KHAO LAK:
Schön und idyllisch wie vorher
14. Mai 2010 |
Khao Lak hat beim Wiederaufbau nach dem Tsunami seine Idylle bewahrt. Eineinhalb Stunden von Phuket entfernt, finden Thailand-Urlauber kilometerlange Sandstrände und weitläufige Resorts. An die Katastrophe vor sechs Jahren erinnert so gut wie nichts mehr.
Thailands Schatzkästchen Khao Lak [10 Bilder]
Nichts erinnert an die Katastrophe, fast nichts. Ein unscheinbarer blau gestrichener Eisenpfosten am Straßenrand zwischen Mülltonnen und Werbeschildern, vielleicht einen Meter hoch. "Tsunami 26.12.2004" steht darauf. Ein paar Striche markieren den Wasserstand nach der großen Welle.
An Tischen verkaufen Souvenir-Händler Videos mit der Zerstörung und dem Elend danach. Ein schauriges Mitbringsel aus dem Paradies. Es gibt noch ein kleines Tsunami-Museum in der Nähe, das diesen Namen aber nicht verdient. Ein liebloser Laden mit ein paar Fotos. Da muss niemand hin.
Doch jetzt richtet sich der Blick wieder nach vorne, der Tsunami sei kein Thema mehr. "Thais reden übers Essen und andere Belanglosigkeiten", beobachtet Raubo, die als Sängerin nach Thailand kam und heute Ausflüge für Touristen organisiert.
Nach mehreren Umbauten war das Hotel am 23. Dezember 2004 endlich komplett fertig und ausgebucht. Drei Tage später zerstörte der Tsunami das Resort fast vollständig. 160 Urlauber und Angestellte starben in der Riesenwelle. Das Wasser stand bis in den zweiten Stock.
Das Hotel in Khao Lak ist sein zweites Baby. Einen Tag nach der Katastrophe war er vor Ort und der Schock saß tief. Trotzdem gab Atmacan nicht auf. "Ich bin ein Kämpfer", sagt er, aufgeben war für ihn keine Option. Was folgte waren eineinhalb Jahre Kampf mit der Versicherung, Trümmer beseitigen und schließlich der Neuanfang.
Die Gäste sind zurück und fünf Jahre nach dem Tsunami ist endlich auch in seinem Hotel die Normalität zurückgekehrt. Sein Cher Fah Resort wird unter anderem von den Reiseveranstaltern FTI, Transorient und TUI angeboten.
Auch die Prinzessin von Thailand findet Gefallen an Similan und hat ein kleines Domizil eingerichtet. Der ganze Archipel ist ein Nationalpark, nur vier der insgesamt neun kleinen Inseln darf man betreten.
Vor zwei Stunden waren wir schon mal hier auf Nummer 8. Da tummelten sich hunderte Touristen am Strand. Jetzt ist es leer. Nur noch eine Handvoll Sonnenhungriger schaut zu, wie unser Boot erst vom Sand gestoppt wird. Ein Picknick unter Palmen hat unser Hotel organisiert.
Aber was macht man hier? Nichts. Faulenzen, lesen, baden und natürlich schnorcheln. Die Profis tauchen mit Sauerstoffflasche ab, aber das muss nicht sein. Anfänger greifen zu Brille und Schnorchel, stecken den Kopf unter Wasser und fühlen sich wie im Aquarium.
Eine Übernachtung auf Similan macht noch aus aus anderem Grund Sinn. Mindestens zwei Stunden brauchen normale Ausflugboote bis hierher. Etwas schneller geht es mit einem Speedboot. Mit fast 700 PS dauert die Überfahrt aber immer noch eineinhalb Stunden.
Da bleibt recht wenig Zeit für die bunte Unterwasserwelt. Schließlich stehen noch das Picknick an und eine kleine Klettertour zum markanten Felsbrocken auf Insel Nummer 8 – und natürlich die Fahrt zurück nach Khao Lak.
Mehr Abenteuer verspricht der Ausflug nach Khao Sok mit Übernachtung in einem Baumhaus mitten im Dschungel. Hier macht der Elefantenritt mehr Spaß. Daneben gibt es Wanderungen und Kanutouren auf einem Fluss.
