28. September 2016 – 15:52
Airliner halten ihre Unternehmen für Digitalisierungsnachzügler
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Apple Watch – Foto: Lufthansa

Fluggesellschaften sehen die Digitalisierung zwar als große Chance, gehen das Thema aber nur zögerlich an. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Digitalverbandes Bitkom unter 102 Vorständen und Geschäftsführern von Unternehmen der Luftfahrtbranche. Demnach zählen zwar 46 Prozent der Konzernchefs ihr Unternehmen zu den digitalen Vorreitern. Fast genauso viele Unternehmen sehen sich allerdings als Nachzügler. Sieben Prozent geben sogar an, sich mit dem Thema Digitalisierung noch überhaupt nicht befasst zu haben. Offenbar sehen die Chefs ihre eigenen Konzepte durchaus kritisch. So meinen zwei Drittel, dass Luftfahrtunternehmen zu sehr an traditionellen Geschäftsmodellen hängen. 61 Prozent machen fehlendes Kapital für Forschung und Entwicklung und 34 Prozent mangelndes Know-how im Management  dafür verantwortlich, dass sie in Sachen Digitalisierung ins Hintertreffen geraten sind. Als Innovationshemmnis wertet ein Drittel der Befragten außerdem, dass die Passagiere skeptisch gegenüber Innovationen in der Luftfahrt seien.

Dabei haben die Luftfahrtmanager durchaus eine Vorstellung davon, wie digitale Technik das Reisen einfacher und bequemer machen kann. So erwarten zum Beispiel 42 Prozent der Befragten, dass der Einsatz von Augmented Reality zur besseren Orientierung am Flughafen im Jahr 2030 verbreitet sein wird, etwa in Form von Smart Glasses, die die Passagiere zum Gate lotsen. Alle Befragten sagen zudem, dass der vollautomatische Check-in mit Gepäckautomaten künftig Standard sein wird. An Bord wird es üblich sein, dass Passagiere ihren eigenen Video- oder Audio-Streaming-Dienst über das In-Flight-Entertainment-System nutzen. Fluggäste werden mit ihrem Smartphone telefonieren, so glauben fast alle Umfrageteilnehmer, und über einen kostenfreien Internetzugang surfen. Die große Mehrheit rechnet zudem damit, dass Passagiere im Jahr 2030 an Bord online shoppen und die gekauften Waren nach der Landung am Gepäckband abholen können. An die Möglichkeit, den Aufenthaltsort des eigenen Gepäcks mittels einer Smartphone-App in Echtzeit zu verfolgen, glauben ebenfalls mehr als 90 Prozent.