchungen legte um fast sechs Prozent auf 534 Millionen Euro zu. Im Flug-Business habe Amadeus damit den Marktanteil um knapp einen Prozentpunkt auf 43 Prozent steigern können, heißt es aus der Zentrale in Madrid.

Besonders kräftig fiel das Wachstum bei den IT-Lösungen aus. Hier stieg der Umsatz um fast ein Drittel auf gut 1,5 Milliarden Euro, wozu der Kauf des Airline-IT-Spezialisten Navitaire den Löwenanteil beitrug.

Konkurrent Sabre konnte ebenfalls zulegen. Der Umsatz kletterte auf Dollarbasis um 14 Prozent auf umgerechnet 3,2 Milliarden Euro , der Vorsteuergewinn, Ebitda, um elf Prozent auf eine Milliarde Euro und der bereinigte Nettogewinn um 20 Prozent auf 350 Millionen Euro. Der Bereich der IT-Lösungen für Airlines und Hotellerie wuchs im Umsatz um 17 Prozent auf 960 Millionen Euro, das GDS-Geschäft gewann 13 Prozent auf gut 2,2 Milliarden Euro hinzu.

Für 2017 rechnen bei IT-Spezialisten mit "soliden Finanzergebnissen", angetrieben durch ein moderates Wachstum der Weltwirtschaft, wie Amadeus-Chef Luis Maroto erklärt. Sabre-Chef Sean Menke weist allerdings darauf hin, dass hohe Investitionen in die IT-Sicherheit und Funktionalität sowie den beschleunigten Umstieg auf Open-Source- und Clowd-basierte Lösungen bei einem erwarteten Umsatzwachstum zwischen fünf und sieben Prozent den Gewinn schmälern könnten. (CS)