26. Mai 2017 – 13:26
DRV warnt vor Konsequenzen eines Laptop-Verbots

Nach einem Spitzentreffen zwischen amerikanischen und europäischen Vertretern in Brüssel in der vergangenen Woche scheint das Laptop-Verbot für transatlantische Flüge aufgeschoben – nicht aber aufgehoben, so die Einschätzung des Branchenverbandes. Der Vorsitzende des DRV-Ausschusses Flug, Otto Schweisgut, erklärt, es gelte nun, "Risiken abzuwägen und praktikable Lösungen zu finden". "Es ist niemandem geholfen, wenn der Flugverkehr durch neue Verbote beeinträchtigt wird und umständliche Kontrollen zu langen Wartezeiten führen. Es sollte zudem vermieden werden, dass es in Europa zu Wettbewerbsnachteilen kommt, weil ein etwaiges Verbot nur für bestimmte Flughäfen gilt“, fordert der Reisebüroinhaber.

Vor allem die Geschäftsreisedienstleister warnen vor negativen Konsequenzen eines möglichen Laptop-Verbots für Verbindungen aus Europa. "Es ist notwendig, dass angesichts veränderter terroristischer Bedrohungslagen Sicherheitsvorkehrungen angepasst werden. Es sollte aber bedacht werden, dass insbesondere Geschäftsreisende die Leidtragenden eines Laptop-Verbots auf Transatlantik-Flügen wären – ihnen geht produktive Arbeitszeit verloren", erklärt der Vorsitzende des DRV-Ausschusses Business Travel Stefan Vorndran. Nach ersten Schätzungen des Geschäftsreiseverbandes VDR beliefe sich der potenzielle finanzielle Schaden eines Laptop-Verbots für die deutsche Wirtschaft auf über 160 Millionen Euro.

Nach Einschätzung US-amerikanischer Behörden stellen größere elektronische Geräte ein besonderes Sicherheitsrisiko dar. Inwiefern ein im Frachtraum transportierter Laptop noch größere Gefahren birgt, als ein in der Kabine mitgeführter, sei aber noch unklar, so der DRV in einer Mitteilung. Zudem sei nicht bekannt, bis zu welcher maximalen Größe oder welchem maximalen Gewicht ein elektronisches Gerät künftig unter verschärften Sicherheitsbestimmungen mitgeführt werden dürfe. Unklar sei nicht zuletzt, auf welchen Flughäfen ein Laptop-Verbot künftig gelten würde und inwieweit zu Beispiel Passagiere aus Asien mit Transit-Verbindungen über Europa davon betroffen wären.

Auf bestimmten Direktflügen in die USA gilt das Laptop-Verbot bereits jetzt. Betroffen sind insgesamt zehn Flughäfen im Nahen Osten und Nordafrika (Marokko, Ägypten, Türkei, Jordanien, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabischen Emirate). Passagiere dürfen elektronische Geräte, die größer als ein Mobiltelefon sind, nicht im Handgepäck mitnehmen. Der neuen Regelung, die seit März gilt, unterliegen Laptops und Tablets, aber auch größere Kameras.