Urlaub auf dem Wasser gibt es derzeit oft zum halben Preis: Zu viele Schiffe und zu wenig Nachfrage haben einen dramatischen Preisverfall für Kreuzfahrten ausgelöst.
Kreuzfahrten so billig wie nie
23. Januar 2009 |
Dramatischer Preisverfall: Wer immer schon mal eine Kreuzfahrt machen wollte, aber nicht das nötige Kleingeld hatte oder zu geizig war, der sollte dieses Jahr zuschlagen. Der Preiskampf unter den Reedereien schont den Geldbeutel. Viele Reisen kosten nur noch die Hälfte und sind so billig wie noch nie.
Der Traum von einer Karibikkreuzfahrt rückt in greifbare Nähe. Das Vier-Sterne-Schiff "Norwegian Dawn" lichtet in Miami die Anker, nimmt Kurs auf die traumhaften Sandstrände der Halbinsel Samana in der Dominikanischen Republik.
Ein saftiges Steak im Outdoor-Grill an Deck oder lieber mexikanische Tapas in einem der zehn Restaurants. Landgänge auf St. Thomas, den British Virgin Islands und den Bahamas. Eine erholsame Woche im April, sieben Nächte für 399 Euro. Im Katalog kostet die Reise noch fast das Doppelte.
Die Reiseportale im Internet erinnern mitunter an Ausverkauf. Auf Kreuzfahrten.de etwa begrüßen einem schon auf der Startseite durchgestrichene Preise, und in rot die drastisch reduzierten neuen Euro-Beträge.
Querbeet von der Ostsee-Schnuppertour mit der "Vision of the Seas" für 288 Euro bis zum absoluten Luxustrip auf der "Seabourn Spirit" in Asien für 1.955 Euro, Getränke inklusive, ist alles dabei und bis zu 60 Prozent heruntergesetzt. Und das keineswegs nur für kurzfristig leer gebliebene Kabinen. Die Sonderangebote reichen bis in den September.
Besonders die US-Reedereien gehen preisaggressiv ans Werk, allen voran Lierschs frühere Company Royal Caribbean und Norwegian Caribbean.
Der Grund für die emsigen Preisaktionen der US-Anbieter ist schnell gefunden: Der Heimatmarkt der beiden größten Reedereien der Welt ist mit der Finanzkrise abgestürzt. Vielen Amerikanern fehlt das Geld für einen Urlaub auf See. Da wollen die US-Reedereien mehr vom nicht ganz so gebeutelten europäischen Kreuzfahrtkuchen abhaben.
Auch andere Europäer legen Fantasie bei der Preisschlacht an den Tag, freilich mit demselben Resultat. Die Transatlantik-Kreuzfahrt mit der "Aida Vita" zum Beispiel aus der Karibik nach Mallorca im April kostet regulär 2205 Euro. Wer den "Variopreis" wählt, zahlt die Hälfte. Einziger spürbarer Unterschied: man kann vorher keine feste Kabinennummer reservieren.
Die deutschen Reedereien halten sich bislang aus dem Preiskampf weitgehend heraus. Doch auch für sie wird der Druck größer, und das nicht nur wegen schwächelnder Nachfrage. Die Kreuzfahrtkrise ist weitgehend hausgemacht.
Allein in diesem Jahr werden mindestens 15 neue Ocean Liner zu Wasser gelassen, darunter die gigantische "Oasis of the Seas", die alleine Platz für 5.400 Passagiere hat. Die Überkapazität freut die Kreuzfahrer. Wenn diese Entwicklung anhält, bleibt der Urlaub auf dem Wasser wohl noch eine Weile so billig wie nie.
Thomas Hartung
Ein saftiges Steak im Outdoor-Grill an Deck oder lieber mexikanische Tapas in einem der zehn Restaurants. Landgänge auf St. Thomas, den British Virgin Islands und den Bahamas. Eine erholsame Woche im April, sieben Nächte für 399 Euro. Im Katalog kostet die Reise noch fast das Doppelte.
