15. März 2018 – 14:49
GfK: Starke Reisenachfrage hält an, aber Reisebüroumsätze stagnieren
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Marktforscherin Doerte Nordbeck – Foto. GfK

Zwei Monate vor Saisonende übertrifft das Buchungsvolumen für die Wintersaison nach aktuellen Zahlen der GfK bereits das Endergebnis der Vorjahressaison. Sowohl für die noch laufende Wintersaison als auch für die anstehende Sommersaison habe der Reisevertrieb bei den Veranstalterreisen im Februar jeweils sechs Prozent höhere Umsätze. Allerdings werde das Wachstum im abgelaufenen Buchungsmonat allein vom Online-Vertrieb getragen. In den stationären Reisebüros verharrten die Buchungseingänge in Umsatz auf Vorjahresniveau.

Winter zehn Prozent über Vorjahr. Gut ein Fünftel des Monatsumsatzes galt laut GfK im Februar 2018 kurzfristigen Urlaubsbuchungen für die noch bis April andauernde Wintersaison. Kumuliert steht der Winter aktuell bei einem Umsatzplus von zehn Prozent. Damit werde das Saisonergebnis noch höher als das derzeitige vierprozentige Plus ausfallen, prognostizieren die Marktforscher. Umsatz- und wachstumsstärkster Reisemonat des Winterhalbjahres ist, wie nicht anders zu erwarten, der Ostermonat März.

Juli und August haben noch  Potenzial. Mit einem Umsatzanteil von 68,8 Prozent buchen die Deutschen derzeit hauptsächlich ihre diesjährigen Sommerurlaube. Gut ein Viertel des gesamten Monatsumsatzes entfiel im Februar allein auf die Ferienmonate Juli und August. Gleichwohl dürfte das Potenzial der Sommerferien längst noch nicht ausgeschöpft sein, meint die Chefin der Reisesparte der GfK, Doerte Nordbeck: Zum jetzigen Zeitpunkt liege der Reisemonat Juli in absoluten Umsätzen nur wenig über dem Pfingstmonat Mai, der in diesem Jahr mit einem Zuwachs von 41,3 Prozent. Noch "Luft nach oben“ habe vor allem der Ferienmonat August, der bislang erst für knapp 16 Prozent der bislang erzielten Sommerumsätze stehe.

Kurve flacht leicht ab. Kumuliert weist die Sommersaison 2018 zum Buchungsstand per Ende Februar im stationären und Online-Reisevertrieb ein Umsatzplus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Dies seien zwar zwei Prozentpunkte weniger als noch vor einem Monat Ende Januar, aber immer noch ein "äußerst ansehnliches Wachstum, dass für eine starke Urlaubsnachfrage spreche, so Nordbeck. Als wachstumsstärkerer Vertriebskanal erwiesen sich derzeit die online pauschal oder in Bausteinen gebuchten Urlaubsreisen, die sich allerdings deutlich niedrigerem Umsatzniveau bewegten als die Reisebürobuchungen. Bezogen auf die Sommersaison falle das über Reisebüros gebuchte Umsatzniveau zum jetzigen Zeitpunkt gut fünfmal höher aus.