19. März 2018 – 15:09
Dubrovnik findet Deal mit Kreuzfahrtgesellschaften
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Costa Serena in Dubrovnik – Foto: Timur v. Voronkov/Creative Commons

Das geht aus Bemerkungen des Chefs der weltweit größten Kreuzfahrtgesellschaft Carnival,Aarnold Donald, hervor. Bei einer Podiumsdiskussion auf der Fachmesse „Seatrade Cruise Global“ in Florida erklärte er, dass die großen Kreuzfahrtgesellschaften nach Gesprächen mit Dubrovniks Bürgermeister Mato Frankovic eingewilligt hätten, ihre Fahrpläne untereinander abzustimmen, um zu vermeiden, dass zu viele Besucher gleichzeitig die kleine Altstadt überfluten. Nach Informationen des Fachblatts „Travel Weekly“ wurde  Agreement nach mehreren Treffen im Januar erzielt.

Dass zu viele Kreuzfahrtgäste gleichzeitig die engen Gassen von Dubrovnik bevölkern, ist den Einwohnern und örtlichen Politikern schon lange ein Dorn im Auge. Hinzu kommt, dass die Kreuzfahrer während ihres meist nur dreistündigen Aufenthalts nicht viel Geld in der Stadt lassen. Seinen Höhepunkt erreichte der Andrang von Kreuzfahrern 2013 als binnen eines Jahres 943.000 Besucher durch die Stadt gespült wurden. Allein im Spitzenmonat August waren es damals 154.000. Vergliche damit hat sich die Lage in den vergangenen Jahren ein wenig entspannt. Kamen 2016 noch fast 800.000 Kreuzfahrtgäste, so waren es im vergangenen Jahr nach Auskunft der Hafenbehörde  „nur“ noch 680.000, mit einer Spitze im Juli von 114.000 Ankünften.

Trotz der Rückgänge drängte die Zeit, um Lösungen zu finden, denn die Unesco hatte Dubrovnik mit dem Entzug des Welterbe-Status gedroht. Nun scheint auch die Kreuzfahrtindustrie begriffen zu haben, dass sie sich mit einem ungeregelten Zustrom von immer mehr Gästen in beliebten Häfen ins eigene Fleisch schneidet. Jedenfalls wird Donald mit den Worten zitiert: „Letztendlich wollen unsere Gäste keine übervölkerten Orte besuchen. Wenn die Sehenswürdigkeiten, die jeder besuchen will, missbraucht werden, werden die Kunden nicht mehr kommen.“ Eine Regulierung sei daher ebenso im eigenen Interesse wie auch im Interesse der Städte, die man anlaufe.

Als Alternative zu Dubrovnik beginnt sich offenbar die Hafenstadt Sarande im Süden Albaniens zu etablieren, in deren Nähe ebenfalls zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu finden sind. In diesem Jahr wird Sarande unter anderem von MSC und der Holland America Line angelaufen.