Mit dem Kanu erkunden Urlauber auch die berühmten Felsen in der Phangnga Bay. Die 300 bis 400 Meter aus dem Meer ragenden Felsbrocken waren spektakuläre Kulisse eines der frühen James-Bond-Abenteuer. Golf spielen kann man in Khao Lak übrigens auch.
Eineinhalb Stunden von Airport entfernt ist aber vom Rummel auf Phuket nichts zu spüren. Das gefällt vor allem deutschen Urlaubern, die rund die Hälfte aller Gäste in Khao Lak ausmachen. Die andere große Gruppe sind Skandinavier. Russen trifft man hier in Khao Lak kaum, manch ein Hotel lehnt sie als Gäste ganz offen ab.
Thomas Hartung
Ein Boot im Gras und schaurige Mitbringsel
Auf der anderen Seite der Straße liegt ein Polizeiboot im Gras, gesäumt von ein paar Fahnen. Der Tsunami hat das Schiff bis hierher gespült, fast zwei Kilometer vom Strand entfernt. Dort liegt es unverrückt seit jenem schlimmen Tag.An Tischen verkaufen Souvenir-Händler Videos mit der Zerstörung und dem Elend danach. Ein schauriges Mitbringsel aus dem Paradies. Es gibt noch ein kleines Tsunami-Museum in der Nähe, das diesen Namen aber nicht verdient. Ein liebloser Laden mit ein paar Fotos. Da muss niemand hin.
Thais reden lieber übers Essen
Die Thais haben ihre eigene Art, mit der Katastrophe zu leben. "Die Leute hier werden nicht gern an den Tsunami erinnert", sagt Claudia Raubo. "Zwei Jahre lang haben die Menschen getrauert und den Kopf hängen lassen", erzählt die Schweizerin, die seit Jahren in Khao Lak lebt.Doch jetzt richtet sich der Blick wieder nach vorne, der Tsunami sei kein Thema mehr. "Thais reden übers Essen und andere Belanglosigkeiten", beobachtet Raubo, die als Sängerin nach Thailand kam und heute Ausflüge für Touristen organisiert.
Neustart fünf Jahre nach der Katastrophe
Raubo arbeitet im Fünf-Sterne-Resort Cher Fah, das vor einem Jahr eröffnet hat. Wiedereröffnet müsste es richtig heißen. Denn das Cher Fah hieß früher einmal Magic Lagune und hat eine traurige Geschichte.Nach mehreren Umbauten war das Hotel am 23. Dezember 2004 endlich komplett fertig und ausgebucht. Drei Tage später zerstörte der Tsunami das Resort fast vollständig. 160 Urlauber und Angestellte starben in der Riesenwelle. Das Wasser stand bis in den zweiten Stock.
Eineinhalb Jahre Kampf mit der Versicherung
Der Tsunami zerstörte auch den Traum von Zeynal Atmacan, dem das Hotel gehört. Atmacan gründete 1987 in Hamburg den Reiseveranstalter Transorient Tours, der bis heute als Asien-Spezialist vor allem Thailand-Reisen anbietet.Das Hotel in Khao Lak ist sein zweites Baby. Einen Tag nach der Katastrophe war er vor Ort und der Schock saß tief. Trotzdem gab Atmacan nicht auf. "Ich bin ein Kämpfer", sagt er, aufgeben war für ihn keine Option. Was folgte waren eineinhalb Jahre Kampf mit der Versicherung, Trümmer beseitigen und schließlich der Neuanfang.
25 Kilometer Traumstrand vor der Tür
Das weitläufige Resort liegt direkt am 25 Kilometer langen Traumstrand von Khao Lak. Leichte Brandung, Palmen wedeln, reichlich Platz für Sonnenanbeter. Knapp 300 geschmackvoll eingerichtete Zimmer gruppieren sich um eine der größten Poollandschaften Asiens. Wer die ganze Runde schwimmen will, braucht eine gute Kondition. Mit allen Buchten und Abzweigungen zieht sich der Pool über drei Kilometer.Die Gäste sind zurück und fünf Jahre nach dem Tsunami ist endlich auch in seinem Hotel die Normalität zurückgekehrt. Sein Cher Fah Resort wird unter anderem von den Reiseveranstaltern FTI, Transorient und TUI angeboten.
