01. Dezember 2017 – 08:42
Ex-Unister-Sprecher fordert Untersuchungsausschuss im sächsischen Landtag

Der frühere Kommunikationschef der insolventen und zerschlagenen Unister-Gruppe, Dirk Rogl, will über eine Online-Petition einen Untersuchungsausschuss im sächsischen Landtag erreichen. Er wirft der Sonderkommission „Ines“ der Generalstaatsanwaltschaft Dresden vor, seit mehr als fünf Jahren „mit fundamentaler Härte gegen das ehemalige Internet-Unternehmen Unister“ vorzugehen. Die leitende Staatsanwaltschaft sei voreingenommen, so Rogl. 

„Die Sonderkommission Ines hat in den vergangenen Jahren beharrlich den Niedergang von Unister beeinflusst“, schreibt Rogl in der Begründung der Petition. Sie habe „falsche Fakten (etwa über den angeblichen Verkauf von Kundendaten) aber auch über später nicht zugelassene Anklagepunkte (Streichpreise) in die Öffentlichkeit“ gebracht. Der Aufwand der öffentlichkeitswirksamen Ermittlungen und der dadurch verursachte Schaden stünden in keiner Relation zu den jetzt geforderten Strafmaßen in lediglich zwei Fällen.

In Leipzig stehen zwei ehemalige Manager vor Gericht. Für den früheren Finanzchef fordert die Staatsanwaltschaft zwei Jahre Haft auf Bewährung und 15.000 Euro Geldstrafe. Der Ex-Chef der Flugportale soll zweieinhalb Jahre hinter Gitter und 52.000 Euro bezahlen. Die Urteile sollen am Montag gesprochen werden. Der Gründer und CEO des Portalbetreibers, Thomas Wagner, war bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.

Bislang haben 45 Unterstützer die Online-Petition unterzeichnet, darunter ehemalige Mitarbeiter und Manager von Unister.