03. Mai 2017 – 16:04
Die Reisewelt ist nicht unsicherer geworden
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Die Travel Risk Map 2017 zeigt kaum Veränderungen zu den Vorjahren. Foto: International SOS

Terror und Naturkatastrophen prägen die Nachrichten und Medien, und die Bilder verfehlen ihre Wirkung nicht: Fast drei Viertel der Business Traveller sagen, das Risiko auf Geschäftsreisen sei gestiegen. Das hat der Dienstleister International SOS in einer Umfrage unter 1.000 Geschäftsreisenden aus 75 Unternehmen herausgefunden. Tatsächlich aber ist die Welt nicht unsicherer geworden, sagt Martin Bauer, der regionale Sicherheitsmanager. Nur die Wahrnehmung der Menschen habe sich verändert. 

80 Prozent haben Reisepläne geändert

Vor allem die Furcht vor Terroranschlägen, Unruhen und Wetterkatastrophen treibt Geschäftsreisende um. 80 Prozent haben deshalb schon einmal ihre Reisepläne geändert. Überrascht hat Sicherheitsexperte Bauer die Ansicht, dass Europa gefährlicher geworden sei als die arabische Welt und Südasien. Das sei unrealistisch. "Es gibt keine grundlegende Änderung bei den Risiken", so Bauer. "Länder, die vorher sicher waren, sind es immer noch. Länder, die unsicher waren, ebenso." Natürlich gebe es hier und da Veränderungen. So hat International SOS das Sicherheitsrisiko für die Türkei von "low" auf "medium" angehoben.

Dies zeigt auch die Travel Risk Map, die jährlich von International SOS herausgegeben wird. Die Weltkarte, auf der die einzelnen Länder je nach Risiko eingefärbt sind, kann von jedermann eingesehen werden. Dabei unterscheidet International SOS nach Reisegefahren, medizinischer Situation und Verkehrssicherheit.

Gesundheitsprobleme überwiegen

Denn Verkehrsunfälle und Krankheit bereiteten immer noch die meisten Probleme auf Geschäftsreisen. Dabei seien es keineswegs überwiegend lokale Gesundheitsgefahren, sondern vielmehr Herz- und Kreislauferkrankungen, unter denen Geschäftsreisende am meisten litten, sagt der ärztliche Leiter von International SOS, Dr. Stefan Eßer. Das werde sich durch die demografische Entwicklung noch verschärfen. Immer öfter gingen auch 80-Jährige noch auf Geschäftsreisen.

Thomas Hartung