Postkartenidylle auf Similan Island
Weißer Sand so fein wie Puderzucker und das Meer leuchtet blau, als hätte jemand unter Wasser Scheinwerfer eingeschaltet. Similan Island Nummer 8 vor der thailändischen Küste, und beliebtestes Ausflugsziel von Khao Lak aus.Auch die Prinzessin von Thailand findet Gefallen an Similan und hat ein kleines Domizil eingerichtet. Der ganze Archipel ist ein Nationalpark, nur vier der insgesamt neun kleinen Inseln darf man betreten.
Vor zwei Stunden waren wir schon mal hier auf Nummer 8. Da tummelten sich hunderte Touristen am Strand. Jetzt ist es leer. Nur noch eine Handvoll Sonnenhungriger schaut zu, wie unser Boot erst vom Sand gestoppt wird. Ein Picknick unter Palmen hat unser Hotel organisiert.
Abtauchen mit Schnorchel wie im Aquarium
Tische, Bänke, Toiletten, Souvenirladen – alles da, was man braucht. Manch einer bleibt für ein paar Tage hier, mietet für wenige Bath eines der fertig aufgebauten Zelte oder einen der neuen Bungalows, wenn sie mal fertig sind. Ein schöner Kontrast zur 5-Sterne-Anlage auf dem Festland.Aber was macht man hier? Nichts. Faulenzen, lesen, baden und natürlich schnorcheln. Die Profis tauchen mit Sauerstoffflasche ab, aber das muss nicht sein. Anfänger greifen zu Brille und Schnorchel, stecken den Kopf unter Wasser und fühlen sich wie im Aquarium.
Für einen Tagesausflug fast zu schade
Gelbe, rote, blaue, silberne Fische, manche nur ein paar Zentimeter groß, andere fast einen Meter lang. Eine Muräne huscht von einem Felsschlitz zum nächsten. Andere bunte Exemplare stören sich wenig an den Schnorchlern und kommen neugierig nahe heran.Eine Übernachtung auf Similan macht noch aus aus anderem Grund Sinn. Mindestens zwei Stunden brauchen normale Ausflugboote bis hierher. Etwas schneller geht es mit einem Speedboot. Mit fast 700 PS dauert die Überfahrt aber immer noch eineinhalb Stunden.
Da bleibt recht wenig Zeit für die bunte Unterwasserwelt. Schließlich stehen noch das Picknick an und eine kleine Klettertour zum markanten Felsbrocken auf Insel Nummer 8 – und natürlich die Fahrt zurück nach Khao Lak.
Mit dem Kanu zum James-Bond-Felsen
Rund um Khao Lak warten noch andere Highlights. Zum Beispiel der Ausritt durch den Dschungel auf einem Elefanten. Wer wenig Zeit hat, steigt ganz in der Nähe auf seinen Dickhäuter. Die Strecke ist aber eher langweilig.Mehr Abenteuer verspricht der Ausflug nach Khao Sok mit Übernachtung in einem Baumhaus mitten im Dschungel. Hier macht der Elefantenritt mehr Spaß. Daneben gibt es Wanderungen und Kanutouren auf einem Fluss.
Mit dem Kanu erkunden Urlauber auch die berühmten Felsen in der Phangnga Bay. Die 300 bis 400 Meter aus dem Meer ragenden Felsbrocken waren spektakuläre Kulisse eines der frühen James-Bond-Abenteuer. Golf spielen kann man in Khao Lak übrigens auch.
Khao Lak ist nach dem Geschmack der Deutschen
Khao Lak selbst hat sich seine Idylle erhalten, trotz der Nähe von Phuket und dem Massentourismus dort. Das Städtchen liegt auf dem Festland und ist durch eine Brücke mit Phuket verbunden. Das macht Khao Lak leicht erreichbar. Mit Thai Airways, LTU und Condor fliegt man von Deutschland hierher.Eineinhalb Stunden von Airport entfernt ist aber vom Rummel auf Phuket nichts zu spüren. Das gefällt vor allem deutschen Urlaubern, die rund die Hälfte aller Gäste in Khao Lak ausmachen. Die andere große Gruppe sind Skandinavier. Russen trifft man hier in Khao Lak kaum, manch ein Hotel lehnt sie als Gäste ganz offen ab.
Thomas Hartung
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