13. November 2017 – 18:56
DRV fordert Verbot von Airline-GDS-Gebühren durch EU-Kommission

Buchungen über Globale Reservierungssysteme (GDS) mit Gebühren zu belegen – diese Strategie greift in der Airline-Industrie immer weiter um sich. Nach den Gesellschaften der Lufthansa Group und der British-Airways-  und Iberia-Mutter IAG kassieren bald  auch Air France und KLM für Buchungen über GDS einen Aufpreis. Begründet wird dieser Schritt jeweils mit höheren Kosten, die den Airlines durch den Vertrieb über die globalen Systeme entstehen.

Der DRV hält diese Praxis für wettbewerbswidrig. Dadurch verschärfe sich die Wettbewerbssituation im Bereich des europäischen Vertriebs von Flugtickets und die Vergleichbarkeit von Flugpreisen für Verbraucher reduziere sich weiter, sagt Stefan Vorndran, Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Ausschusses Business Travel im Verband. Der Vorsitzende des Flugausschusses, Otto Schweisgut wirft der EU-Kommission in Sachen GDS-Gebühren eine "zögerliche Haltung“ vor. Diese schade "sowohl Privatkunden als auch der Wirtschaft“, moniert er. Es sei "unverständlich, warum die EU-Kommission, die sonst Vorreiter bei Initiativen im Bereich Verbraucherschutz ist, hier nicht endlich handelt“, sagt Schweisgut. Der lapidare Verweis der Kommission auf eine Evaluierung der Regeln zur Preistransparenz als Antwort in einer Anhörung im Europäischen Parlament Ende Oktober sei unbefriedigend. In der Anhörung war die Kommission zu ihrer Haltung zur Einführung von GDS-Gebühren befragt worden.

Die EU müsse den "wettbewerbsverzerrenden und für Reisebüros wie Verbraucher nachteiligen Ticketzuschlag untersagen, da es sich um eine Diskriminierung bestimmter Vertriebskanäle gegenüber anderen Vertriebskanälen nach dem Code of Conduct“ handele, heißt es vom DRV. Gemeinsam mit anderen Verbänden habe man sich in einem offenen Brief an EU-Verkehrskommissarin Violetta Bulc gewandt und auf die negativen Folgen der GDS-Entgelte der Fluggesellschaften aufmerksam gemacht. Passiert sei aber immer noch nichts.