Sonderangebote für alle Zielgebiete
Kein Einzelfall: Egal, bei welcher der großen Reedereien man derzeit stöbert, die Preise für Kreuzfahrten sind im freien Fall. Vergessen die ärgerlichen Bunkerzuschläge, wie der Treibstoffzuschlag auf Kreuzfahrt-chinesisch heißt.Die Reiseportale im Internet erinnern mitunter an Ausverkauf. Auf Kreuzfahrten.de etwa begrüßen einem schon auf der Startseite durchgestrichene Preise, und in rot die drastisch reduzierten neuen Euro-Beträge.
Querbeet von der Ostsee-Schnuppertour mit der "Vision of the Seas" für 288 Euro bis zum absoluten Luxustrip auf der "Seabourn Spirit" in Asien für 1.955 Euro, Getränke inklusive, ist alles dabei und bis zu 60 Prozent heruntergesetzt. Und das keineswegs nur für kurzfristig leer gebliebene Kabinen. Die Sonderangebote reichen bis in den September.
US-Reedereien woll Europäer an Bord locken
"Kreuzfahrten waren noch nie so günstig wie in diesem Jahr", bestätigt Experte Robert Liersch. Der Mann muss es wissen, er war mal Deutschlandchef der größten Reederei der Welt Royal Caribbean Cruise Line. Seit zehn Jahren hat er sein eigenes Reisebüro und Portal "M'Ocean", das sich auf Kreuzfahrten aller Art spezialisiert hat. "Das ist eine einmalige Gelegenheit."Besonders die US-Reedereien gehen preisaggressiv ans Werk, allen voran Lierschs frühere Company Royal Caribbean und Norwegian Caribbean.
Der Grund für die emsigen Preisaktionen der US-Anbieter ist schnell gefunden: Der Heimatmarkt der beiden größten Reedereien der Welt ist mit der Finanzkrise abgestürzt. Vielen Amerikanern fehlt das Geld für einen Urlaub auf See. Da wollen die US-Reedereien mehr vom nicht ganz so gebeutelten europäischen Kreuzfahrtkuchen abhaben.
Halber Preis auch bei Costa und Aida
Die Platzhirsche in Europa sind in den Preiskampf eingestiegen. Beim Marktführer Costa Kreuzfahrten kann man für 899 Euro sieben Tage am arabischen Golf kreuzen, den Flug nach Dubai inklusive. Das bedeutet ebenfalls halber Preis. Abschläge bis 54 Prozent gelten teilweise bis Ende Oktober, getarnt als "magische Abfahrten".Auch andere Europäer legen Fantasie bei der Preisschlacht an den Tag, freilich mit demselben Resultat. Die Transatlantik-Kreuzfahrt mit der "Aida Vita" zum Beispiel aus der Karibik nach Mallorca im April kostet regulär 2205 Euro. Wer den "Variopreis" wählt, zahlt die Hälfte. Einziger spürbarer Unterschied: man kann vorher keine feste Kabinennummer reservieren.
Single-Kabinen ohne Aufpreis und andere Goodies
Beliebt sind auch Single-Kabinen ohne saftigen Aufschlag wie sonst oder symbolische Niedrigstpreise für Kinder mit eigener Kabine. Weitere Goodies können kostenlose Landausflüge oder ein Guthaben auf dem Getränkekonto sein.Die deutschen Reedereien halten sich bislang aus dem Preiskampf weitgehend heraus. Doch auch für sie wird der Druck größer, und das nicht nur wegen schwächelnder Nachfrage. Die Kreuzfahrtkrise ist weitgehend hausgemacht.
Dieses Jahr kommen 15 neue Schiffe dazu
Seit 2000 ist die Zahl der Passagiere weltweit um 80 Prozent gestiegen, so der internationale Verband CLIA. Im Glauben an einen nimmer endenden Boom im Kreuzfahrtgeschäft haben die Reedereien immer neue und immer größere Schiffe bauen lassen. Die wollen nun gefüllt werden.Allein in diesem Jahr werden mindestens 15 neue Ocean Liner zu Wasser gelassen, darunter die gigantische "Oasis of the Seas", die alleine Platz für 5.400 Passagiere hat. Die Überkapazität freut die Kreuzfahrer. Wenn diese Entwicklung anhält, bleibt der Urlaub auf dem Wasser wohl noch eine Weile so billig wie nie.
Thomas Hartung
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