14. November 2017 – 20:38
EU nimmt Verkaufsportale härter an die Kandarre
warenkorbpixabay
Grafik: Pixabay

Mehr als ein Drittel der Einkaufs- und Buchungsportale in den Bereichen Reise, Unterhaltung, Kleidung, Elektrotechnik und Kreditwesen habe im Jahr 2014 nachweislich gegen Regeln des Verbraucherschutzes verstoßen, heißt es in einem Papier des Europäischen Parlaments. Nun hat das Parlament mit großer Mehrheit einem Gesetz zugestimmt, das die Rechte der Konsumenten und die Zugriffsmöglichkeiten der Behörden in Betrugsfällen stärken soll.

Die Verbraucherschutzbehörden erhalten damit eine Reihe von zusätzlichen Befugnissen. So können sie künftig Geldstrafen bei dubiosen Praktiken verhängen und bei Domain-Registraren sowie Banken Informationen über betrügerische Händler anfordern. Auch anonyme Testkäufe sind ihnen künftig erlaubt. Außerdem dürfen sie die Anzeige von Warnhinweisen auf den entsprechenden Webistes anordnen und notfalls auch die Hosting-Anbieter zur Sperrung von Seiten verpflichten.

Über ein Warnsystem können sich die EU-Länder künftig gegenseitig auf Firmen hinweisen, die im Verdacht stehen, betrügerische Praktiken an den Tag zu legen. Die nationalen Behörden sollen sich untereinander zudem bei Ermittlungen helfen, um zu klären, ob Verstöße vorliegen und ob sie weit verbreitet sind oder gar die gesamte EU betreffen.

Zu den Praktiken, die das EU-Parlament im Reisebereich für verbraucherschutzwidrig hält, zählen etwa Angebote, die nach dem Anklicken zum ursprünglichen Preis nicht mehr verfügbar sind, sondern nur noch erheblich teurer. Dabei dürfte es keine Rolle spielen, ob dies ein Ergebnis schlechter Datenqualität ist oder absichtlich geschieht.