12. September 2017 – 08:00
Aus für Airberlin-Karibikflüge
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Foto: Airberlin/Wiese

Die Formulierung suggeriert Normalität: "Airberlin beendet zum 25. September ihr Karibik-Flugprogramm ab Düsseldorf“ teilt die Airline mit. Damit entfallen ab diesem Datum die Flüge nach Curaçao, Cancun in Mexiko, Havanna und Varadero auf Kuba sowie Punta Cana und Puerto Plata in der Dominikanischen Republik. Die vor einigen Tagen angekündigten Streichungen von Langstreckenflügen werden ebenfalls auf den 25. September vorgezogen. Dies betrifft Verbindungen zwischen Berlin und Abu Dhabi, Chicago, Los Angeles und San Francisco sowie von Düsseldorf nach Boston.

Der Schritt kommt nicht völlig unerwartet, gleichwohl dürfte er unter Kunden und Veranstaltern für Aufregung sorgen. Denn sämtliche Kunden, die vor der offiziellen Pleite der Fluggesellschaft ein Ticket für die betroffenen Strecken für die Zeit nach dem 25. September gebucht haben, werden ihr gezahltes Geld vermutlich nie wiedersehen. Lediglich für Buchungen nach dem Insolvenzantrag am 15. August will Airberlin den Ticketpreis erstatten. Veranstalterkunden, die eine Pauschalreise gebucht haben, geht es in dieser Hinsicht besser. Bei ihnen muss sich der Veranstalter um eine Beförderungsalternative kümmern. Das bereitet den Unternehmen eine Menge Arbeit und könnte darüber hinaus für zusätzliche Kosten sorgen, wenn die Airlines angesichts des unverhofften Nachfrageschubs an der Preisschraube drehen. Condor und Eurowings dürften sich hingegen die Hände reiben.

Hintergrund für die überstürzte Streckeneinstellung ist nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung", dass die Leasingfirma Aercap, von der Airberlin die Langstreckenmaschinen gemietet hat, zehn Airbus A330 von möglichst schnell zurück haben will. Offenbar hat sie Sorgen, dass sie für die gemieteten Flugzeuge kein Geld mehr sieht.

Das Flugchaos bei der insolventen Fluggesellschaft geht unterdessen auch am Dienstag munter weiter. Auf der Website teilt sie mit: "Aus operativen Gründen muss Airberlin heute Flüge streichen. Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für unsere Gäste. Passagieren, die von einer Flugstreichung betroffen sind, wird von Airberlin die bestmögliche Reisealternative angeboten. Sie werden gebeten nicht an den Airport zu kommen und die airberlin Service-Hotline zu nutzen."